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Vor 50 Jahren Der Militärputsch, der Argentinien veränderte

Der Militärputsch in Argentinien jährt sich zum 50. Mal. Die folgenden Bilder zeigen die zentralen Ereignisse.

Angeführt von Jorge Rafael Videla stürzte eine Militärjunta im Jahr 1976 die damalige Regierung rund um Isabel Perón. Die unmittelbare Folge des Putsches war die Errichtung eines Militärregimes, das während rund sieben Jahren Argentiniens Politik fest im Griff hatte.

Soldaten stehen vor einem historischen Gebäude auf der Strasse.
Legende: Argentinische Soldaten vor der Casa Rosada, dem argentinischen Regierungssitz, am Tag des Militärputsches am 24. März 1976. Durch den Putsch wurde die amtierende Präsidentin Isabel Perón gestürzt. Getty Images / Eduardo Comesaña

Kurze Zeit nach der Machtübernahme durch die Junta wurde klar, mit was für einer Grausamkeit sie über Argentinien herrschen würde. Der General der Armee kündigte grossflächige Säuberungsaktionen an, bei welchen er öffentlich den Tod von Unschuldigen in Kauf nahm. Auch die Junta selbst bezeichnete ihr repressives Vorgehen als «guerra sucia», zu Deutsch «schmutzigen Krieg».

Militärparade mit Offizieren in Uniformen.
Legende: Die erste militärische Junta. Der Militärdiktator Jorge Rafael Videla (Mitte) zusammen mit dem Oberbefehlshaber der Marine, Emilio Eduardo Massera (links), und dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Orlando Ramón Agosti (rechts). Getty Images / Horacio Villalobos

Im Verlauf der Militärdiktatur starben oder verschwanden Tausende Menschen. Oft wurden mehr oder weniger willkürlich «Verdächtige» ohne Prozess monate- oder jahrelang festgehalten. Viele der Gefangenen wurden systematisch gefoltert und später umgebracht, nur ein Bruchteil wurde freigelassen.

Eingang der Escuela de Mecánica de la Armada hinter einem Zaun.
Legende: In der Militärakademie ESMA in Buenos Aires wurden während der Diktaturjahre 5000 Menschen festgehalten und gefoltert, während der normale Ausbildungsbetrieb weiterlief. Getty Images / Ricardo Ceppi

Zu den wichtigsten Stimmen gegen die Gewalt wurden die Bewegungen der Madres und Abueals de Plaza de Mayo. Seit 1977 versammelten sich die Mütter und Grossmütter der Verschwundenen jeden Donnerstag auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires. Trotz Verfolgung, Einschüchterung und dem Verschwinden einiger Mitglieder hielten sie ihre Proteste aufrecht. Ihr Engagement legte einen Grundstein für die spätere juristische Aufarbeitung der Diktaturjahre.

Gruppe älterer Frauen in der Menge mit Rosenkränzen.
Legende: Die «Mütter der Plaza de Mayo» im April 1982 in Buenos Aires. Es handelt sich um Frauen, deren Kinder während der Militärdiktatur verschwunden sind. Getty Images / Michael Brennan

Der Kurs des Regimes hatte nach kurzer Zeit erste militärische «Erfolge» verzeichnet. Die Guerilla wurde weitgehend aufgerieben und ihr Einfluss in der Bevölkerung sank. Im Jahr 1978 verkündete Videla das Ende des «Kriegs gegen den Terror». In Armutsvierteln hilt der Terror jedoch an. Der Militärapparat löste die Gebiete gewaltsam auf, um der Welt an der Fussballweltmeisterschaft ein «sauberes Argentinien» zu präsentieren. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Viertel wurden zum Teil gefoltert und ermordet.

Person neben dem Weltpokal bei einer Veranstaltung.
Legende: Der damalige Präsident Jorge Rafael Videla am Finale der Fussball-WM in Argentinien im Jahr 1978. Argentinien gewann das Turnier durch einen Sieg gegen die Niederlande. Getty Images / Mirrorpix

Zwischen 1978 und 1981 geriet Argentinien trotz liberaler Reformen in eine schwere wirtschaftliche Krise. Zugleich kam es innerhalb der Militärjunta zu wachsenden Spannungen, was zu mehreren Führungswechseln führte. Der Versuch, durch die Invasion der Falklandinseln politische Unterstützung zurückzugewinnen, scheiterte. Nach der militärischen Niederlage zerfiel die Legitimität des Regimes vollständig.

Militärfahrzeug mit drei Soldaten im Wasser fahrend.
Legende: Argentinische Truppen bei der Ankunft auf den Falklandinseln. Nach anfänglichen Erfolgen reagierte Grossbritannien schnell und gewann die Kontrolle über die Inseln zurück. Die argentinischen Kräfte kapitulierten im Juni 1982, womit der Krieg endete. Getty Images / Luis Rosendo

Nach der Niederlage im Falklandkrieg trat der damalige General Leopoldo Galtieri zurück und wurde durch Reynaldo Bignone ersetzt. Er erkannte rasch, dass das Militärregime nicht mehr zu halten war. Trotz Widerstands aus den eigenen Reihen leitete er den Übergang zur Demokratie ein.

Offizielle Zeremonie mit Anzugträgern und Uniformierten vor einer Statue.
Legende: Die Amtseinführung des demokratisch gewählten Präsidenten Raúl Alfonsín (mit Schärpe, Mitte) im Dezember 1983. Mit seiner Wahl endete die Militärdiktatur endgültig. Getty Images / Claude Urraca

Nach dem Ende der Militärdiktatur begann Argentinien zunächst mit der Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen. Eine Kommission dokumentierte Tausende Fälle von Verschwundenen, und 1985 wurden führende Mitglieder der Junta vor Gericht gestellt – darunter Jorge Rafael Videla, der eine lebenslange Haftstrafe erhielt.

Doch dieser Prozess wurde in den folgenden Jahren weitgehend ausgebremst: Durch Amnestiegesetze späterer Regierungen blieben Videla und viele andere Militärs lange Zeit auf freiem Fuss. Erst Jahre später wurden die Amnestien aufgehoben, und Videla wurde erneut verurteilt.

Trotzdem sind bis heute viele Fragen zu Tätern und Opfern ungeklärt. Auch 50 Jahre nach dem Putsch gehen Menschen in Argentinien auf die Strasse, um Aufklärung und Gerechtigkeit einzufordern.

Menschen demonstrieren mit Fotos vermisster Personen.
Legende: Kurz vor dem 50. Jahrestags des Militärputsches: Menschen in Buenos Aires gehen auf die Strasse, um der Personen zu gedenken, die während der argentinischen Militärdiktatur verschwanden. (21.3.2026) Keystone / Rodrigo Abd

Rendez-vous, 14.3.2026, 12:30 Uhr; wilh

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