Zum Inhalt springen

Header

Audio
Ältere Menschen werden immer mehr eingeschränkt
Aus Nachrichten vom 18.03.2021.
abspielen. Laufzeit 00:45 Minuten.
Inhalt

WHO-Studie Bericht: Diskriminierung älterer Menschen ist weit verbreitet

  • Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält fest: Jeder zweite Erwachsene weltweit ist voreingenommen gegenüber älteren Menschen.
  • Die Altersdiskriminierung wirkt sich negativ auf Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen aus.
  • Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschlimmert.

Der grosse WHO-Bericht zeigt, wie verbreitet Altersdiskriminierung ist. Er basiert auf einer Analyse mit 83'000 Befragten in 57 Ländern. Definiert werden «ältere Menschen» als solche über 50.

Die Folgen für Betroffene seien erheblich, so die WHO. Ihr Leben kann kürzer, ihre Gesundheit schlechter sein. Auch können sie sich langsamer von körperlichen Einschränkungen erholen und geistig schneller abbauen.

Auswirkungen auf Gesundheit

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Manchmal werden Menschen medizinische Behandlungen aufgrund ihres Alters vorenthalten. Zudem berücksichtigen einige medizinische Studien ältere Menschen nicht, obwohl sie später oft die Hauptnutzer der Medikamente seien.

Was genau bedeutet «Altersdiskriminierung»?

Box aufklappenBox zuklappen

Die Definition der WHO lautet: «Altersdiskriminierung liegt vor, wenn das Alter benutzt wird, um Menschen auf eine Art zu kategorisieren und einzuteilen, die zu Schaden, Nachteilen und Ungerechtigkeiten führt und die Solidarität zwischen Generationen untergräbt.»

Andererseits schicke man Ältere gegen ihren Wunsch in Rente, sagt Alana Officer, bei der WHO für «Gesundes Altern» zuständig. So führen Vorurteile auch zu Armut und finanzieller Unsicherheit. «Altersdiskriminierung reduziert die Lebensqualität von älteren Menschen, führt zu sozialer Isolation und Einsamkeit», so der Bericht.

Altersdiskriminierung reduziert die Lebensqualität von älteren Menschen, führt zu sozialer Isolation und Einsamkeit.
Autor: Aus dem Bericht der WHO

Neben Diskriminierung durch andere würden sich ältere Menschen allerdings auch selbst mit Stereotypen behindern: Sie glauben nicht, dass sie in fortgeschrittenem Alter noch neue Fähigkeiten lernen oder ein neues Hobby beginnen können.

Verschlechterung während Corona-Krise

Verallgemeinerungen über Ältere seien in der Coronavirus-Pandemie besonders deutlich zu Tage getreten, so die WHO. «Ältere Menschen wurden oft als durchgehend gebrechlich und verletzlich gesehen», schreibt sie.

Stereotype (wie wir denken), Vorurteile (wie wir fühlen) und Diskriminierung (wie wir handeln) aufgrund des Alters sind nicht neu, aber Covid-19 hat schädlichen Haltungen noch verstärkt.
Autor: Aus dem Bericht der WHO

Altersdiskriminierung hat es aber auch gegenüber jungen Leuten gegeben. Diese sind während der Pandemie pauschal als leichtsinnig und unverantwortlich dargestellt worden. «Stereotype (wie wir denken), Vorurteile (wie wir fühlen) und Diskriminierung (wie wir handeln) aufgrund des Alters sind nicht neu, aber Covid-19 hat schädlichen Haltungen noch verstärkt», so die WHO.

SRF 4 News, 18.03.2021, 10:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    In der Schweiz ist die Altersdiskriminierung politisch gewollt, Pensionskassenkosten: 25 bis 34 Jahre, 7% Sparbeitrag. 35 bis 44 Jahre, 10% Sparbeitrag. 45 bis 54 Jahre, 15% Sparbeitrag. 55 bis 64/65 Jahre, 18% Sparbeitrag.
    Alt-BR Schneider-Ammann wollte das beheben, der Ständerat hatte das abgelhnt mit dem Argument: Ein funktionierendes System sollte man nicht ändern. Die PolitikerInnen haben kein Problem mit Arbeitslosigkeit und kleinen Renten, auch z.T. Dank den nebenamtlichen VR-Mandate.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Was hier wirksam ist, ist folgendes, Politik und Wirtschaft sehen Ältere an als wirtschaftlich unproduktiv und deshalb eher als Ballast, klinkt sehr hart , ist aber die unmittelbare Folge von neoliberalem Gedankengut.
  • Kommentar von Javier López  (Javier López)
    Was im Beitrag erwähnt wird, ist nichts Neues.
    Vor Kurzem:
    Ältere Dame mit Stock überquert die Strasse (Fussgängerstreifen). Hinter ihr ein älterer Herr auf einem motorisierten Rollstuhl. Er jammert mit den Händen über die Langsamkeit der Dame, die ihm den Weg versperrt. Alt gegen Alt.

    Für Jung und Alt:
    Erfahrung ist nicht das, was mit einem Menschen geschieht, sondern das, was er daraus macht (Aldous Leonhard Huxley).