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Peter Balzli über Österreichs «Blindflug ins Ungewisse»
Aus SRF 4 News aktuell vom 28.12.2020.
abspielen. Laufzeit 02:46 Minuten.
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Wintersport trotz Coronakrise Österreich schränkt Zugang zu Skigebieten weiter ein

Auch in Österreich darf trotz Coronakrise Skigefahren werden. Der Andrang vom Wochenende hat nun aber Konsequenzen.

Einige Skigebiete in Österreich schärfen nach dem starken Andrang vom Wochenende ihre Sicherheitskonzepte. Dazu gehörten eine weitere Begrenzung der Parkplätze, mehr Platz für die Gäste beim Anstehen und mehr Ordnungspersonal, teilte das Bundesland Oberösterreich mit.

In den dortigen Skigebieten herrschte am Sonntag wegen des schönen Wetters grosser Andrang. «Im Sinne der Eigenverantwortung appelliere ich aber auch an die Skifahrerinnen und Skifahrer, so weit möglich auch erst ab Mittag in die Skigebiete zu kommen, denn da sind viele Gäste vom Vormittag wieder auf dem Heimweg und man kommt so bequem und ohne Staus auf die Piste», empfahl der Wirtschaftsminister Oberösterreichs, Markus Achleitner.

Ansturm auf Skigebiete in Österreich

Am Wochenende gab es teils so grosse Verkehrsstaus, dass einige Skiorte die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. Das Bodental in Kärnten, das Winterwandern und Langlauf bietet, blieb nach dem Ansturm von Samstag am Sonntag geschlossen, ebenso die Rodelwiesen in Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien. Die Skigebiete Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg in Oberösterreich waren am Sonntagmittag voll, sodass Autos an der Taleinfahrt abgewiesen werden mussten.

Schon zu Beginn der ersten Coronawelle war Österreich wegen der späten Schliessung in Ischgl in die Negativschlagzeilen geraten. Nun kursieren wieder Bilder in den Sozialen Medien von Menschenmassen vor Bergbahnstationen.

Bild aus Damüls in Vorarlberg

Dass es erneut so weit kommen konnte, liege an der enormen Bedeutung, die der Wintersport in Österreich habe, sagt SRF-Korrespondent Peter Balzli.

Wenn Schnee liegt, dann sind die Österreicherinnen und Österreicher nicht mehr zu halten.
Autor: Peter BalzliSRF-Korrespondent in Wien

Der Wintertourismus in Österreich ist ein Multi-Milliardengeschäft: «Der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandprodukt ist dreimal so hoch wie in der Schweiz.» Und entsprechend gross sei der Druck, die Bahnen laufen zu lassen. Zudem seien die Österreicher nicht mehr zu halten, wenn Schnee liege.

Quarantäne und FFP2-Masken sind Pflicht

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einheimische. Für Anreisende aus dem Ausland gilt eine zehntägige Quarantänepflicht. Zudem sind die besonders wirksamen FFP2-Masken für alle Skifahrer über 14 Jahre vorgeschrieben, die Gondeln oder Lifte benutzen.

Andere Skigebiete wiederum haben geschlossen. «Angesichts der neuen, mutierten Virusvariante ist es verständlich, dass die Politik dort jetzt die Notbremse zieht. Die Situation ist einfach zu unsicher im Augenblick», sagt Balzli. «Das Ganze bleibt ein Balanceakt, eine Art Blindflug mit unsicherem Ausgang.» Vieles hänge nun davon ab, ob und wie schnell sich die neue Virusmutation ausbreite. Entsprechend werde die Politik handeln müssen.

SRF 4 News, 28.12.2020, 10:40 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Herrn Kurz habe ich sonst als konsequent und streng erlebt. Nun finde ich es lamenetabel, dass immer noch Skigebiete in Oesterreich offen sind - wie auch in CH. Es gehörte sich, im ganzen Alpengebiet die Skigebiete zu schliessen. Dass aus Eingangsbereichen von Bahnen Superspreader "hervorgehen", versteht sich von selbst. Jetzt ist halt für einmal eine Skipause angesagt. Aus Solidarität. Denn sonst muss die Mehrheit wegen einer unvernünftigen Minderheit noch länger im Semi-Lockdown verharren.
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    1. Antwort von Günter Rieker  (guedi)
      Herr von Känel - ob es sich da wirklich um eine Minderheit handelt?
      Sie fordern Solidarität und ärgern sich über den Semi-Lockdown. Diese Haltung könnte auch als Egoismus verstanden werden.
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    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Rieker: Sie haben mein Votum wegen des "Semilockdown" wohl missverstanden. Ich meine, umso mehr es eine Minderheit (auch grössere) gibt, die sich rücksichtslos oder zumindest fahrlässig über die Covidregeln setzt (inkl. Skibetriebe, die keine Einsicht zeigen), desto mehr zieht sich die Periode des Semilockdowns UNNÖTIG, GERADE AUCH WEGEN RÜCKSICHTLOSER in die Länge.
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  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Es war jetzt nicht wirklich schwer, das vorauszusehen ^^
    Viele sind vernünftig. Das Problem ist, dass die Anzahl der Unvernünftigen gross genug ist um diese Probleme zu verursachen. Und meistens sind die Unvernünftigen auch die Uneinsichtigen. Der Staat ermöglicht Dinge so lange bis der Goodwill überstrapaziert wird. Selber schuld.
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  • Kommentar von Christian Pfenninger  (Tscharlo)
    Da kommt mir gerade eine passende Szene aus dem Film „Apocalypse now“ in den Sinn, wo sie an einem Strand Surfen gehen während rundherum Bomben einschlagen!!
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