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Weiterführung Atomprogramm Pjöngjang bezeichnet die USA als «grössten Feind»

  • Vor dem Regierungswechsel in den USA fordert Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit neuen Kampfansagen den künftigen amerikanischen Präsidenten Joe Biden heraus.
  • Beim achten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang bezeichnete Kim die Supermacht USA als «grössten Feind» und kündigte den Ausbau des Atomwaffenarsenals seines Landes an.
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Aus dem Archiv: Donald Trump meets Kim Jong-un
Aus Tagesschau vom 12.06.2018.
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«Die aussenpolitischen Aktivitäten müssen sich darauf konzentrieren, die USA zu unterwerfen», zitierten ihn die Staatsmedien. Den USA warf er erneut eine feindselige Politik vor.

Kim sagte in der ersten Stellungnahme des streng abgeschotteten Staates zum Wechsel der US-Präsidentschaft, er erwarte keine Änderung der Politik Washingtons gegenüber seinem Land. Das sei unabhängig davon, wer in den USA regiere. Biden wird am 20. Januar als neuer US-Präsident vereidigt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un
Legende: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat die USA als den «grösster Feind» bezeichnet. Reuters/Archiv

Mit seinen Äusserungen dämpft Kim vor dem Wechsel in Washington auch die Hoffnungen auf neue Impulse für die derzeit festgefahrenen Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm. Die Gespräche kommen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Kims mit dem abgewählten US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Insgesamt hatte Kim Trump drei Mal getroffen. Unter Bezugnahme auf die Treffen sagte Kim, die feindselige Politik der USA habe sich trotz der «Bemühungen» Nordkoreas verschlimmert.

Weiterentwicklung des Atomprogramms

Kim ging in seinem neunstündigen Bericht, den er Staatsmedien zufolge zwischen dem Kongressbeginn am Dienstag und Donnerstag vor Tausenden Delegierten vortrug, auf eine Reihe von Projekten ein, durch die die Streitkräfte gestärkt und das Atomwaffenarsenal einschliesslich «Erstschlags-» und «Vergeltungskapazitäten» erweitert werden sollen. Er betonte erneut, Nordkorea werde seine Atomwaffen nicht einsetzen, solange «feindselige Kräfte» nicht versuchten, das Land mit Nuklearwaffen anzugreifen.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen, die auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmen.

Kim forderte die Entwicklung taktischer Atomwaffen und von Interkontinentalraketen mit Feststoffantrieben. Auch müssten Spionagesatelliten und militärische Drohnen eingeführt werden. Sein Land bereite jetzt den Test und die Produktion verschiedener Waffen einschliesslich einer Rakete mit mehreren Sprengköpfen und «Überschall-Gleitflug-Sprengköpfen für einen neuen Typ ballistischer Raketen vor», wurde Kim weiter zitiert. Die Planungen für ein neues Atom-U-Boot seien nahezu abgeschlossen.

Bisherige Ziele nicht erreicht

Kim sprach auch über einen neuen Fünf-Jahres-Entwicklungsplan, der bei dem Parteikongress verabschiedet werden sollte. Der Kern des Plans sei «die Selbstständigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit». Zum Auftakt des Kongresses hatte Kim eingeräumt, die Ziele des alten, 2016 aufgestellten Fünf-Jahres-Plans seien nicht erfüllt worden. Formal ist der Kongress, der ursprünglich alle fünf Jahre stattfinden sollte, das wichtigste Gremium der Partei. Allerdings war der siebte Kongress im Mai 2016 der erste seit 36 Jahren gewesen.

SRF 4 News, 09.01.2021, 03:00 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Wenn man sich die Geschichte Koreas anschaut, dann soll man sich nicht wundern über die Angst vor den USA...
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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    "Die USA zu unterwerfen". Da hat er sich aber ein hohes Ziel gesetzt. Aber ihm wird wohl klar, dass unter Biden die Spannungen wieder höher werden, und die Gefahr eine Krieges stark ansteigt. Wir hoffen es nicht, aber die nächsten Jahre könnten in Nord Korea gefährlich werden. Unter Biden wird es im Asiatischen Raum zu einem Pulverfass kommen.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    " ..... bezeichnete Kim die Supermacht USA als «grössten Feind» und kündigte den Ausbau des Atomwaffenarsenals seines Landes an." Die USA sind auch die einzigen, welche es wagen das System in NK zu kritisieren. Und - berechtigt: Die Menschen im isolierten Land werden zunehmends in eine Abhängigkeit von der Regierung gedrückt und werden in ihrer Entwicklung degeneriert. Dass dies die UNO zulässt!!??
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    1. Antwort von Manu Meier  (Manuel Meier)
      Zunehmend in Abhängigkeit der Regierung gedrückt? Mehr geht da gar nicht mehr, da besteht reine Regierungsabhängigkeit. Kim ist eher dafür bekannt, das Land öffnen zu wollen. Doch ausser mit China, gelingt ihm das nicht. Und jetzt nach Trump, wird eh alles wieder kaputt gehen.
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