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Lage in Schweden entspannt sich
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.07.2020.
abspielen. Laufzeit 05:50 Minuten.
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Weniger Infizierte Corona-Situation in Schweden verbessert sich – wegen Sommerferien

Was die Coronafälle betrifft, steht Schweden im europäischen Vergleich schlecht da. Doch das könnte sich nun ändern.

Worum geht es? Schweden hat bei der Bekämpfung des Coronavirus einen Sonderweg gewählt, der weltweit für Aufsehen sorgte. Das skandinavische Land hat auf einen harten Lockdown verzichtet. Stattdessen setzte es auf Massnahmen wie das Verbot für Veranstaltungen mit über 50 Personen. Was die Anzahl Coronafälle betrifft, verzeichnet Schweden deutlich mehr infizierte Personen und Tote pro Kopf als die meisten anderen europäischen Länder.

Wie sieht die Lage aktuell aus? Die Situation scheint sich zu entspannen. Im Vergleich zu vor einem Monat gibt es jetzt zehnmal weniger neue Infektionsfälle, kaum mehr Einweisungen in die Spitäler und auch vergleichsweise nur noch wenige neue Todesfälle. Am Montag wurden neun Coronatote verzeichnet: Das ist gegenüber dem Höhepunkt der Pandemie Mitte April eine sehr tiefe Zahl. Damals waren es täglich bis zu 150 Todesfälle.

Was sind die Gründe für den Rückgang? Die Gesundheitsbehörde teilte mit, dass die Kurve der aktiven Fälle seit Mitte April wieder abflacht. Bei den Neuinfektionen gab es jedoch Mitte Juni einen Höhepunkt. Daraufhin wurden die Testaktivitäten erhöht. «Jetzt sagt man, die Massnahmen vom Abstandhalten über die Handhygiene bis zum Schutz der Risikogruppen zu greifen beginnen», erklärt Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann.

Die Städte sind leer.
Autor: Bruno KaufmannNordeuropa-Korrespondent

Weshalb sinken die Zahlen gerade jetzt? Im Hochsommer halten sich viele Schwedinnen und Schweden nicht mehr an den gleichen Orten in den Städten und im ÖV auf. «Schweden hat viel Platz, und in diesem Jahr ist man unter sich, und deshalb sind jetzt die Städte leer», sagt Kaufmann. «Viele Schweden sind auf dem Land und dort ist das Abstandhalten viel einfacher.» Dies trage sicher einen Teil dazu bei, dass derzeit weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Was bedeutet das für den Tourismus? Touristen aus dem Ausland gibt es kaum mehr. «Ich war vor wenigen Tagen selbst unterwegs auf eine Fähre von Deutschland nach Schweden, die normalerweise in dieser Jahreszeit ausgebucht ist», sagt Kaufmann. «Jetzt waren es einige wenige Dutzend Passagiere, ein paar Lastwagen. Da hat man schon gemerkt, dass dieser Sommer ganz anders ist als andere.» Gleichzeitig füllen sich die Küstenorte und die Inseln. Dort hat man wiederum Probleme mit dem Abstandhalten.

Dieser Sommer ist ganz anders.
Autor: Bruno KaufmannNordeuropa-Korrespondent

Welche Reisemöglichkeiten haben die Schweden? Die Schweden sind vielerorts nicht willkommen. Die nordischen Länder halten die Grenze immer noch zu. Gestern haben Deutschland und Polen bekannt gegeben, dass man jetzt als Schwedenreisender wieder ohne Quarantäne einreisen könne. In der Schweiz gilt diese Quarantäne immer noch für Besucher aus Schweden.

Wie entwickeln sich die Fallzahlen weiter? «Es ist eine offene Frage, was passieren wird, wenn die Menschen vom Land in die Stadt zurückkehren, wenn die Züge und die U-Bahnen wieder voll sind», sagt der Nordeuropa-Korrespondent. «Es wird sich in ein, zwei Monate zeigen, ob Schweden mit seinem Vorgehen anders oder besser fährt als andere Länder.»

SRF 4 News, 15. Juli 2020, 06:20 Uhr;

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69 Kommentare

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  • Kommentar von Lungile Gyger  (Lu Gyger)
    Was in der nicht-schwedischen Berichterstattung häufig vergessen geht ist die politische Situation in Schweden. Die Regierung hatte schlichtweg nicht die Möglichkeit, dieselben Maßnahmen durchzusetzen wie ihre Nachbarländer, da die Kompetenzen anders geregelt sind (sehr dezentral). Ein nationales Notrecht existierte bis zur Coronakrise noch gar nicht. Ein Beispiel für dieses politische Durcheinander ist die Testkapazität; bis vor einem Monat war noch unklar wer die Tests organisiert und bezahlt.
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  • Kommentar von Dominic Müller  (Domi3)
    Interessant das alles - ich würde mich nicht wundern, wenn der vielgeschmähte Tegnell am Schluss doch Recht bekommen wird und viele europäische Länder sich in 5 Jahren sagen werden: Ach, hätten wir es nur so wie Schweden gemacht!
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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    An SRF
    Danke für die Beantwortung einer meiner Fragen. Bitte erklären: Wenn ich in der betreffenden Grafik den Cursor bei x=100 Tage setze, erhalte ich ein y von 0.57. Heisst das, dass im Interval x=94 Tage bis x=100 Tage pro Tag im Durchscnitt 0.57 Personen verstorben sind, also total in dieser Zeitspanne 7 mal 0.57=fast 4 Personen? Oder welcher Zeitspanne entspricht der "7 Tage Schnitt" beim Bsp. x=100Tage?
    Ihr habt tolle Grafiken, da will man das Meiste rausholen&ich be nöd so schlau.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Werner Gürr
      Besten Dank für Ihren Hinweis. Sie rechnen richtig, wie unsere SRF Data-Redaktion bestätigt.
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