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Legende: Video Afrika lanciert die grösste Freihandelszone der Welt abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.07.2019.
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Von 27 Staaten ratifiziert Afrika baut an der grössten Freihandelszone der Welt

Die Grenze von Seme zwischen Benin und Nigeria war lange eine der chaotischsten der Welt. Über ein Dutzend legale und illegale Checkpoints bremsten den Handel, Korruption und Bürokratie führten dazu, dass der Warentransport teuer und langsam wurde.

Seit letztem Jahr sollten Lastwagen in Seme nur noch einmal anhalten. Ein neuer Grenzposten wurde gebaut. Doch noch liegt vieles im Argen. Die Lastwagen müssen etwa von Hand durchsucht werden, weil die elektronischen Scanner nicht funktionieren.

Afrikas Binnenhandel existiert kaum

Solche Zustände will die Afrikanische Union künftig nicht mehr. Die geplante Freihandelszone (AfCFTA) würde den innerafrikanischen Handel massiv erleichtern. Unterdessen haben fast alle afrikanischen Staaten das Abkommen unterzeichnet. Damit entsteht die grösste Freihandelszone der Welt, gemessen an der Bevölkerung von 1.3 Milliarden.

Afrikas Staaten handeln kaum miteinander. Nur 15 Prozent der Exporte bleiben in Afrika, in Europa liegt der Binnenhandel bei 69 Prozent. Wie zu kolonialen Zeiten exportiert Afrika Rohstoffe und importiert fertige Waren. Die meisten Handelswege sind darauf ausgerichtet. Durch mehr Handel zwischen afrikanischen Ländern soll nun die Wirtschaft wachsen.

Industrie liegt am Boden

Doch die blosse Aufhebung der Zollschranken wird der Wirtschaft nicht helfen. In vielen afrikanischen Staaten liegt die Industrie am Boden, die Landwirtschaft ist nicht mechanisiert. Folglich produzieren die Länder wenig, was sie exportieren könnten.

Karte Afrikas: Länder, die das Freihandelsabkommen ratifiziert haben, sind dunkelgrün eingefärbt, Länder, die das Abkommen nicht ratifiziert haben, sind hellgrün eingefärbt.
Legende: Bis auf Eritrea haben alle afrikanischen Staaten das Freihandelsabkommen unterzeichnet. Noch hat es aber erst ein Teil der Staaten ratifiziert. SRF

Im Bereich der Dienstleistungen ziehen Startups grosse Aufmerksamkeit auf sich. Junge, gebildete Afrikaner bauen Applikationen, etwa für mobile Kredite. Andere Unternehmen bieten Solarkraftwerke zum Mieten an. Doch diese oft kleinen, kurzlebigen Unternehmen können Afrika nicht alleine voranbringen.

Nun wurde die Afrikanische Freihandelszone von der Hälfte aller Staaten ratifiziert, sie kann in Kraft treten. Die Grenzkontrollen bei Seme werden wohl irgendwann überflüssig. Doch vieles ändert sich nicht: die Strasse auf nigerianischer Seite gleicht einer kraterübersäten Mondlandschaft, Lastwagen kriechen im Schneckentempo. Und die endemische Korruption lähmt die Wirtschaft in vielen Ländern weiterhin.

Wenn die Handelsschranken in Afrika fallen, bedeutet das noch nicht, dass es der gebeutelten Wirtschaft automatisch besser geht. Doch die UNO schätzt, der Handel innerhalb des Kontinents könnte innert 12 Jahren um die Hälfte zunehmen. Das ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Gute Sache. Dann ist absehbar, dass man demnächst keine jährlichen Milliarden mehr an Entwicklungshilfe zahlen muss und alles der AHV zuführen kann.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Tönt ja alles gut (nur das soll es), wird jedoch kaum was ändern in einem "Klima" von grassierender Korruption, die das wahre Problem ist.
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  • Kommentar von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
    Ist das nicht ein Teil von dem was die USA/GB/Frankreich und weitere US-Vasallen mit dem völkerrechtswidrigen Krieg in Libyen und der Ermordung von Gaddafi verhindern wollten?
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Staaten, denen Demokratie ein echtes Anliegen ist, Herr Neuhaus, sollten statt Milliarden in Rüstung-und Militär zu verbuttern, sich um eine UNO bemühen, die mehr Mittel erhält um gemäss Kapitel VI der UN-Charta handeln zu können. Das wäre ein echter frieden- und demokratiefördender, -sichernder Beitrag. Doch, wie Sie richtig bemerken wollen gerade ehemalige Kolonialstaaten sich im Windschatten einer NATO, ihre koloniale Destabiliserungspolitik weiter betreiben. Der USA ist dies recht.
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    2. Antwort von m. mitulla  (m.mitulla)
      Seit dem 23. September 2008 ist die Nato Schutzmacht der Uno. Der Vertrag wurde ohne grosses Aufsehen vom damaligen Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon und vom damaligen Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer gegen den Willen Russland und Chinas unterzeichnet. Deshalb wird die Uno künftig eher auf die Nato hören als auf Friedensaktivisten. Bleiben wir also hellhörig! - auch gegenüber der Uno.
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