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Vor der Abstimmung Tausende von Katalanen demonstrieren gegen Unabhängigkeit

Legende: Video Katalonien vor der Abstimmung abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.09.2017.
  • Die Gegner der Unabhängigkeit haben nochmals auf sich aufmerksam gemacht: In Barcelona sind Tausende von Menschen auf die Strasse gegangen, um für die Einheit des Landes zu demonstrieren.
  • «Auch wir sind Katalanen», riefen die Menschen am Vorabend der von der Regierung in Madrid verbotenen Unabhängigkeitsabstimmung.
  • Sie schwenkten katalanische, spanische und Europaflaggen und forderten Haft für den Regionalpräsidenten Carles Puigdemont.
  • Derweil haben die Separatisten am Tag vor ihrem umstrittenen Referendum über Unabhängigkeit 163 Schulen besetzt, die als Abstimmungslokale dienen sollen.

Mit ihrer Aktion, Abstimmungs-Lokale zu besetzen, setzen sich die Befürworter gegen Gerichtsbeschlüsse hinweg. Nach diesen ist die bevorstehende Unabhängigkeits-Abstimmung illegal. Deshalb müssten die Abstimmungslokale geschlossen werden.

Nach Angaben der spanischen Regierung wurde die technische Infrastruktur für die Abstimmung zerstört. Nun sei es «absolut unmöglich» die Abstimmung durchzuführen.

Laut dem höchsten Vertreter der spanischen Zentralregierung in der Region, Enric Millo, hat die Polizei das Telekommunikations- und IT-Zentrum der Regionalregierung durchsucht und die für die Abstimmung nötige Software zerstört. Diese Software ist dafür da, die über 2300 Abstimmungslokale zu verbinden und Resultate zu teilen. Sie ist zudem für das Online-Voting notwendig.

Abstimmung soll in Schulen stattfinden

Die Zentralregierung hat Tausende Polizisten in die Region Katalonien geschickt, um die Abstimmung am Sonntag zu verhindern. Bis Sonntagmorgen, 6 Uhr, müssen nach dem Regionalpolizeichef alle Abstimmungslokale geschlossen sein.

Die Katalanen sollen nach den Organisatoren aber am Sonntag ab 9 Uhr abstimmen können. Gemäss der Zeitung «el País» haben sich Elternvereine dafür stark gemacht, Schulen über das Wochenende geöffnet zu lassen, damit am Sonntag darin die verbotene Abstimmung trotzdem stattfinden kann.

Bereits letzte Nacht haben zudem Leute in Schulen übernachtet, um die drohende Schliessung zu hindern.

Zentralregierung hofft auf Frieden, bleibt aber streng

Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont zeigt sich überzeugt, dass die Behörden der Region das Referendum trotz gerichtlicher Verbote durchführen können. In den mehr als 2000 Abstimmungslokalen sei alles dafür vorbereitet.

Auch die Zentralregierung in Madrid hofft, dass der Sonntag friedlich verläuft. Sie bekräftigt allerdings, dass es keine Abstimmung geben wird und die Organisatoren mit einem Strafverfahren rechnen müssten.

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57 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Auch in der Schweiz würde es nicht goutiert, wenn z.B. das Wallis für sich Wahlen für die Loslösung aus der Schweiz durchführte, um sich dann als eigenst. Land zu erklären. Da gäbe es erst langwierige Verhandlungen für den Konsens mit der übrigen Schweiz. Der grösste Teil der Walliser würde sich nicht von der CH abspalten wollen - und so ist es wohl auch in Katalonien. Dass die Katalanen, wie von den Separatisten verkündet, den spanischen Pass neben einem katalanischen behalten, ist illusorisch.
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Weshalb funktioneren eigentlich diese Demokratien nicht wie Familien? In Familien wollen Kinder auch irgendwann auf eigenen Beinen stehen & liebevolle Eltern lassen sie es ausprobieren. Funktioniert es nicht, werden sie deswegen ja auch nicht ausgestossen & sie dürfen, wenn sie wollen wieder in den Schoss der Familie zurück kehren. Spaniens Regierung erinnert an frühere Jahrzehnte, wo die Väter das Sagen hatten & nur ihr Wort hatte Gültigkeit. Wer dagegen aufbegehrte wurde bestraft.
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    1. Antwort von M. Berger (Mila)
      Ein Staat ist eben keine Familie! Ein moderner Staat wird aus Regionen mit gleichen Rechten und Pflichten gebildet, die gemeinsam die Regeln, genannt Verfassung aufstellen, welche von allen einzuhalten und zu respektieren sind. Und genauso ist es mit Spanien, siehe "spanische Konstitution".
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber grad in der EU in Brüssel spricht man doch gerne immer wieder von Familie. Und alle Länder in der EU haben sich lieb & sind beste Freunde. Aber niemand darf aufmüpfig werden, dann werden Schläge erteilt. Gelesen habe ich kürzlich: "Das 21. Jahrhundert unterscheidet sich überhaupt nicht vom 16./18. Jahrhundert." Technisch hat sich der Mensch zwar weiterentwickelt, aber in seiner Natur, andere beherrschen zu wollen eben nicht.
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  • Kommentar von Stefan Flückiger (Stefan Flückiger)
    Mich würde ja das politische Programm der Unabhängigkeitsbefürworter interessieren. Was haben sie für die Zukunft geplant, um genügend Arbeitsplätze für die Einwohner zur Verfügung zu haben? Welche Währung wollen sie benutzen? etc. etc. Ich vermute einfach, die Leute, die die Unabhängigkeit wollen, stellen es sich zu einfach vor. Auch wenn bedeutende Wirtschaftszweige dort sind, werden die wohl schnell abziehen, da sie auf einmal nicht mehr in der EU wären. Fragen über Fragen.
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    1. Antwort von M. Berger (Mila)
      Stefan Flückiger - gut bemerkt! Auch mich interessieren diese und andere Punkte! Zum Beispiel, welche Lösungen die Sparatisten bereithalten für alle die Einwohner und Mitbürger, welche gegen die Trennung sind. Werden die ihre Posten in staatlichen Unternehmen behalten? Einige bedeutende private Unternehmen haben sich schon aus Katalonien verabschiedet. Wo werden diese Leute beschäftigt? Etc.etc.
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