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Weitere Deeskalation Trump will auf grosse Militärmanöver mit Südkorea verzichten

  • Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Hanoi senden die USA und Südkorea ein Zeichen der Entspannung.
  • Die beiden Verbündeten erklärten, ihre bisher grössten gemeinsamen Militärübungen einzustellen und durch ein kleineres Manöver zu ersetzen.
  • Das mehrwöchige Frühjahrs-Feldmanöver «Foal Eagle» sowie die parallel dazu laufende Kommandoschulung «Key Resolve» wurden in der Vergangenheit von Nordkorea stets scharf kritisiert.
Legende: Video Aus dem Archiv: USA und Südkorea simulieren Krieg abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.08.2017.

Das neue Manöver «Dong Maeng» (Allianz) werde am Montag beginnen und neun Tage dauern, teilte das gemeinsame Truppenkommando in Südkorea mit. Es handle sich um eine Kommandoübung. «Diese Übungen sind wichtig, um die Allianz aufrechtzuerhalten und zu stärken.» Wie viele Soldaten auf beiden Seiten daran teilnehmen, war zunächst unklar. Die USA haben in Südkorea 28'500 Soldaten als Abschreckung gegen Bedrohungen durch Nordkorea stationiert.

Zur Begründung für die Beendigung der grösseren Manöver erklärte das Pentagon, der Schritt spiegele den Wunsch beider Länder wider, «Spannungen zu reduzieren und unsere diplomatischen Anstrengungen zu unterstützen, um die komplette Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel» zu erreichen. Mit Denuklearisierung meinen beide Länder die vollständige und überprüfbare Abrüstung des nordkoreanisches Atomwaffenprogramms.

Verteidigungsminister billigen Einstellung

Ihre Frühjahrsmanöver lösten immer wieder heftige Proteste der kommunistischen Führung Nordkoreas aus, die den USA Angriffsvorbereitungen unterstellte. Die Regierungen in Washington und Seoul haben dies stets bestritten.

Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan und sein südkoreanischer Kollege Jeong Kyeong Doo hätten am Samstag bei einem Telefongespräche die Einstellung von «Foal Eagle» und «Key Resolve» gebilligt, hiess es aus dem Pentagon.

Die Entscheidung erfolgte nach dem mit Spannung erwarteten zweiten Gipfel von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un in Hanoi. Das Treffen endete am Donnerstag überraschend ohne Abschlusserklärung. Beide Seiten kamen sich in der zentralen Frage des Abbaus des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals nicht näher und widersprachen sich später bei der Begründung.

Trump zweifelte Nutzen an

Die USA und Südkorea hatten angesichts der Entspannung auf der koreanischen Halbinsel die Dauer der Frühjahrsübungen bereits im vergangenen Jahr verkürzt. An «Foal Eagle» nahmen in der Vergangenheit bis zu 300'000 südkoreanische und mehr als 10'000 US-Soldaten teil.

Trump hatte mehrfach den Nutzen der Militärübungen mit Südkorea in Frage gestellt. Insbesondere stiess er sich an den Kosten. Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar dafür aus, sagte Trump in Hanoi. Er warf Südkorea vor, den USA bei den Kosten nicht ausreichend zu helfen. Ähnliche Vorwürfe Trumps in der Vergangenheit wurden von Südkorea zurückgewiesen.

Infografik: Nordkoreas Raketen

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Angesichts der ganzen Kriegsverbrechen und Drohnenmorde der USA alleine in diesem Jahrhundert ist es schon sehr zynisch, Nordkorea Menschenrechtsverletzungen vorzuwerfen aus dem Westen. Natürlich gibt es diese Verbrechen in Nordkorea, nur gibt es viel mehr Opfer der USA, ohne dass dies Europa zu stören scheint.
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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Donald Trump ist meiner Meinung nach gut beraten, sich nicht “allzusehr“ mit Koreanischen Angelegenheiten zu befassen . Ich schrieb es schon vor einiger Zeit : Wer schießt schon gerne auf seinen Bruder ? Südkoreas Armee in Ehren , aber wie gesagt , obige Frage........
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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Der Verzicht auf Miliärmanöver kostet nichts, im Gegenteil, er erspart nur Geld. Und wenn man morgen anders aufgelegt ist, kann man innert kürzester Zeit wieder loslegen. Das ist also nur ein temporäres Zückerchen. Verglichen mit dem was von Kim verlangt wird, müssten die US ihre ganze Flotte verschrotten.
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    1. Antwort von Haller Hans (H.Haller)
      Es würde völlig genügen, wenn Kim-Jong-Un auf die A-Bomben verzichtet und internationale Kontrollen zu lassen würde. Dann könnten die Sanktionen aufgehoben werden. Mehr müsste Kim nicht machen, ausser eben vielleicht eine Oeffnung des Landes herbei führen. Nur dann ist es um diesen Sozi-Fürsten bald mal geschehen. - Also ich traure dem keine Träne nach. Und würde man Nordkorea kennen, fände man da auch noch andere.
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