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Vor Libyens Küste Abschleppaktion von führerlosem Gastanker scheitert erneut

  • Vor der libyschen Küste treibt seit Anfang März der beschädigte Tanker «Arctic Metagaz».
  • Ein erneuter Versuch, den Tanker unter Kontrolle zu bringen, ist gescheitert.
  • Bei einem Leck droht eine Umweltkatastrophe im Mittelmeer.

Im Mittelmeer, nördlich der Küstenstadt Bengasi, treibt noch immer ein beschädigter Flüssigerdgas-Tanker. Beim Versuch, das Schiff am Mittwoch abzuschleppen, sei ein Kabel gerissen – ausgelöst durch schlechtes Wetter, wie die libysche Hafen- und Seefahrtsbehörde in Tripolis mitteilte. Seither treibt der 277 Meter lange Tanker erneut frei auf offener See. Das Schiff sei «komplett ausser Kontrolle».

Die Lage bleibt angespannt. An Bord lagern grosse Mengen Flüssiggas und mehrere hundert Tonnen Treibstoff. Wird der Rumpf beschädigt oder tritt Gas aus, droht eine Umweltkatastrophe im Mittelmeer. Die Behörden rufen die Schiffe in der Region auf, grossen Abstand zu halten – mindestens fünf Seemeilen. Wer Gasgeruch, Rauch oder Veränderungen am Schiff bemerke, solle dies sofort melden.

Bereits der zweite gescheiterte Abschleppversuch

Der Tanker treibt seit Anfang März führerlos durchs Mittelmeer. Nach Explosionen geriet er vor der libyschen Küste in Brand. Russland macht die Ukraine dafür verantwortlich und wirft ihr vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Kiew äusserte sich dazu nicht. Die 30-köpfige Besatzung konnte gerettet werden.

Schon Anfang April hatte ein Schlepper versucht, den Tanker in Richtung Küste zu ziehen. Der libysche Staatskonzern National Oil Corporation teilte mit, dafür eine Spezialfirma beauftragt zu haben. Doch auch dieser Einsatz brach ab, erneut wegen rauer See. Es ist der zweite Rückschlag innerhalb weniger Wochen.

SRF4 News, 23.04.2026, 13:30 Uhr ; 

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