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Der WWF hat ein Problem mit den Menschenrechten
Aus SRF 4 News aktuell vom 03.05.2019.
abspielen. Laufzeit 04:03 Minuten.
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Vorwürfe gegen den WWF Viel guter Wille – aber mangelhafte Umsetzung

Der WWF setzt sich zwar für das Wohl der Tiere ein. Doch bei den Menschenrechten hapert es. Das zeigt ein Bericht.

Im März hatte das Online-Magazin Buzzfeed Erschreckendes aufgedeckt. Im Kongo und Nepal soll der WWF militante Gruppen finanziert haben, die Dörfer überfallen, Einheimische vergewaltigt oder gar ermordet haben sollen.

Eine externe UNO-Kommission untersucht nun diese Vorwürfe. Markus Löning ist ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der deutschen Regierung. Er hat mit seinem Team im Auftrag des WWF Deutschland einen Bericht erstellt.

Kein Handbuch für Mitarbeitende

Er habe beim WWF insgesamt viele gute Ansätze gefunden, sagt er gegenüber SRF: «Es gibt zu allem eine Vorschrift, eine Regel. Es gibt vor allem auch viel guten Willen, die Menschenrechte zu achten.» Doch dem stünden Implementierungsdefizite gegenüber: «In der Praxis wird etwas oft nicht so umgesetzt, wie es umgesetzt werden sollte.» Das heisst: Zahlreiche Projektleiter vor Ort wüssten gar nicht, dass es solche Vorschriften gibt.

WWF Schweiz will Empfehlungen umsetzen

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«Wir begrüssen diesen Bericht sehr, weil es der erste Input ist für die unabhängige Untersuchung, die jetzt im ganzen WWF stattfindet», sagt Thomas Vellacott, Chef von WWF Schweiz. Er zeige erste Punkte auf, wo die strengen Richtlinien der Tierschutzorganisation zur Anwendung kommen, aber auch wo es noch Lücken und auch Handlungsbedarf gebe. «Dieser Bericht ist ein erstes Puzzleteil einer viel grösseren Untersuchung, die von WWF International gemacht wird, in die wir einbezogen sind, an der wir beteiligt sind, und deren Empfehlungen wir selbstverständlich auch umsetzen werden.»

Im Vergleich mit anderen Organisationen oder Unternehmen sei dieser Befund nicht aussergewöhnlich, so Löning. «Das Gute war, zu sehen, dass die Mitarbeiter des WWF selbst schockiert waren und nun sehr motiviert sind, zu sagen: ‹Das darf bei uns nicht vorkommen. Wir wollen das ändern.›» Das sei der wichtigste Faktor, den es brauche, um Veränderungen voranzubringen.

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