Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen in Bayern Das Ende von Söders Alleinherrschaft

Die CSU ist laut Umfragen im Sturzflug. Davon profitiert die AfD. Aber so richtig gute Laune haben eigentlich nur die Grünen.

Legende: Audio Wunsch nach Wechsel in Bayern abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
02:25 min, aus HeuteMorgen vom 12.10.2018.

«Meine Damen und Herren, sind wir uns einig: Bayern ist mit Abstand das schönste Land der Welt!», ruft CSU-Ministerpräsident Markus Söder. Recht hat er in den Augen der meisten in Bayern, aber viele verbinden das nicht mehr mit der CSU. Sie liegt in den Umfragen bei rund 35 Prozent.

Das entspricht einem Wählerverlust von etwa einem Drittel gegenüber den letzten Wahlen im Jahr 2013. Die Alleinregierung der CSU ist damit Vergangenheit. Grund ist nicht die Wirtschaft: Dem Bundesland geht es glänzend.

Grund sind ewige Streitereien unter den Führungsleuten in München und Berlin; Grund sind die Drohungen der CSU in der Flüchtlingskrise, die der jetzige Innenminister und CSU-Parteichef Horst Seehofer nie wahrgemacht hat.

Grüne profitieren von CSU-Schwäche

Seehofers Stuhl wackelt denn auch am stärksten. Profiteure sind die Grünen. Sie liegen in den Umfragen bei rund 18 Prozent und würden bei diesem Resultat ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Spitzenkandidatin Katharina Schulze hat Ambitionen: «Ich bin in die Politik gegangen, weil ich ehrlich gesagt nicht in Schönheit am Spielfeldrand sterben möchte. Warum macht man sonst Politik?»

Wählerwanderung zur AfDt

Ob die Grünen mit der CSU eine Koalition bilden, ist offen. Für die CSU wäre es wohl die letzte Option. Zuerst werden sie mit den konservativen Freien Wählern und der FDP zusammengehen. Oder sogar mit der SPD, die – auch auf Bundesebene – so schwach ist, dass sie eine angenehme Partnerin wäre.

Zu den Gewinnerinnen der Wahl wird dagegen die AfD zählen, auch wenn sie nicht so stark ist wie die Grünen. Oder wie es die AfD-Spitzenkandidatin Kathrin Ebner-Steiner ausdrückt: «Die AfD ist die Strafe Gottes für die CSU.»

Die AfD wird am Sonntag erstmals in den bayerischen Landtag und Ende Monat auch ins hessische Landesparlament einziehen. Die Resultate in Bayern und in Hessen werden auch darüber entscheiden, ob die Grosse Koalition in Berlin Bestand haben wird oder nicht. Denn in Deutschland herrscht eine gewisse Lust am Untergang, ein Wunsch nach Wechsel.

Legende: Stimmenanteil der AfD bei den Landtagswahlen in den Bundesländern. SRF

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

39 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von B. Moser (moser.b)
    Man Versucht hier auch ein wenig Schwarz/Grün herbei zuschreiben. Der Traum für Angela Merkel! Doch wenn wir die Umfragen anschauen, dann muss man feststellen, Links bleibt etwa gleich stark und rechts bleibt etwa gleich stark. Es ändert sich nur in den Blöcken, von Rot zu Grün und Schwarz zur AFD, hauptsächlich etwas.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Ziemlich verfilzt alles im Freistaat Bayern und löchrig wie Ihr Emmentaler Käse. Die Demokratie lebt zwar vom Wechsel, allerdings ist Schwarz-grün im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, hoffentlich brütet der Wähler respektive der Söder da kein solches Kuckucksei aus. Nachdem die CSU mit der AfD nicht will, kommen bei der Wahl hoffentlich andere vernünftige Konstellationen als mit den Grünen raus.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Gemäß Söder wollen solche, die mit NPD , Pegida und gewaltbereiten Hooligans mitlaufen keinen sichereren Staat sondern wollen den Staat für ihre Belange destabilisieren. Damit hat Söder nicht unrecht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Planta: Die sogenannten Volksparteien, bzw solche, die es waren, sehen ihre Felle mehr und mehr davon schwimmen, weil sie sich von der Bürgerschaft abgehoben haben und wir eine Bundeskanzlerin haben, die einen bar jeglicher Visionen wirklich nicht vom Hocker reißt. Ich höre mir auch die Reden Meuthens, Gaulands, von AfD Politikern auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene an und sie verfolgen eben patriotische Ziele mit Deutschland als Nation, die es gilt zu bewahren. Da sehen welche braun
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Solche Kreise verfolgen keine patriotische Ziele. Die wollen den Nationalismus restaurieren. Mit dem Nationalismus ist das Reich schon zweimal nahe an den Abgrund gefahren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Planta: In der AfD gibt es viele übergetretene frühere CDU-Politiker und gar welche aus der SPD und diese vertreten dieselben politischen Auffassungen wie vorher und haben sich nicht "verbogen" . Außerdem ist die AfD eine legale demokratische Partei, die aus demokratischen Wahlen hervorgegangen ist und mit Abgeordneten im Bundestag vertreten ist. Ist wohl "Futterneid" ihr ein braunes Mäntelchen umhängen zu wollen. Aber schließlich entscheidet der Wähler an der Wahlurne.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    Eigengoal das dauernde kritisieren gegen die demokratisch gewählten Politiker. Vielleicht mal die Wähler kritisch unter die Lupe nehmen u sich Fragen warum das so ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen