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Aus SRF News vom 31.12.2020.
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Bilanz Corona-Jahr Der Kampf gegen Corona ist noch immer ein offenes Rennen

Das Corona-Jahr geht zu Ende. Wo steht die Schweiz im Kampf gegen das Virus? Die Bilanz der SRF-Wissenschaftsredaktorin.

Heute vor einem Jahr: Aus der chinesischen Stadt Wuhan kamen die ersten Meldungen über eine neue «mysteriöse Lungenkrankheit». Für SRF-Wissenschaftsjournalistin Katrin Zöfel bedeutete diese Nachricht den Beginn eines beruflichen Ausnahmezustands. Beobachten, wie sich das Virus zur Pandemie ausweitete. Eine Flut von Studien bewältigen. Erklären, erklären und nochmals erklären. Und immer wieder auf Überraschungen reagieren, die das Virus bereithielt.

Ich dachte: Wenn die Wissenschaft schnell und gut Kenntnisse über dieses Virus liefert, dann kommt das schon gut.
Autor: Katrin ZöfelSRF-Wissenschaftsredaktorin

Im Sommer dann: Endlich etwas Entspannung. Die erste Corona-Welle war überstanden. Auch Katrin Zöfel war damals relativ optimistisch. «Ich hatte in der ersten Welle eine starke Demut gelernt vor diesem Virus. Und ich dachte: Wenn die Wissenschaft schnell und gut Kenntnisse über dieses Virus liefert, dann kommt das schon gut.» Was sie aber unterschätzt habe: Wie schwierig es ist, wissenschaftliche Erkenntnis in politisches Handeln umzusetzen.

Quittung für die Sorglosigkeit

Die Sorglosigkeit des Sommers rächte sich bitter. In aller Ruhe konnte sich das Virus ausbreiten. Und kaum sanken die Temperaturen, stiegen die Fallzahlen wieder an – und zwar exponentiell. Was das bedeutet, illustriert Zöfel mit diesem Beispiel: Legt man fünf Rappen so an, dass sie sich ein Jahr lang alle zwei Wochen verdoppeln, dann hat man nach einem Jahr über 1.6 Millionen Franken auf dem Konto. Genauso verhielten sich in der Schweiz die Corona-Fallzahlen.

Anpassung Anlagebeispiel

Das Anlagebeispiel im Text hat bei einigen Userinnen und Usern für Verwirrung gesorgt. Die Redaktion hat deshalb das Rechenbeispiel zum besseren Verständnis sprachlich bereinigt.

Am 18. Oktober erklärte Bundesrat Alain Berset, was bis dahin nur die Virologen gewagt hatten, laut auszusprechen: «Die zweite Welle ist da.» Doch die Reaktion der Politik blieb verhalten: Eine Maskenpflicht für alle, das war das Auffälligste. Das Urteil von Zöfel: «Das war klar nicht genug.»

Wenn man an jenem Tag die Strenge der Corona-Gegenmassnahmen der Schweiz mit denen anderer Länder vergleiche, dann sehe man: Die Schweiz war etwa gleichauf mit Afghanistan und Tansania. In Europa waren nur Estland und Kroatien so wenig streng.

Am 9. November kam dann die Meldung vom ersten Impfstoff, den das US-Unternehmen Pfizer und die deutsche Firma Biontech entwickelt haben. Inzwischen sind vielerorts die Zulassungen für diesen oder andere Impfstoffe erteilt worden, und das Impfen der Risikogruppen hat begonnen.

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Was Sie über die Mutation des Coronavirus wissen müssen
Aus SRF News vom 28.12.2020.
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Möglichst schnell möglichst viele impfen

Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie? Die Wissenschaftsjournalistin sieht Grund zur Hoffnung. Entscheidend sei jetzt, dass möglichst schnell möglichst viele Leute geimpft werden. «Dieses Virus ist auf der ganzen Welt verbreitet», betont Zöfel. «Es ist in sehr vielen Körperzellen in sehr vielen Menschen vorhanden. Überall dort vermehrt es sich. Und immer wenn sich das Virus vermehrt, entstehen auch Mutationen.»

Die Gefahr bleibe darum «recht hoch», dass irgendwann eine Mutation entsteht, die den Impfstoff unwirksam macht. Zöfels Fazit: «Das ist immer noch ein offenes Rennen.»

Tagesschau, 26.12.2020, 19.30 Uhr;

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Schade, entsteht zu diesem interessanten Artikel keine Diskussion. Die Rolle der Medien als Botschafter der Lockdown-Theoretiker fand ich die weitaus schillerndste Erscheinung des vergangenen Jahrs. 2021 wird noch spannender, weil sich die Eindämmung, soweit sie unter den gegebenen Umständen möglich war, gelohnt zu haben scheint: Die Impfungen da sind. Wie lässt sich unterscheiden, was die Impfungen, was überstandene Infektionen bewirken? Wie lässt sich zeigen, warum sich jemand nicht ansteckt?
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    1. Antwort von Manuel Waller  (Manuel Waller)
      Wir haben ja jetzt genug Vergleichszahlen... und wer sich geimpft hat, wird sich sicher auch daran erinnern können. Zum „Lockdown-Theoretiker“: Im Frühling war aber der Praxistest dieser Theorie sehr erfolgreich. Jetzt probieren wir halt auch noch die gescheiterte Schwedische Variante aus.
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  • Kommentar von Karin Wappmann  (Karin Wappmann)
    Je mehr Viren verbreitet sind desto mehr Mutationen entstehen. Die ersten Varianten scheinen "nur" viel ansteckender zu sein als das Ur-Virus.
    Es ist eine Frage der Zeit bis Mutationen entstehen, die eine andere Zielgruppe haben, mehr schwere Verläufe verursachen oder generell mortaler sind. Deshalb wäre es so wichtig gewesen, die Fallzahlen tief zu halten.

    Und wenn die nächste Mutation auf jüngere Menschen spezialisiert ist und uns die Kinder hinwegrafft?

    Gemütliches Warten allesamt!
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  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Bilanz vom Virus Jahr mehr Angst und Bange. Was wäre wenn..... die erste Impfung ist da die zweite, weiter entwickelte kommt bestimmt und die drite vierte fünf sind auch schon in der Pipeline. Was wäre wenn.... wir Menschen uns bewusster in das ganz Öko System integrieren würden.
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