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Burundis Präsident ist tot
Aus Echo der Zeit vom 09.06.2020.
abspielen. Laufzeit 03:00 Minuten.
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Vom Rebell zum harten Führer Burundis Präsident Nkurunziza ist tot

Nkurunziza ist überraschend im Alter von 55 Jahren gestorben – laut Regierung an einem Herzstillstand.

15 Jahre war Pierre Nkurunziza Präsident von Burundi. Im Herzen war er in erster Linie aber immer Fussballer. Während all der Jahre trainierte er dreimal wöchentlich mit der Amateurmannschaft des FC Hallelujah. Der nicht umsonst so heisst. Denn Pierre Nkurunziza war auch ein sehr religiöser Mann. In seiner Zeit als Rebellenführer im Busch fand er zu Gott, später behauptete Nkurunziza auch von Gott gesandt geworden zu sein, um Burundi zu regieren.

Und nach zwei Amtszeiten nach dem Bürgerkrieg konnte er das Regieren auch gar nicht mehr lassen. 2015 trat Pierre Nkurunziza verfassungswidrig für eine dritte Amtszeit an. Das stiess den Burunderinnen und Burundern sauer auf, sie gingen auf die Strasse. Es kam zu einem Putschversuch und das Land versank im Chaos. Mehr als 1000 Tote waren wegen der Unruhen zu beklagen, rund 400'000 Personen mussten das Land verlassen. Der Internationale Strafgerichtshof ermittelt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Hartes Regime – sogar für Kinder

Die Schweizer Diplomatie schickte damals Fifa-Präsident Sepp Blatter los, um Fussballfanatiker Pierre Nkurunziza dazu zu bringen, von der Macht abzulassen. Doch Nkurunziza blieb – und stellte harte Spielregeln auf. Er schloss kritische Medien und Oppositionelle werden seither bedroht oder gleich umgebracht. Selbst Kinder wurden unter dem harten Regime ins Gefängnis geworfen, wenn sie es wagen, das Porträt des Präsidenten zu bemalen. Die Bevölkerung von Burundi ist seither mundtot.

Und weil Nkurunziza keine Schiedsrichter wollte, liess er das UNO-Büro für Menschenrechte aus dem Land schmeissen und trat als einzige Nation der Welt aus dem Internationalen Strafgerichtshof aus.

Offiziell ein Herzinfarkt

Dass Pierre Nkurunziza bei den Wahlen vor knapp drei Wochen nicht mehr antrat, hatte darum viele überrascht. Doch der Präsident sorgte dafür, dass er nicht mit leeren Händen vom Spielfeld musste: 530’000 US-Dollar, eine Luxusvilla sowie Lohn auf Lebzeiten sollte der einstige Rebellenführer zu seinem Rücktritt im August erhalten.

Doch nun kam der Schlusspfiff schon früher. Laut der Regierung starb er an einem Herzinfarkt. In Burundi bezweifeln viele diese Aussage. Der Wahlkampf wurde ohne jegliche Massnahmen gegen das Coronavirus geführt, die First Lady wurde vor wenigen Tagen nach Nairobi ausgeflogen, angeblich litt sie an Covid-19. Doch so oder so: Das Spiel ist vorbei.

Echo der Zeit, 09.06.2020, 18 Uhr

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