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China lässt ganze Städte testen
Aus SRF 4 News aktuell vom 03.08.2021.
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Wieder mehr Ansteckungen China reagiert nervös auf Delta-Variante

Ganze Städte werden in China getestet, Siedlungen abgeriegelt, vom Reisen wird abgeraten. Und das wegen bislang 400 Infektionen.

Nachdem in China am Montag 55 neue Fälle von Corona-Infektionen bekannt wurden, ist die Nervosität im Land mit 1.4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern gross.

In einigen Grossstädten wurden von den Behörden zahlreiche Wohnsiedlungen abgeriegelt, um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern. Betroffen ist auch die Hauptstadt Peking.

Delta sucht auch China heim

«Überall werden Veranstaltungen abgesagt», berichtet SRF-Korrespondent Martin Aldrovandi, der in Schanghai lebt. Auch würden viele Firmen von ihren Angestellten verlangen, dass sie derzeit nicht reisten. China verfolge eine Null-Covid-Strategie. Entsprechend würden die 55 Neuansteckungen an einem Tag als ein grosser Ausbruch empfunden.

Grund für die Nervosität ist vor allem die hochansteckende Delta-Variante. Seit einem Ausbruch am Flughafen der ostchinesischen Stadt Nanjing vor zwei Wochen breitet sich die Delta-Variante auf immer mehr Städte in China aus.

Bislang wurden landesweit insgesamt mehr als 400 Infektionen mit der Variante gemeldet. Laut Medienberichten hatte sich das chinesische Putzpersonal auf dem Flughafen Nanjing in einem aus Russland eingeflogenen Flugzeug angesteckt.

Wuhan lässt alle Einwohner testen

Als Reaktion auf die Infektionen mit der Delta-Variante lässt etwa das einstige Pandemie-Epizentrum Wuhan – dort hatte die Corona-Pandemie Ende 2019 ihren Anfang genommen – seine gesamte Bevölkerung testen.

Wie die staatliche Volkszeitung berichtete, trafen die Behörden der Elf-Millionen-Metropole die Entscheidung, nachdem die ersten drei Infektionen in der Stadt seit gut einem Jahr verzeichnet wurden.

Alles begann in Wuhan

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Das Coronavirus war im Dezember 2019 weltweit erstmals im zentralchinesischen Wuhan aufgetreten. Als Reaktion hatte die Regierung die Menschen in der Stadt für 76 Tage in einen Lockdown geschickt. Mit strikten Massnahmen ging das bevölkerungsreichste Land seitdem gegen das Coronavirus vor, weshalb es – von einigen lokalen Ausbrüchen abgesehen – schon seit dem vergangenen Sommer so gut wie keine Infektionen mehr gibt.

Ein Problem im Kampf gegen die Pandemie ist die geringe Durchimpfungsrate in China. Das liegt einerseits daran, dass die gut wirksamen mRNA-Impfstoffe, welche beispielsweise in der Schweiz verimpft werden, in China nicht zugelassen sind.

Die chinesischen Impfstoffe andererseits geniessen kein grosses Vertrauen in der Bevölkerung, sie sind offenbar auch viel weniger wirksam.

Laut Korrespondent Aldrovandi werden im Land jetzt auch Stimmen laut, die verlangten, dass man sich von der Null-Covid-Strategie verabschieden sollte. Denn offensichtlich funktioniere diese angesichts der hochansteckenden Delta-Variante nicht mehr.

SRF 4 News, 03.08.2021, 07.20 Uhr;

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Sommer  (VerenaS)
    Diese Deltavariante und deren "Gefährlichkeit" kann man ganz einfach anhand von Indien und England studieren. Tut man das, dann stellt man fest: Wieder ein Sturm im Wasserglas. Zuerst viele Ansteckungen (PCR-Testerei) ohne die befürchteten Todeszahlen, dann schneller Rückgang, mit oder ohne Impfung, Punkt.
    1. Antwort von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
      Ach was, wird da nicht eine Kleinigkeit übersehen? Das erfolgreiche Impfen, das wird nicht erwähnt? Und dass COVID längst eine Pandemie der Ungeimpften geworden ist, inklusive quälender Langzeitfolgen? Impfen hilft. Punkt.
    2. Antwort von Erik Eisermann  (ECATWEAZLE)
      @ Sebastian.
      dem steht gegenüber, dass vermutlich auch Geimpfte die Viren übertragen können --> siehe SRF-Artikel dazu USA.
      Das scheint Ihre Aussage zu widerlegen.
      Freundliche Grüsse, ee
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    China reagiert während wir zugucken wie sich die Delta Variante verbreitet. Im Zugucken und viel zu spät reagieren, haben wir ja reichlich Erfahrung. Und während man immer noch mit dem Pflegepersonal verhandeln muss, steht die Lambda Variante am Start.
    1. Antwort von Samuel Keusch  (samuel_97)
      Und was soll man dann ihrer Meinung nach tun? Ein Lockdown ist - vor allem jetzt - politisch nicht durchsetzbar. Zudem wäre auch der Aufschrei in der Bevölkerung gross - zurecht. Man muss halt langsam mit dem Virus leben können und hoffen, dass die Impfung es richtet.
    2. Antwort von Erik Eisermann  (ECATWEAZLE)
      Guten Tag.

      das autoritäre System von China brauchen wir in Europa nicht.
      Was wir uns ein wenig mehr als Vorbild nehmen könnten, ist die Disziplin. Das kann jeder Einzelne tun.
      Freundliche Grüsse, ee
  • Kommentar von Daniel Bachmann  (@danibachmannch)
    Bitte "nervös" mit "zügig" korrigieren, womit China zeigt dass Delta ein ernstes Problem ist und nicht mit passivem Beobachten sondern proaktiven Massnahmen angegangen werden müsste.
    1. Antwort von Christian Fritschi  (ChrisF)
      Und dann bei jeder weiteren Variante.....