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Zahl der Migranten steigt Spanien scheint überfordert – Marokko schaut weg

Legende: Audio Spanien wird zum neuen Hauptziel von Migranten abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
01:30 min, aus HeuteMorgen vom 30.07.2018.
  • Die Zahl der Migranten, die von Afrika nach Spanien strömt, blieb auch an diesem Wochenende sehr hoch.
  • Der spanische Seerettungsdienst meldete über 1400 Menschen, die in der Meerenge von Gibraltar aufgegriffen wurden.
  • Marokkos Behörden sollen laut Frontex die Kontrollen gelockert haben.

Der Juli dauert noch zwei Tage, aber schon jetzt steht fest, dass dieses Jahr mehr Migrantinnen und Migranten in Spanien angekommen sind als im ganzen letzten Jahr. Und bereits 2017 galt als aussergewöhnlich. Im Juli ist Spanien damit zum Hauptziel der Migranten aus Afrika geworden, vor Italien und Griechenland.

Spanien will europäische Lösung

  • Innenminister Fernando Grande-Marlaska besuchte am Samstag die Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
  • Bisher sei die Situation in Andalusien unter Kontrolle, betonte Grande-Marlaska, fügte aber hinzu, die Flüchtlingskrise sei «ein europäisches Problem, das einer europäischen Lösung bedarf».

Nichts deutete darauf hin, dass sich die Lage 2018 entspannen würde. Spanien scheint aber wenig auf den aktuellen Notstand vorbereitet zu sein. Die Ankommenden werden in improvisierten Unterkünften einquartiert – teils auf Schiffen, die im Hafen von Algeciras vor Anker liegen. In diesem Hafen soll so bald wie möglich in alten Lagerhallen ein provisorisches Aufnahmezentrum eingerichtet werden.

Legende: Teils werden die Migranten auf Schiffen im Hafen von Algeciras untergebracht. srf

All diese Massnahmen brauchen Zeit, und in dieser Zeit brechen am andern Ufer der Meerenge, in Marokko, weitere Boote auf. Diese sind oft hoffnungslos überfüllt. Niemand hält sie von der lebensgefährlichen Überfahrt ab. Spanien hat zwar ein Migrations-Abkommen mit Marokko, aber offensichtlich greifen die Behörden dort nicht mehr wirkungsvoll ein.

Die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex jedenfalls hält in internen Berichten fest, die marokkanischen Kontrollen seien gelockert worden. Die EU plant nun weitere Finanzhilfen für die Maghrebstaaten, um sie in ihrer Aufgabe zu unterstützen.

Legende: Video Immer mehr Flüchtlinge landen in Spanien. abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 28.07.2018.

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84 Kommentare

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  • Kommentar von Fabienne Uhlmann (Cueni)
    Wäre es nicht sinnvoller, die Kraft, die Energie, den Durchhaltewillen sowie die finanziellen Mittel, welche die lange, beschwerliche und gefährliche Reise für die Migration nach Europa fordert, im eigenen Land für bessere Verhältnisse einzusetzen (z.B. Bildung, Bekämpfung der Korruption, etc.)?
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Aussichtslos Frau Uhlmann, wird hier von vielen schon seit einigen Jahren geschrieben. Unter internat. Aufsicht, damit die Gelder auch richtig verwendet werden.
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    2. Antwort von Fabienne Uhlmann (Cueni)
      Frau Wüstner: Welche Gelder meinen Sie? In meinem Kommentar geht es um die finanziellen Eigenmittel, welche die Migranten für die Schlepper aufwenden müssen. Grundsätzlich bin ich der Meinung: Afrika muss sich selber helfen, gegen Korruption, Ausbeutung, für Bildung und Gerechtigkeit.
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Ich meine die Spendengelder und Sibventionen zur Unterstützung vor Ort.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Legal, sicher, christlich - Fluchthilfe im Namen des Papstes. Menschen aus Syrien, geflüchtet in den Libanon, erhielten die Möglichkeit, legal und auf sicherem Weg nach Italien zu reisen, um sich dort ein neues Leben aufbauen zu können. Rund tausend Visa wurden vergeben und Menschen mit "christlichem Flugticket" aus dem Libanon nach Italien geflogen. Inzwischen ist ein weiterer humanitärer Korridor entstanden. Er führt von Äthiopien nach Italien. Weitere sollen folgen.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Interessanter Bericht im Tagesspiegel: "So geht es Geflüchteten in Spanien". Ein Beamter sagte: "Die meisten Afrikaner wollten ohnehin nicht in Spanien bleiben. In einem Land, in dem es vom Staat wenig soziale Leistungen für die Migranten gebe. Die wollen alle nach Frankreich und nach Deutschland.“ Spaniens Rotes Kreuz, das im staatlichen Auftrag handelt, hilft die Reise fortzusetzen: Von Südspanien aus werden sie mit Butterbrot, Wasser und einem Busticket weiter geschickt Richtung Norden.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Genau so sieht die EU-Europäische Lösung tatsächlich aus.
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