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Wegen «Falschnachrichten» Trump stellt Lizenzen für TV-Sender in Frage

Nach einem Bericht über seine vermeintlichen Atomwaffenpläne verschärft der US-Präsident seine Angriffe auf die Medien.

  • Donald Trump bringt über Twitter einen möglichen Entzug der Senderechte für bestimmte US-Sender wegen der angeblichen Verbreitung von «Falschnachrichten» ins Spiel.
  • Hintergrund ist ein Bericht des Senders NBC News, wonach Trump eine drastische Aufstockung des US-Atomwaffenarsenals verlangt haben soll. Der Präsident dementierte dies energisch.
  • Die «Falschnachrichten», die von NBC und anderen Netzwerken verbreitet würden, seien «schlecht für das Land», liess Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter verlauten: «An welchem Punkt ist es angebracht, ihre Lizenz in Frage zu stellen?»

«Wann kann man eingreifen?»

Die Pressefreiheit ist durch die US-Verfassung geschützt. Doch bezog sich der Präsident möglicherweise auf die Vergabe von Sendefrequenzen durch die Behörden.

Einige Stunden später machte Trump bei einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau im Weissen Haus seinem Unmut über einen Teil der US-Medien nochmals Luft, ohne allerdings seine Idee eines Entzugs von Lizenzen erneut aufzugreifen.

Die Presse sei «enorm unehrlich», sagte Trump. Es sei «offen gesagt, widerlich», dass die Presse «in der Lage sei zu schreiben, was auch immer sie will».

Kritik an Berichten ohne Quelle

Der Präsident beschwerte sich darüber, dass Enthüllungsberichte über ihn verbreitet würden, die keine Quellen hätten. Die zitierten Quellen in diesen Berichten «existieren nicht», sie seien erfunden. In seinem Bericht über Trumps angebliche Äusserungen zum US-Atomwaffenarsenal bei einem Treffen im Sommer im Pentagon hatte sich NBC News auf drei nicht namentlich genannte Teilnehmer berufen.

Laut diesen von dem Sender zitierten Quellen soll Trump in der Sitzung eine nahezu zehnfache Vergrösserung des Atom-Arsenals verlangt haben. Die Forderung soll er vorgebracht haben, nachdem ihm eine Grafik über die graduelle Verringerung des US-Atomwaffenarsenals seit den sechziger Jahren gezeigt worden sei.

Trumps Verteidigungsminister dementiert NBC-Bericht

Trump bezeichnete den Bericht auf Twitter als «erfunden» und «reine Fiktion». Später sagte er bei seiner Begegnung mit Trudeau, er habe nie von einer Aufstockung des Atomwaffenarsenals gesprochen. Er habe vielmehr verlangt, dass das bestehende Arsenal in «perfektem Zustand» erhalten werde.

Unterstützung bekam Trump von seinem Verteidigungsminister Jim Mattis, der den Bericht ebenfalls dementierte. Es sei «absolut falsch», dass der Präsident für mehr US-Atomwaffen plädiert habe, erklärte der Pentagon-Chef. Diese Art von falscher Berichterstattung sei «verantwortungslos», fügte er hinzu.

Mit einer Aufstockung ihres Atomwaffenarsenals würden die Vereinigten Staaten gegen eine ganze Reihe von internationalen Abrüstungsverträgen verstossen.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    @ roe : es gibt ihn den guten journalismus, nur liegt er nicht einfach so auf der strasse. es gibt sie, diejenigen, die sich intensiv mit einem thema befassen und dann gut recherchierte bücher verfassen. es gibt sie die guten buchhandlungen, wo frau/mann schmökern und sich ein bild machen kann. es gibt sie die guten bibliotheken, die unsere vorschläge gerne aufnehmen. es gibt internetseiten, die weiter-, statt irreführendes material ins netz stellen. du sollst dir selber ein bild machen.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wenn jemand auf dieser Erde einen dritten Weltkrieg provoziert, sind es die Medien +die meisten Journalisten. Mit so viel "Lügenpresse" +"FakeNews" ist es kein Wunder, dass die Menschen, wie hier in den Kommentaren, zu den wildesten Hasstiraden gegen die grösste Weltmacht verführt werden. Wenn dann auch noch Kim aus Nordkorea so wild wird, wie die Kommentierer, dann könnte es wirklich "gute Nacht liebe Welt" heissen. Vielleicht ist es auch die Hoffnungslosigkeit, der Journalisten dazu verleitet!
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    "Die Westmedien werden ihren Lesern buchstäblich jede offizielle Äußerung unseres Staatsapparats als Wahrheit verkaufen, ohne selbst auf eine Beachtung der geringsten Beweisstandards Wert zu legen“. Um es mit anderen Worten auszudrücken, verfügen die Vereinigten Staaten von Amerika über keine unabhängigen Medien mehr. Vielmehr unterhält unsere Regierung ein Propagandaministerium zugunsten des Militär- und Sicherheitskomplexes, der Fraktion der Neokonservativen sowie der Israel-Lobby." !
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