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Nachfrage nach Fairtrade-Gold höher als Angebot
Aus HeuteMorgen vom 02.10.2019.
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Zu wenig Fairtrade-Gold Die Nachfrage ist grösser als das Angebot

Fairtrade-Produkte sind gefragt. Das gilt auch für Gold. Doch während etwa bei Bananen und Ananas das Angebot viel grösser ist als die Nachfrage, ist es beim Gold genau umgekehrt.

Über 100 Millionen Menschen leben laut der Fairtrade-Max-Havelaar-Stiftung direkt oder indirekt vom Goldabbau. Doch dieser ist aufwendig und gefährlich für die Gesundheit der Mineure sowie für die Umwelt. Fairtrade hat deshalb hohe Standards gesetzt.

«Im Prinzip geht es primär darum, dass die Mineure sich selber schützen; dass sie Arbeitskleidung tragen, dass keine Unfälle passieren und dass vernünftige Löhne gezahlt werden», erklärt Markus Staub, der bei Max Havelaar für das Goldprojekt zuständig ist. «Andererseits geht es darum, die Umwelt zu schützen.» Dabei soll möglichst wenig Wasser und Energie verbraucht und sorgfältig mit gefährlichen Chemikalien wie Quecksilber umgegangen werden.

Viele arbeiten ohne legalen Status

Fairtrade arbeitet mit kleinen Kooperativen von Goldmineuren in Peru zusammen. Die Zertifizierten erhalten für das gewonnene Gold eine Prämie, die sie in Gemeinschaftsprojekte wie den Bau neuer Schulen stecken können.

Eine Zertifizierung ist aber aufwendig. Viele Goldschürfer sind sich nicht gewohnt, ihre Arbeit zu dokumentieren, sich an Verträge zu halten. Viele von ihnen arbeiten gar informell, ohne einen legalen Status.

Aus all diesen Gründen konnte Fairtrade bisher nur eine kleine Zahl von Minen zertifiziere und die gewonnenen Geldmengen sind äusserst klein. Im letzten Jahr kam fair gehandeltes Gold im Wert von lediglich 2.7 Millionen Franken auf den Schweizer Markt. Das entspricht nicht einmal 100 Kilogramm.

«Output ist viel zu gering»

Gefragt wären aber Tonnen. «Der Output ist noch viel zu gering», sagt Drazen Repak, der bei der Zürcher Kantonalbank den Handel mit Edelmetallen leitet. «Wenn Sie bedenken, dass alleine die ETF-Fonds hunderte von Tonnen gross sind, dann reicht diese Menge an Fairtrade-Gold bei weitem nicht.»

ETFs sind börsengehandelte Anlagefonds, die mit Gold gedeckt sind. Daneben verkaufen Kantonalbanken aber auch ganz einfach Barren von Fairtrade-Gold. Auch diese seien sehr gefragt, obschon sie rund fünf Prozent teurer sind als nicht zertifizierte Barren.

Max Havelaar würde der Nachfrage noch so gerne nachkommen. Man arbeite mit Hochdruck daran, neue Minen zu zertifizieren. Einen Angebotsüberschuss wie etwa beim Fairtrade-Kaffee wird es so bald aber nicht geben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Fairtrade verbindet und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungsländern. Bananen, Kaffee, Kakobohnen, Blumen und auch Gold. Leider ist dies nur ein kleiner Anteil, es sollte viel mehr werden. Es darf nicht sein, dass Armut vermarktet wird, damit die Reichen profitieren. Es braucht mehr Kooperativen für die armen Bauer - eine Geste der Solidarität.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Fair Trade und Gold schliessen sich gegenseitig aus. Aber scheint im Trend zu liegen. Da warte ich nur noch auf Fair Trade Strontium, Radium und CO2.
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  • Kommentar von Thomas Tanneler  (ipool)
    Für gewisse Länder woe die USA gibt es die Comflict Minerals Gesetze. Sehr viele Firmen halten sich nicht daran und gehen ein grosses Risiko ein, bei Lieferungen in diese Länder. Max-Havelaar ist freiwillig, Conflict Minerals nicht.
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