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Wahlergebnisse bekannt Islamistische Ennahda-Partei gewinnt Parlamentswahl in Tunesien

  • Die Partei Ennahda ist als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl in Tunesien hervorgegangen – trotz Verlusten.
  • Die Wahlkommission hat am Mittwochabend die vorläufigen Ergebnisse des Urnengangs vom vergangenen Sonntag bekanntgegeben.
  • Demnach sicherte sich die moderat islamistische Ennahda 52 der 217 Parlamentssitze – was 23,9 Prozent der Stimmen entspricht.
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Aus dem Archiv: Tunesien wählt ein neues Parlament
Aus Tagesschau vom 06.10.2019.
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Die Ennahda ist damit auf ein Bündnis mit anderen Parteien angewiesen, um das nordafrikanische Land regieren zu können. Mit 38 Mandaten kam die neugegründete Partei «Qalb Tounes» (Herz Tunesiens) des Präsidentschaftskandidaten Nabil Karoui auf Platz zwei.

Tunesien steht wegen des Wahlergebnisses – die dritt- und viertplatzierten Parteien holten 22 und 21 Sitze – eine schwierige Regierungsbildung bevor. Während die etablierte Ennahda deutlich an Stimmen verlor, schnitt «Qalb Tounes» stark ab. Bislang hatte die Ennahda gemeinsam mit der Mitte-Partei «Nida Tounes» der verstorbenen Staatspräsidenten Beji Caid Essebsi die Mehrheit im Parlament.

Stichwahl im Präsidentenamt

Nabil Karoui, Parteichef der «Qalb Tounes», tritt kommenden Sonntag in einer Stichwahl um das Präsidentenamt gegen den Verfassungsrechtler Kais Saied an. Beide sind politische Aussenseiter.

Karoui war wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche festgenommen worden und war wochenlang in Haft, kam am Mittwoch aber wieder auf freien Fuss. Karoui war mit 15,6 Prozent der Stimmen knapp hinter Saied (18,4 Prozent) in die Stichwahl eingezogen.

Nabil Karoui freut sich nach seiner Freilassung
Legende: Präsidentschaftsanwärter Nabil Karoui wurde am Mittwoch freigelassen. Keystone

Im Gegensatz zur Wahl des Staatsoberhaupts war die Parlamentswahl in der Bevölkerung auf geringes Interesse gestossen. Es war die zweite Parlamentswahl in Tunesien, seitdem sich das Land 2014 im Gefolge des Arabischen Frühlings eine neue Verfassung gab.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Da haben wir schon wieder ein Beweis. Nordafrika gehört zum muslimischen Osten und hat mit Europa nichts zu tun. Der Westen muss sich endlich klar von den Moslems abgrenzen. Das heisst ja nicht, dass der Islam nicht seine Berechtigung hat. Aber bestimmt nicht bei uns in der Christlichen Welt. Wenn wir das zulassen, wäre das der Untergang von unseren westlichen Ländern. Es ist besser wenn wir uns getrennt halten, denn bei uns sind Schweine nun einmal nicht "schmutzige" Tiere,sondern liebenswert.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    "Schöne Aussichten" im Schnellzugtempo zurück in die Steinzeit!
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Erdogans AKP nennt sich auch "moderat islamistisch". Wo das hingeführt hat in der Türkei und deren Nachbarländern sehen wir jeden Tag in den News. Schade für die weltoffenen Tunesier.
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    1. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      Ja, wirklich, dieser ominöse Wahlausgang tut mir so leid für das Land, in welchem ich vor Jahrzehnten zum ersten Mal die orientalische Kultur live kennenlernen durfte und es lieb gewonnen hatte. Ich denke mit Wehmut an die Zeiten zurück, als man noch unbeschwert in die arabische Welt reisen konnte. Ich hoffe sehr, dass es den Islamisten nicht gelingt, das
      noch Vorzeigeland Tunesien, in die Steinzeit zu treiben. Salam Tunisia!
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