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Verhandlungen kommen kaum vom Fleck
Aus HeuteMorgen vom 09.12.2019.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
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Zähe Verhandlungen in Madrid Der Klimakonferenz droht ein Fiasko

Die Gespräche beim UNO-Klimagipfel kommen kaum vom Fleck. Laut Diplomaten könnte man am Ende gar ohne Ergebnis dastehen.

Trotz dem weltweiten Erstarken der Klimabewegung gestalten sich die Verhandlungen an der diesjährigen Klimakonferenz in Madrid laut Diplomaten äusserst zäh. Zur Halbzeit ist völlig offen, ob sich die Länder im zentralen Verhandlungspunkt einigen können, nämlich wie sich ein Land Klimamassnahmen anrechnen darf, die es in einem anderen Land bezahlt.

Den klimastreikenden Jugendlichen geht das viel zu langsam. Zehntausende haben am Wochenende in Madrid für ein energischeres Vorgehen gegen den Klimawandel demonstriert.

Thunberg appelliert an Politiker

Die Ikone der Bewegung, die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, sagte vor der Demonstration, sie hoffe, dass diese Klimakonferenz konkrete Resultate zeige und dass sich insbesondere die Entscheidungsträger bewusst würden, wie dramatisch die Klimakrise sei.

Greta Thunberg umringt von anderen Personen.
Legende: Greta Thunberg rief eindringlich zu raschen Massnahmen auf. Reuters

Die Staatengemeinschaft könne sich nicht leisten, auch nur einzelne Tage verstreichen zu lassen, an denen nicht gegen den Klimawandel gehandelt werde. Nach einer Verhandlungswoche sieht es allerdings nicht danach aus, als ob Forderungen der Klimastreikenden erfüllt werden.

«Auch kein Ergebnis ist möglich»

Der Leiter der Schweizer Delegation, Franz Perrez, sagt, er hoffe immer noch, dass man eine Lösung finde – insbesondere eine Lösung, die auch den Zielen der Schweiz entspreche. «Es ist aber auch möglich, dass wir mit einem schlechten Ergebnis nach Hause gehen – oder sogar mit gar keinem.»

Hauptstreitpunkt sind die Regeln für den Handel mit sogenannten Emissionsreduktionszertifikaten. Etwas, das insbesondere für die Schweiz wichtig wäre. Setzt der Bund doch darauf, dass er einen Teil seines Klimaziels auch mit Massnahmen im Ausland erreichen kann.

Brasilien legt sich quer

Die Schweiz will wie eine Mehrheit der Länder nur Regeln zustimmen, die zum Beispiel verhindern, dass Klima-Massnahmen doppelt gezählt werden. Brasilien und andere legen sich aber quer. Gut möglich, dass die Verhandlungen auf die nächste Klimakonferenz vertagt werden müssen.

Für die Klimastreikenden wäre das eine herbe Enttäuschung. Denn für Klimaschützerinnen und -schützer ist es einfacher, Druck auf einzelne Länder auszuüben, wenn diese wissen, dass alle anderen sich an dieselben Klimaschutzregeln halten müssen.

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92 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Hm, Hr Steiner, komisch: Nur Sie stellen die richtigen Fragen, alle anderen immer die falschen und deshalb muss man sie nicht beantworten. Klar ist es grundsätzlich richtig, dass man zur Lösung eines Problems bei sich anfangen sollte. Zu aller erst sollte aber die Frage erlaubt sein, was ist die wirkliche Ursache eines (vermeintlich grossen) Problems ist und wer ist der grösste Verursacher. Falls diese Frage nicht gestellt werden und nur panisch agiert wird, ist es nur pure Geldverschwendung!
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    10.33/3.14 R: Camenisch (Der "Antwortenknopf" fehlt)"Diese Bedürfnisse haben wir geschaffen, also suchen wir nach Lösungen. Sehen sie eine andere Möglichkeit globale Probleme zu lösen?" Kann mich nur wiederholen: Auch Sie können nicht zaubern, unsere Geschichte beweist, H. sapiens ist unfähig, sich als Teil der Natur zu fühlen u.zu verhalten, er wird sich nicht ändern, das müssen wir endlich einsehen. Optimismus setzt die einzige, wirkliche Lösung aus, unsere Reduktion. Es ist schon 10 nach 12!
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, hoffen wir, dass noch eine für alle akzeptable Lösung gefunden wird. Ich finde es noch interessant, dass im Beitrag steht, dass Zehntausende in Madrid protestiert haben. Die Veranstalter sprachen von 500'000 Teilnehmern, die Polizei von 15'000. Ich denke, die Protestbewegung hat massiv an Kraft eingebüsst. Hoffen wir, dass die Diskussione vermehrt sachlich und weniger emotional geführt wird, damit gut Ergebnisse gefunden werden.
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