Zum Inhalt springen

Wahlen in Simbabwe Staatschef Mnangagwa gewinnt Präsidentenwahl

Das Wichtigste in Kürze

  • Simbabwes Staatschef Emmerson Mnangagwa hat die Präsidentenwahl gewonnen.
  • Er habe 50,8 Prozent der Stimmen erhalten, Oppositionsführer Nelson Chamisa habe 44,3 Prozent erhalten, teilte die Wahlkommission mit.
  • Am Mittwoch waren bei Protesten von Oppositionsanhängern mindestens sechs Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.
  • Die Opposition will das Wahlergebnis nicht anerkennen. Die Strassen von Harare waren in der Nacht zum Freitag zunächst ruhig.
Legende: Video Simbabwe: Wahlkommission bestätigt Mnangagwas Wahlsieg abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.08.2018.

In Simbabwe hat Staatschef Emmerson Mnangagwa von der Regierungspartei Zanu-PF die historische Präsidentenwahl gewonnen. Er erhielt 50,8 Prozent der Stimmen und erzielte somit knapp die Mehrheit, wie die Wahlkommission am frühen Freitagmorgen verkündete. Oppositionsführer Nelson Chamisa von der Partei MDC habe 44,3 Prozent der Stimmen erhalten.

«Dies ist ein Neubeginn», twitterte der 75-Jährige am Freitagmorgen:

Die Befürchtung war gross, dass der Sieg des 75-Jährigen blutige Unruhen auslösen würde. Noch vor der Verkündung hatte Chamisa (40) erklärt, er wolle im Falle eines Sieges von Mnangagwa das Ergebnis anfechten. «Wir akzeptieren die Ergebnisse nicht», sagte denn auch MDC-Sprecherin Thabitha Khumalo. «Dies ist Wahlbetrug.»

Bereits am Mittwoch gingen Sicherheitskräfte hart gegen protestierende Oppositionsunterstützer vor, dabei starben sechs Menschen. Die Bereitschaftspolizei setzte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tränengas ein, auch waren Schüsse zu hören.

Emmerson Mnangagwa bei einem Wahlkampfauftritt.
Legende: Interimspräsident Emmerson Mnangagwa gewinnt die historischen Wahlen in Simbabwe. Reuters

Bei der Parlamentswahl, die ebenfalls am Montag stattgefunden hatte, sicherte sich Mnangagwas seit 1980 regierende Partei Zanu-PF eine solide absolute Mehrheit der Sitze.

Simbabwe steht vor enormen Herausforderungen

EU-Wahlbeobachter hatten die Wahlen am Mittwoch insgesamt als frei, aber wegen der Nutzung staatlicher Ressourcen und der parteiischen Berichterstattung der amtlichen Medien zugunsten der Regierung als nicht fair bezeichnet.

Für das verarmte Simbabwe war die Wahl eine Richtungsentscheidung: Mnangagwa war unter Mugabe viele Jahre Minister und später dessen rechte Hand gewesen. Chamisa hingegen, ein eloquenter Pastor, steht für einen Neuanfang.

Das Ende der Ära Mugabe

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
Das Ende der Ära Mugabe

Die historische Wahl war die erste ohne Robert Mugabe (94), der fast vier Jahrzehnte lang an der Macht war. Einst als Freiheitskämpfer gefeiert, stürzte er das Land im Süden Afrikas in eine tiefe Krise, in der es heute noch steckt: eine kaputte Wirtschaft, Rekordarbeitslosigkeit. Im November putschte dann das Militär und zwang Mugabe zum Rücktritt.

Mnangagwa steht vor enormen Herausforderungen. Infolge von Mugabes gescheiterter Wirtschaftspolitik ist Simbabwes Wirtschaftsleistung heute der Weltbank zufolge mit rund 900 US-Dollar pro Kopf niedriger als 1980, es herrscht Rekordarbeitslosigkeit.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Zahlreiche Tote und Verletzte. Es lebe demokratische Wahlen... Meinungsfreiheit wird dann relevant, wenn alle genug zu Essen und grundlegende Schulbildung haben. Alles andere ist blinde Ideologie des Westens.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von B. Moser (moser.b)
      Deshalb schaut ein guter Staat(spräsident) auch dafür, dass man Bauern enteignet und Nobodys die Farmen führen oder man macht Kolchosen. Dann hat man mehr Gerechtigkeit und alle müssen wirklich hungern und es braucht dann auch keine Meinungsfreiheit mehr. Aber schauen wir es doch einmal positiv an. In den USA werden vorher die Wahlen mit dem Internet manipuliert, in Simbabwe ist dies nicht notwendig!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
      @Moser: warum so zynisch? Vietnam hat keine Demokratie, aber seit den grauenhaften Bombardierungen durch die USA hat sich das Land erholt, Hunger ist Vergangenheit, Bildung steigt. Der Schlüssel waren Stabilität und Geburtenkontrollen. Das braucht Afrika, nicht Wahlen und humanitäre Hilfe in alle Ewigkeit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen