Zum Inhalt springen

Header

Audio
Flugtaxis über Singapur
Aus HeuteMorgen vom 24.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:27 Minuten.
Inhalt

Wie in «Zurück in die Zukunft» Stau adé? Mit fliegenden Taxis die Grossstädte entlasten

Flugtaxis sollen in asiatischen Megastädten künftig die verheerenden Verkehrsprobleme lösen. Ein Experte zweifelt daran.

Volle Megastädte, stundenlange Staus: Dem könnte schon bald ein Lufttaxi abhelfen. Diese Woche hat die deutsche Firma «Volocopter» ihr Flugtaxi und die dazugehörende Start- und Landeplattform «Voloport» in Singapur vorgestellt.

Video
An Bord eines «Volocopters»
Aus News-Clip vom 24.10.2019.
abspielen

Das Fluggerät wirkt wie ein Spielzeug für grosse Jungs. Es ist ein weisser, rundlicher Zweiplätzer, eine übergrosse Drohne mit 18 kleinen Rotoren. Davor steht Alex Zosel, der Mitbegründer der Firma «Volocopter».

Er hat ein zufriedenes Grinsen auf dem Gesicht. «Alles elektrisch angetrieben, alles batteriebetrieben. Er kann aber senkrecht starten oder landen wie ein Hubschrauber», erklärt er stolz. «Er wird 35 Kilometer weit oder etwa eine halbe Stunde lang fliegen können. Dabei erreicht er eine Geschwindigkeit von maximal 110 Stundenkilometern.»

Der erste bemannte Flug im Innenstadtbereich einer Megacity.
Autor: Alex ZoselMitbegründer von «Volocopter»

Es ist nicht das erste Mal, dass die deutsche Firma, die den Markt anführt, ihr Flugtaxi vorstellt. Es ist bereits in Helsinki, Stuttgart und Dubai geflogen. Aber «es ist der erste bemannte Flug im Innenstadtbereich einer Megacity weltweit», wie Zosel betont. Dass Volocopter dafür Singapur gewählt hat, erstaunt nicht. Der Stadtstaat ist Technologie-affin und soll der deutschen Firma als Sprungbrett nach Asien dienen.

Zum Preis einer Limousinen-Fahrt

Das Unternehmen will sein Flugtaxi in zwei bis drei Jahren zertifiziert haben und kommerziell auf den Markt bringen. Gedacht ist es nicht bloss für die Superreichen, sondern zum Preis einer Fahrt in einer Limousine. Firmen-Mitbegründer Zosel sagt: «Es macht natürlich nur Sinn, solche Strecken zu betreiben, wenn es wirklich Verkehrsprobleme gibt, wenn man am Boden nicht mehr weiter kommt mit den ganzen Staus.»

Wir werden damit keine Stausituation auflösen.
Autor: Kay PlötnerForschungsinstitut Bauhaus Luftfahrt

In Asiens Megastädten Manila, Jakarta oder Bangkok gehören Staus zum Alltag. Dass Flugtaxis diese minimieren können, bezweifelt Luftfahrtexperte Kay Plötner vom Forschungsinstitut Bauhaus Luftfahrt jedoch. Denn dafür müssten Tausende von Fluggeräten in der Luft sein. «Wir werden damit keine Stausituation auflösen», meint er.

Es würde höchstens reichen, eine gewisse Transportkapazität zur Verfügung zu stellen. Und Plötner sieht Hindernisse: «Wir werden auf jeden Fall mehr Energie verbrauchen, als wenn wir auf dem Boden Elektromobilität machen. Und wir werden einen gewissen Lärmabdruck haben.»

Bald schon Teil des Stadtbilds?

Zumindest was den Lärm betrifft, ist «Volocopter» schon weit. In Singapur, beim ersten Flug in der Innenstadt einer Megacity, hebt das Flugtaxi fast geräuschlos vom Boden ab und surrt leise über Marina Bay. Ein Anblick, der in Singapur und in anderen asiatischen Grossstädten schon bald zum Stadtbild gehören könnte.

Video
Aus dem Archiv: Uber startet Flugtaxis in New York
Aus SRF News vom 09.07.2019.
abspielen
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Es kann ja nicht sein, dass dieses irre Ding einer vergrösserten Drohne einen Piloten braucht, wo heute jeder Schulbube eine Drohne per Handy steuert...Fazit: Keine wirkliche Innovation nur eine weitere Umweltbelastung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Probleme, die durch Motorisierung und Technologisierung entstehen durch noch mehr Motorisierung und Technologisierung zu lösen, zeugt nicht gerade von der Brillianz menschlichen Denkens. Ist desolates Zeugnis einer Technolgiegläubigkeit mit verheerenden Folgen für die Lebensräume von Mensch und Mitwesen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Absurde Idee. Wenn soviele auf dieses Transportmittel umsteigen würden, dass tatsächlich in den Strassen eine Entlastung spürbar wird, haben wir dafür den unteren Himmel voller schwirrender Vehikel. Alleine 100 Autos weniger in einer mittelgrossen Stadt merkt noch niemand. Das wären dann aber schon 100 solche Flugobjekte die uns um die Nase tanzen. Sind die grossen Planer eigentlich noch fähig, ihr Primarschulwissen (1+1=2) in der Praxis umzusetzen? Ausserdem, haben wir nicht eine Klimadebatte?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen