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Impfen als Hilfe für eine gewisse Mobilität
Aus SRF 4 News aktuell vom 29.12.2020.
abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
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Während Teil-Lockdown Israel will seine Bevölkerung in Rekordtempo impfen

  • In den vergangenen zehn Tagen sind laut Gesundheitsministerium bereits rund eine halbe Million Israelis gegen das Coronavirus geimpft worden.
  • Am Sonntagnachmittag war ein dritter Teil-Lockdown in Kraft getreten, der zunächst für zwei Wochen dauern soll.
  • Die Corona-Infektionszahlen in Israel sind unterdessen auf dem höchsten Stand seit drei Monaten.
  • Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 5449 neue Fälle registriert worden.

Die Impf-Kapazitäten sollen noch stark erhöht werden, pro Tag sollen 150'000 Personen geimpft werden, im Moment sind es 60'000 Personen pro Tag. «Man will den dritten Lockdown nutzen, um dieses Projekt voranzubringen», sagt Gisela Dachs, Journalistin in Tel Aviv.

Den Grund, warum sich so viele und auch viele alte Leute impfen lassen wollen, sieht die Journalistin in der Einsamkeit der Menschen: «Fragt man die alten Leute, warum sie sich so schnell impfen lassen wollten, sagen sie in der Regel, weil sie ihre Kinder wieder umarmen wollen.» Sie hätten genug davon, allein zu Hause oder in Altersheimen herumzusitzen.

Manchmal fehlt es in Israel an langfristiger Planung, aber kurzfristige Projekte gelingen.
Autor: Gisela DachsJournalistin in Tel Aviv

Dass es mit den Impfungen so schnell geht, erklärt Gisela Dachs auch mit der Krisenerprobtheit der Israeli: «Manchmal fehlt es in Israel an langfristiger Planung, aber kurzfristige Projekte gelingen. Man hat es geschafft, mit einem Gesundheitswesen, das eigentlich präventiv arbeitet und im Vergleich zu Europa weniger Betten hat, relativ viele Stationen aufzubauen.»

Menschen in Israel warten darauf, geimpft zu werden.
Legende: Menschen in Israel warten darauf, geimpft zu werden. Keystone

Dass es so schnell gehe, könne auch daran liegen, dass man sich in man sich zum Teil in diesen Impfstationen gar nicht hinsetzen könne. Man werde stehend geimpft. «Und es hilft auch, dass das Wetter schön ist und dass man draussen impfen kann.»

Das Impf-Tempo in Israel habe auch mit der schnellen Mobilisierung der Menschen zu tun. Sie selbst sei beispielsweise per SMS aufgefordert worden, freiwillig an einem Testprogramm zur Entwicklung eines eigenen Impfstoffes teilzunehmen.

Lust aufs Fliegen

Einen weiteren Grund, warum in Israel viele Menschen so impffreudig sind, sieht die Journalistin im Flugverkehr. Fliegen sei nun mal die einzige Möglichkeit, aus Israel herauszukommen. «Die Leute wollen wieder fliegen. Man ist sicherer, wenn man geimpft ist. Oder vielleicht scheint es auch nur einfacher, bald wieder zu fliegen, wenn man geimpft ist.»

SRF 4 News, 29.12.2020; 06.40 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Frank  (Europäer)
    Palästinenser auch? Das ist der Preis in fremden Haus einquartiert zu sein
  • Kommentar von Michael Thiel  (Michael Thiel)
    Wieso hat Israel sowiel mehr Impfstoff?
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Wenn wir in der Schweiz 8 Mio Einwohner impfen, dann dauert das:

    bis zum 19.07.2021 bei 40'000 pro Tag
    bis zum 22.07.2021 bei 30'000 pro Tag
    bis zum 04.02.2022 bei 20'000 pro Tag
    bis zum 16.06.2022 bei 15'000 pro Tag
    bis zum 10.03.2023 bei 10'000 pro Tag
    bis zum 19.05.2025 bei 5'000 pro Tag

    Die Schweiz wäre also gut beraten, in dieser Sache ein paar Gänge hoch zu schalten.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      bis zum 22.09.2021 bei 30'000 pro Tag