Der Bergsturz von Blatten Ende Mai 2025 hat den grössten Teil des Dorfes verwüstet. Bei Räumungsaktionen auf dem Schuttkegel und am See sind immer wieder Gegenstände zum Vorschein gekommen.
«Diejenigen, die wir identifizieren konnten, haben wir den Besitzerinnen und Besitzern laufend zurückgegeben», sagt Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten. Es gebe aber auch Gegenstände, die bis jetzt niemandem zugeordnet werden konnten.
«Das sind grossmehrheitlich sehr fest beschädigte Gegenstände, die schwer erkennbar bis fast unkenntlich sind», sagt Matthias Bellwald. Trotzdem habe man sie aufbewahrt und systematisch in einem elektronischen Fotoalbum erfasst.
Die Liste sei lang: «Vom Korb bis zum Waldschlitten, vom Fotoapparat bis zu Werkzeug, von Trachtenteilen bis zu Wolldecken ist alles dabei», so der Gemeindepräsident.
Eine Auswahl der noch besser erhaltenen Gegenstände
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Bild 1 von 5. Das Buch stamme wohl aus dem Jahr 1917, sagt Gemeindepräsident Matthias Bellwald. Bildquelle: zvg/Gemeinde Blatten.
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Bild 2 von 5. Alte Milchgefässe aus Holz, um die Milch von der Alp hinunter zu transportieren. Bildquelle: zvg/Gemeinde Blatten.
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Bild 3 von 5. Wer einen Gegenstand wiedererkennt, wie diese Kuhglocke, kann sich die Nummer notieren und bei der Gemeinde melden. Bildquelle: zvg/Gemeinde Blatten.
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Bild 4 von 5. Die Gemeinde ordnet danach die Gegenstände zu. Bildquelle: zvg/Gemeinde Blatten.
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Bild 5 von 5. Die Aktion läuft noch bis Mitte Februar, danach werden diejenigen Gegenstände zurückgegeben, die identifiziert werden konnten. Bildquelle: zvg/Gemeinde Blatten.
Nun hat die Gemeinde Blatten einen Aufruf über die Gemeinde-App gemacht: Wer will, kann die Bilder auf dem Gemeindebüro elektronisch anschauen gehen. Wer etwas entdeckt hat, das ihm oder ihr gehören könnte, könne sich melden.
Erste Erfolge
Innerhalb weniger Stunden hätten sich rund 50 Personen gemeldet, sagt Bellwald: «Wir konnten auch schon erste Erfolge verzeichnen von Gegenständen, die wiedererkennt wurden.»
Dass versucht werde, die Gegenstände den Eigentümerinnen und Eigentümern zurückzugeben, sei ein wichtiger Prozess, so Bellwald: «Gerade für Menschen, die alles verloren haben. Für sie kann es wichtig sein, wenn sie ein Stück zurückerhalten, das für sie mit Erinnerungen verbunden ist.»