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Hoffnung auf Misstrauen in Wuhan
Aus Rendez-vous vom 14.01.2021.
abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
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WHO-Experten in Wuhan Schwierige Suche nach dem Ursprung der Pandemie

Betroffene haben hohe Erwartungen an die Experten der WHO: Sie sollen aufdecken, woher das Virus stammt.

Ein Jahr nach Ausbruch der Krise sind die WHO-Experten nun in Wuhan gelandet. Bei ihrer Untersuchung sind die Expertinnen und Experten aber auf die chinesischen Behörden angewiesen. Diese entscheiden auch, was und wen sie zu sehen bekommen.

Zhang Hai hat in der Pandemie seinen Vater verloren.
Legende: Zhang Hai hat in der Pandemie seinen Vater verloren. SRF

Zhang Hai verfolgt die WHO-Mission besonders genau. Die lokalen Behörden, sagt er, hätten die Viruskrise vertuscht. Vom WHO-Team erwartet er jetzt eine gründliche Untersuchung: «Sie sollen dem Ursprung des Virus nachgehen», sagt Zhang. Am liebsten hätte er, wenn die Mission auch den Schuldigen für die Krise findet. Auch wenn die WHO im Vorfeld deutlich machte, dass dies nicht das Ziel der Mission sei.

Klage noch unbehandelt

Zhang Hai schwankt zwischen Wut und Verzweiflung. Vor knapp einem Jahr hat er seinen Vater verloren. Mitte Januar 2020 hatte sich Zhangs Vater in einem Spital in Wuhan mit dem Virus angesteckt. Als die Behörden noch behaupteten, das Virus sei nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Zhang hat bei Chinas oberstem Gerichtshof eine Klage gegen die Lokalregierung eingereicht. Doch bisher ist das Gericht nicht darauf eingegangen.

Die Experten der WHO sind in Wuhan angekommen.
Legende: Die Experten der WHO sind in Wuhan angekommen. Keystone

Zusammen mit anderen Angehörigen nimmt Zhang seither an kleinen Protesten teil, tauscht Erfahrungen aus. Er sagt, er würde gerne mit dem Untersuchungsteam der WHO Kontakt aufnehmen. «Ich hoffe, dass ich sie treffen kann. Wenn sich die WHO-Delegation auch mit den Angehörigen der Opfer trifft, können sie von uns aus erster Hand erfahren, was passiert ist.»

«Verantwortungslose Leute»

Den chinesischen Behörden und den Medien traut Zhang Hai nicht mehr. Seit einigen Monaten streuen diese Zweifel am Ursprungsort des Virus, berichten darüber, dass das Virus womöglich gar nicht aus China stamme. «In unserem Land gibt es Leute, die verantwortungslos sind. Sie sagen, das Virus sei aus anderen Ländern eingeschleppt worden. Aber ich weiss: Die Viruskrise brach in Wuhan aus, ich bin ein Zeuge.»

Doch an Menschen wie Zhang Hai hat die Regierung wenig Interesse. Im Gegenteil: Die Behörden hätten massiv Druck auf ihn ausgeübt, klagt Zhang. Er und andere Angehörige von Opfern sollen endlich Ruhe geben. Dafür hat Zhang gar kein Verständnis: «Was ich tue, ist doch patriotisch. Ich liebe dieses Land, ich hoffe, dass sich dieses Land weiter entwickelt. Egal, ob sie Druck machen oder mich bedrohen, ich lassen mich nicht aufhalten.»

Es sei ihm schon klar, sagt Zhang, dass es schwierig werde, mit den Delegationsteilnehmern überhaupt in Kontakt zu treten. Und sollte es nicht klappen, hoffe er, «...dass sie hier in China ihre Verantwortung wahrnehmen, und nicht einfach nur hierherkommen, sich etwas umsehen, und dann wieder abziehen.»

Rendez-vous, 14.01.2021, 12:30 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Katica Öri  (Katiöri)
    China zu betreffen wird gar nichts bringen. Die mächtigen Personen haben Auswege jedoch nicht der Mittelschicht und die Armen die würden nämlich darunter leiden. Ausserdem fast alle Metallarten die wird für die moderne Technologie brauchen hat China der Monopol. Es ist immer ein Gefahr für den Rest der Welt wenn Mächte nicht mehr kontrollierbar sind. Nachhinein wird es nicht bringen der Schuldigen zu finden weil die Globalisierung inkl. Reisemöglichkeiten noch mehr solche Gefahren verbergen.
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Dieser Untersuchung ist echt sinnlos, erst nach 1 Jahr und dann unter Begleitung. Dann vorab alle diese chinesische lügen zum Thema Corona. Nein, brauche ich nicht. Aber ich habe schon länger angefangen keine chinesische Produkten mehr zu kaufen. Wünsche mir nur noch das sowohl die Schweizer Politiker wie suchmdie europäischen Politiker aufwachen. Und konkrete Massnahmen gegen dieses Regime ergreifen.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Das Coronavirus, das die Krankheit Covid-19 auslöst, ist vermutlich auf dem
    Grossmarkt in Wuhan erstmals auf Menschen übertragen worden. Viele Märkte sind bieten Fleisch von gewilderten Wildtieren an. Lebende und tote Tiere unterschiedlichster Arten wie Schweine, Hühner, Fledermäuse, Schuppentiere (Pangoline), Zibetkatzen und Hunde werden auf sehr engem Raum angeboten. Viele Kunden kaufen gerne Fleisch von Tieren, die auf dem Markt frisch geschlachtet werden.
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