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Vorfälle in Pennsylvania Vatikan bestürzt über Missbrauchsvorwürfe

Legende: Video Der Vatikan zum Missbrauch abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.08.2018.
  • Der Vatikan reagiert bestürzt auf einen neuen Bericht aus Pennsylvania, der mehr als 300 Priester des Kindesmissbrauchs bezichtigt.
  • Zum Bericht gebe es nur zwei Worte: «Scham und Bedauern», teilte der Heilige Stuhl mit.

Die im Bericht der Staatsanwaltschaft angeführten Missbrauchsfälle seien «kriminell und moralisch verwerflich», erklärte Vatikan-Sprecher Greg Burke. Den Opfern sei ihr Stolz und ihr Glauben geraubt worden.

Papst stellt sich zu Opfern

Die Kirche müsse «harte Lektionen» aus ihrer Vergangenheit ziehen. Die Verantwortlichen sollen laut Burke zur Rechenschaft gezogen werden. Der Papst stehe an der Seite der Opfer, sie seien «seine Priorität».

Die Kirche wolle die Opfer anhören, um den «tragischen Horror, der das Leben der Unschuldigen zerstört», auszumerzen.

Papst und Donald Wuerl
Legende: Involviert in den Skandal: US-Kardinal Donald Wuerl, hier im April 2015 mit Papst Franziskus im Vatikan. Keystone

Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Josh Shapiro wirft im Bericht Vertretern der katholischen Kirche im US-Gliedstaat Missbrauch, Vergewaltigung und gezielte Vertuschung vor. Shapiro sprach vom bisher umfassendsten in den USA veröffentlichten Bericht zu Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche.

Kam es zur Vertuschung?

Mehr als 300 Priester stehen unter Verdacht, darunter auch hochrangige Kirchenvertreter. Bisher wurden rund 1000 Opfer identifiziert.

Zu dem Bericht haben eine halbe Million Dokumente beigetragen, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten wurden. Der Bischof von Pittsburgh David Zubik bestritt am Donnerstag eine systematische Vertuschung. Er entschuldigte sich jedoch für die Geschehnisse.

Der Erzbischof von Washington und frühere Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Donald Wuerl, hatte bereits zu Wochenbeginn in einem Brief an den Klerus davor gewarnt, der Bericht werde "grundlegend erschreckend" sein.

Der Bericht, der alles ins Rollen brachte

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  • Zu dem Bericht haben eine halbe Million Dokumente beigetragen, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten worden waren.
  • Die Ermittler in Pennsylvania hatten sich mit juristischem Druck Zugang verschafft.
  • Mehrere der identifizierten Geistlichen hatten sich gegen die Veröffentlichung ihres Namens gewehrt, was die Publikation des Berichts verzögert hat.
  • Insgesamt stehen mehr als 400 Priester unter Verdacht.
  • Darunter seien auch hochrangige Kirchenvertreter.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Ist eine pädophile Veranlagung ein Grund,Priester zu werden?Oder wird man pädophil durch die Ausübung dieses Berufes?Auf diese Analyse warten viele schon lange. Im ersten Fall versagt das Auswahlverfahren,im Zweiten die Arbeitsbedingungen.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Bin dafür, in der Schweiz eine grosse Demo mit den folgenden Voten als Zeichen an den Vatikan zu organisieren: 1. Abscheu wegen all den sexuellen Missbräuchen ausdrücken 2. Für die Abschaffung des Zöllibats plädieren 3. Die Aufhebung des frauendiskriminierenden Priesterinnen-Verbots verlangen. Vielleicht würde es dann in der Folge ähnliche Demos in andern Ländern geben. So könnte internationaler Druck auf die obersten Instanzen im Vatikan aufgebaut aufgebaut werden, sich endlich zu bewegen.
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  • Kommentar von Karl Paul (Karl Paul)
    "Vatikan bestürzt über Missbrauchsvorwürfe" - Verstehe ich richtig?! Ist der Vatikan nun bestürzt über die Missbräuche oder etwa die Vorwürfe?
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    1. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Genau das habe ich in einem meiner Kommentare auch vermerkt. Denke es ist eine sprachlich falsche Aussage, die auch SFR korrigieren sollte. Aber auch, wenn sich der Papst und der Vatikan bestürzt zeigt über die Missbräuche ist das nur scheinheilig, heuchlerisch, ja fast schon zynisch gegenüber all den Opfern. Die Herrin im Vatikan wussten schon lange darüber Bescheid, schauten weg, schwiegen oder vertuschten. Sie sind daher alle mitschuldig.
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