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Britische First Lady Carrie Johnson, die neue Ikone für gemietete Mode

First Lady Carrie Johnson setzte am G7-Gipfel ein Zeichen für nachhaltige Mode: Ein Teil ihrer Garderobe war gemietet.

Am ersten Tag des Gipfels trug Carrie Johnson einen pinken Dress, der neu 1800 Schweizer Franken kostet. Mietet man diesen, zahlt man dagegen gerade mal 35 Franken pro Tag. Am Tag zuvor trug sie ein senfgelbes Kleid, das sie für 10 Franken pro Tag gemietet hatte.

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Aus dem Archiv: Wie die Modebranche die Umwelt belastet
Aus ECO vom 23.12.2019.
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Das Mieten von Kleidern ist der neueste Trend im Kampf gegen «Fast Fashion». Das passt zu der 33-Jährigen, die sich schon länger für Umweltschutzanliegen engagiert: Die PR-Frau ist Beraterin der Organisation «Oceana», die sich für den Meeresschutz einsetzt. Es heisst, sie habe auch bei ihrem Gatten die Begeisterung für grüne Themen geweckt.

Carrie Johnson (im Hochzeitskleid) und Boris Johnson posieren für ein Foto
Legende: Keystone

Carrie Johnson ist eine regelmässige Kundin auf der Miet-Plattform «MyWardrobeHq». Seit ihrer Hochzeit mit Boris Ende Mai weiss dies das ganze Königreich, denn das Kleid für die Vermählung hat sie dort für 58 Franken pro Tag gemietet (neu 3600 Franken).

Carries Hochzeit hat bei uns die Nachfrage um 300% gesteigert.
Autor: Georgie HyattChefin Plattform «Rotaro»

Damit habe die Britin einen veritablen Boom für Mietkleidung ausgelöst, erklärt Georgie Hyatt. Sie ist die Chefin der Plattform «Rotaro». Mieten sei ohnehin ein wachsender Trend. «Aber Carries Hochzeit hat bei uns die Nachfrage um 300 Prozent gesteigert.»

Milliardendeal für Secondhand

Investoren sehen in nachhaltigen Alternativen wie Mieten oder Secondhand viel Potenzial. So hat der Online-Marktplatz «Etsy» kürzlich die Mode-App «Depop» für 1.6 Milliarden gekauft. «Depop» ist ein Online-Marktplatz, auf dem Menschen neue und gebrauchte Kleider kaufen und verkaufen können. Etsy rechnet in den USA im Secondhand-Bereich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 39 Prozent.

Für eine Marke ist es attraktiv, wenn sie mit einem Kleidungsstück nicht nur eine Person erreicht, sondern 20 bis 30.
Autor: Georgie Hyatt

Hyatt sieht auch für das Luxussegment Potenzial. Sie stützt sich dabei auf Berechnungen aus den USA, die davon ausgehen, dass bis 2030 10 Prozent von dessen Umsatzes mit Vermietungen erzielt werden können. «Für eine Marke ist es attraktiv, wenn sie mit einem Kleidungsstück nicht nur eine Person erreicht, sondern 20 bis 30.»

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Aus dem Archiv: Secondhand-Läden unter Konkurrenzdruck
Aus ECO vom 23.12.2019.
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In Grossbritannien sticheln einige Zeitungen, dass Carrie die Kleider vielleicht aus Image-Gründen gemietet habe. Zuletzt wurde ihr bei der teuren Renovation der Dienstwohnung Extravaganz vorgeworfen.

Andere böse Stimmen behaupten, das Paar sei zu knausrig oder zu arm für eine komplett gekaufte Garderobe. Bis heute ist nämlich nicht geklärt, ob die Rechnung für die Hausrenovation unerlaubterweise mit Parteispenden beglichen wurde.

Doch solche Seitenhiebe können Carrie Johnson egal sein. Denn eines ist der 33-Jährige so oder so gelungen: Sie hat das Mieten von Kleidern für die Dame von Welt salonfähig gemacht.

10 vor 10, 14.06.2021, 21:50 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Solche "News" sind nur im "10 vor 10" denkbar.
  • Kommentar von James Klausner  (Harder11)
    PR-Gag und Realität sind noch lange nicht dasselbe. Halte ihr "Umweltengagement" für eine Legende.
  • Kommentar von Dave Gruen  (Echt jetzt?)
    Sympathisch und vorbildlich, dass sich so jemand nicht dem Modediktat unterwirft. Ich hoffe, dass ihr Verhalten bei ihr selber so nachhaltig ist, wie die Tat es vorgibt.