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Zuspitzung des Krim-Konflikts Ukraine verbietet russischen Männern die Einreise

Legende: Audio Ukraine verschärft Einreisebedingungen für Russen abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
03:53 min, aus Rendez-vous vom 30.11.2018.
  • Russische Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren dürfen nicht mehr in die Ukraine einreisen.
  • Der Chef der ukrainischen Grenzbehörde stellte klar: Der Einreisestopp ist eine erste Massnahme im Rahmen des am Montag ausgerufenen Ausnahmezustands.
  • 30 Tage Kriegsrecht hatte Kiew als Reaktion auf einen Konflikt zwischen der ukrainischen und russischen Marine vor der Halbinsel Krim erlassen.
  • Russland will die ukrainische Massnahme nicht unmittelbar vergelten, berichten Medien. Eine Sperre ukrainischer Männer sei nicht geplant.

Mit dem Einreisestopp soll laut dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko verhindert werden, dass Russen eine Privat-Armee auf ukrainischem Boden bilden. Ausnahmen würden nur für humanitäre Gründe sowie die Teilnahme an Beerdigungen erteilt, gab der ukrainische Grenzschutzchef an.

David Nauer: «Politisch fatal, menschlich tragisch»

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«Poroschenko fürchtet um seine Wiederwahl. Er versucht, sich als entschlossener Oberbefehlshaber zu präsentieren, der die ‹russische Aggression› mit allen Mitteln abwehrt», sagt SRF-Korrespondent David Nauer. Er hat ein gewisses Verständnis für das Sicherheitsbedürfnis der Ukraine.

Andererseits findet er es politisch fatal und menschlich tragisch, die Kontakte zwischen Russen und Ukrainern derart einzuschränken. Schon seit längerem gebe es keine Direktflüge mehr und kaum Zugverbindungen. Viele Russen und Ukrainer hätten Angst, ins andere Land zu fahren. «Bereits jetzt gibt es eine beträchtliche Entfremdung zwischen diesen beiden Völkern», so Nauer.

Dauere das Einreiseverbot länger, werde das negative Auswirkungen für die ukrainische Wirtschaft haben. «Russland ist für die Ukraine immer noch der wichtigste Handelspartner.»

Prinzipiell galt die Regelung bereits seit April 2014. Allerdings konnten russische Männer bei Nachweis des Zwecks ihrer Reise weiter einreisen.

Seit Januar dieses Jahres müssen alle Russen bereits ihre Fingerabdrücke bei Grenzübertritt abgeben. In der Diskussion sind seit Längerem eine vorherige Abstimmung der Reiseroute und die Einführung der Visapflicht für russische Staatsangehörige.

Festgesetzte Matrosen ins Gefängnis überführt

Der ukrainisch-russische Konflikt, der Kiew zur Verhängung des Ausnahmezustands veranlasste, betraf die Marinen beider Länder: Russische Soldaten hatten vor der Halbinsel Krim ukrainische Boote beschossen und beschlagnahmt.

Die 24 dabei festgesetzten ukrainischen Matrosen sollen inzwischen in ein Gefängnis nach Moskau verlegt worden sein. Gegen sie war Untersuchungshaft angeordnet worden. Ihnen wird illegaler Grenzübertritt vorgeworfen. Bei einem Prozess in Russland drohen ihnen bis zu sechs Jahre Haft.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Richard Limahcer (Limi)
    Hoffentlich durchschaut das "Fussvolk" bald die Machenschaften der Kriegsgewinnler und legt auf beiden Seiten der Frontlinien die Waffen nieder. Es profitiert wesentlich mehr vom friedlichen Zusammenleben.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Poroschenko treibt es wirklich auf die Spitze mit seinen Provokationen. Und das sollen nur erste Massnahmen sein. Er will Krieg mit Russland, wie stellt er sich das vor. Ein erster Schlag von ihm und Russland wird schwerste Geschütze auffahren. Die armen Menschen die durch so einen Provokateur dies erleiden müssen. Nur zu hoffen, dass die NATO ihm nicht zur Hilfe eilt, das gebe einen entsetzlichen Flächenbrand.
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    1. Antwort von René Baron (René Baron)
      Der Vernünftigste von allen ist Putin. Er bleibt cool und hält sich zurück. Es war Trump der das bilaterale Treffen am G20 abgesagt hat. Hätte Trump der Ukraine wirklich helfen wollen, hätte er sich eigenltich auf ein Gespräch einlassen sollen. So aber leht sich Putin zurück und spielt etwas mit dem Gashahn bei dem "Ukraine, Winer 2019" draufsteht. Dass der Westen mitschuldig ist, wenn die Menschen in der Ukraine frieren werden, streiten wir hier natürlich vehement ab.
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  • Kommentar von Urs Graf (U.G)
    eine weitere Provokation Poroschenkos nach dem unerlaubten eindringen in RU Hoheitsgewässer
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Die Ukraine darf diese Meerenge durchfahren. Die russische Präsenz in der Ukraine ist die eigentliche Provokation. Unter solchen Umständen keimt dann auch der Nationalismus mit all den unschönen Folgen, von Moskau durchaus gewollt. So kann man damit doch herrlich Propaganda betreiben.
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    2. Antwort von René Baron (René Baron)
      @Koller: Die Ukraine darf diese Meerenge durchfahren. Das wurde weder bestritten, noch ist das der Punkt. Der Punkt ist, dass die Ukraine das bestehende Abkommen bez. der Passage ignoriert hat und mit was auch immer beladene Kriegsschiffe unter der wichtigsten Brücke der Region durchfahren lässt. Wir lassen ja auch nicht irgendwelche Sattelschlepper auf unsere Staumauern fahren - nicht? Seit ein paar Jahren hat das Agreement gehalten. Dass es jetzt geborchen wird liegt an den Wahlen.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Liegt an den Wahlen oder eben am geplanten Treffen Trump mit Putin.
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    4. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Mit was auch immer beladen... Interessant. Also wissen Sie nicht mit was die Schiffe beladen waren aber sie durften das nicht drauf haben? Reine Spielchen Russlands, welche das Land noch weiter destabilisieren wollen, solange man gerade mit SA abgelenkt ist.
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    5. Antwort von René Baron (René Baron)
      @Koller. Ihr Zitat: "Reine Spielchen Russlands" Das ist ihre rein persönliche Meinung und ändert nichts an der Faktenlage. Ich finde es traurig, wenn man bewusst immer nur die eine Hälfte der Geschichte sehen will, die zum eigenen Feindbild passt. Immerhin hat SRF versucht das Ganze in einen ausgewogenen Kontext zu stellen. Andere, wie zum Beispiel die Republik.ch, hetzen ganz offen gegen Russland ohne die Mitverantwortung der Ukraine auch nur in einem Satz zu erwähnen.
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    6. Antwort von Michel Koller (Mica)
      @Baron: Meine Meinung basiert durchaus auf Fakten, meinen Wissen und Erfahrungen mit dem russischen Staat. Mein Wissen basiert auch nicht rein auf Schweizer Medien. Mit wie Vielen Russen und Ukrainern haben sie diese Thematik schon besprochen? Scheuklappen trage ich nun wirklich nicht. Dürfen Sie gerne anzweifeln aber weiter unten sieht man den Unterschied zu informiert und gut informiert.
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