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Zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump läuft
Aus Echo der Zeit vom 14.01.2021.
abspielen. Laufzeit 10:09 Minuten.
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Zukunft von Donald Trump Raus aus dem Weissen Haus – rein ins Getöse

«Aufmerksamkeit ist sein Lebenselixier», sagt Trump-Biograf Michael D'Antonio. Nun wird Trump sie zu Geld machen wollen.

So ist das normalerweise: US-Präsidenten scheiden aus dem Amt – und rasch sind sie weg aus dem Rampenlicht, manche ziehen sich ganz ins Privatleben zurück. Aber Donald Trump ist kein normaler Präsident. Und der Gedanke, Aufmerksamkeit zu verlieren, sei für ihn unerträglich, sagt Michael D'Antonio.

Wenn er damit liebäugelt, wieder zu kandidieren, will er eigentlich sagen: Schaut nicht weg! Konzentriert euch auf mich! Vielleicht komme ich wieder – fast wie die Wiederkunft Christi.
Autor: Michael D'AntonioAmerikanischer Autor

«Er will seine Fans begeistern, seinen Gegnern will er Angst machen. Der Gedanke, uns alle nicht mehr manipulieren zu können, muss für ihn beunruhigend sein», so der Trump-Biograf. Und Trump brauche Aufmerksamkeit auch, um mit seinen Millionen Unterstützenden Geld zu machen.

Nur schon deshalb sei es denkbar, dass Trump bald verkünde, er wolle 2024 wieder kandidieren. «Wenn er damit liebäugelt, wieder zu kandidieren, will er eigentlich sagen: Schaut nicht weg! Konzentriert euch auf mich! Vielleicht komme ich wieder – fast wie die Wiederkunft Christi. Ich sehe das auch als Mittel, um an Spendengelder zu kommen.»

Fans als unerschöpfliche Geldquelle

Seine Fans als Einnahmequelle – das Versprechen einer neuen Kandidatur als Verkaufsargument – auch wenn es möglicherweise gar nicht ernst gemeint sei. Damit könne Trump ein Vermögen machen.

Seit der Wahl im November habe er wohl um die 300 Millionen Dollar an Spenden eingenommen, schätzt D'Antonio. «Wenn er einen Weg findet, auch langfristig an Geld seiner Unterstützenden zu kommen – dann würde er vielleicht bis zu einer Milliarde im Jahr einnehmen.»

Trump vor seinen Anhängern
Legende: Die Welt wird Donald Trump nicht so schnell vergessen, auch wenn er ab kommendem Mittwoch nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten ist. Davon ist Michael d'Antonio überzeugt. Keystone

Das Amtsenthebungsverfahren werde Trump nicht daran hindern. Im Gegenteil: Es erhöhe beim harten Kern seiner Unterstützenden seinen Marktwert. Schon eher ein Problem: Das Amtsenthebungsverfahren könnte damit enden, dass Trump nicht mehr kandidieren dürfte.

Drohendes Ungemach

Und vor allem: Trump brauche einen neuen Lautsprecher – denn auf Twitter und anderen sozialen Medien ist er gesperrt. «Er hätte die Mittel, auch die Neigung, um einen eigenen Internet-Fernsehkanal zu gründen. Ich könnte mir vorstellen, dass er etwa 50 Millionen zahlende Abonnentinnen und Abonnenten kriegen könnte.»

Trumps Geschäftsimperium sei in Schwierigkeiten, sagt D'Antonio. Er müsse hohe Schulden begleichen, ihm drohten Gerichtsprozesse, etwa im Bundesstaat New York. «Das wäre eine weitere Motivation für ihn, eine Art politischer Medienstar zu werden. Besonders sein Immobiliengeschäft hat grosse Probleme. Die Reichen und sehr Reichen, die er gern zu seinen Kundinnen und Kunden zählt, wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben.» Auch darum müsse Trump Geld machen – mit seinen Fans.

Besuch im Trump-Themenpark

D'Antonio beobachtet Trump schon lange. Für seine ausführliche Biografie hat er den heutigen Präsidenten stundenlang interviewt. Er ist sich sicher: Trump werde sich noch stärker zur Medienfigur der Rechten machen – eine Art politischer Provokateur. Womöglich mit eigenem Fernsehsender. Mit Studios in Florida vielleicht, inklusive Trump-Hotel.

«Stellen Sie sich eine Art Trump-Themenpark vor – man könnte in Florida Disneyland besuchen. Und dann, wenn man mit den Achterbahnen fertig ist, könnte man Trumps Park besuchen.» Das höre sich abenteuerlich an, gibt D'Antonio zu. Aber wer, wie er, Trump über Jahre beobachtet habe, wisse, dass bei Trump mit allem zu rechnen sei – auch mit dem Abenteuerlichsten.

Video
Arthur Honegger beantwortet Fragen zum Impeachment
Aus News-Clip vom 14.01.2021.
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Echo der Zeit, 14.01.2021, 18 Uhr

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gerber  (1Berliner)
    @Sürmel. Die Zeit der irrationalen Sektenreligiösen ist vorbei, Mit Biden kommt kein neuer Messias, oder Teufel je nach Ansicht, sondern ein vielfältiges, vernünftiges, professionelles Team und nicht inferiore Speichellecker, die eh gleich wieder geschasst wurden.
    Es werden keine Wunder zu erwarten sein sondern seriöse Mammutarbeit um den Schwachsinn der letzten 4 Jahre wegzuarbeiten.
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    " .... sei es denkbar, dass Trump bald verkünde, er wolle 2024 wieder kandidieren." Ok, könnte so passieren. Jedoch - ist ein anderer Fakt wahrscheinlicher: Die Trumps sind ein Clan. In 4 Jahren ist DT bald 80jährig. Jedoch hat er mit seiner Tochter Ivanka Trump (Frau von Jared Kushner) ein profiliertes Mitglied. Kamala Harris dürfte die 1. Präsidentin der USA werden (evtl. vorzeitige Amtsabgabe durch J. Biden an Harris). In 4 Jahren könnten sich dann Ivanka Trump und Kamala Harris bekämpfen.
  • Kommentar von Thomas Schuetz  (Sürmel)
    Einmal mehr wird hier von einem Teil der srf Comunity der Wunsch geäußert, Trump möge für angebliche, unbewiesene Taten ins Gefängnis wandern. Gemach, das ist natürlich nur infantiles Wunschdenken einer tief frustrierten, aufgepeitschten Meute. Finanzielle Schwierigkeiten in seinen Unternehmen ? Mag ja sein, aber bei einem Vermögen von 2.3 Milliarden kommt es doch auf ein paar hundert Millionen mehr oder weniger nicht an. Aber was verstehen wir schon, was da alles im Hintergrund abläuft? Eben.
    1. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      Die von Trump und seinen Vorrednern aufgepeitschte tief frustrierte Meute stürmte das Capitol , Herr Schuetz ( Sie haben da allerhand betreffend dieser Meute verwechselt ), und dass Sie den Wunsch einiger Kommentarschreiber, Trump endlich hinter Gittern zu sehen, als infantiles Wunschdenken beschreiben, ist wohl eher Ihrem stark eingeschränkten Blickfeld und der Unkenntnis der Realität geschuldet. Ach ja, und als tief frustriert erlebe ich derzeit einzig die unbelehrbaren Trump-Anhänger.
    2. Antwort von Thomas Schuetz  (Sürmel)
      @Tumasch. Ja, die schmerzen halt schon ein wenig, diese unbelehrbaren Nonkonformisten und sogenannten Trump Anhänger. Ganz zu schweigen von den 74 Millionen Wähler, welche noch die Frechheit besaßen, so einen Rüpel zu wählen. Tja....
    3. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      @ Schuetz: Wie schon mal geschrieben: Mich schmerzt gar nichts, denn morgen wird endlich ein Erwachsener, ein ernsthafter Politiker ins Weisse Haus einziehen - ein Tag zum freuen!
    4. Antwort von Thomas Schuetz  (Sürmel)
      @Tumasch. Sozusagen ein neuer Messias oder Heiland in Form von Joe Biden. Dann bin ich ja mal gespannt.