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Legende: Video Aus dem Archiv: Ausseneinsatz an der Raumstation ISS abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus SRF News vom 21.10.2017.
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Für 35'000 Dollar pro Nacht Nasa will ab 2020 verstärkt Touristen ins Weltall bringen

  • Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will Touristen ab 2020 in grossem Stil und zu hohen Preisen auf der Raumstation ISS beherbergen.
  • Mit dem Weltraumtourismus will man die immensen Kosten für den Betrieb der ISS stemmen.
  • Aktuell tragen die USA den Grossteil der Kosten von weit mehr als drei Milliarden Euro im Jahr.

«Die Nasa öffnet die Internationale Raumstation für kommerzielle Möglichkeiten und vermarktet diese, wie wir es noch nie zuvor gemacht haben», sagte Finanzchef Jeff DeWit am Freitag in New York.

Dabei sollen Missionen von bis zu 30 Tagen pro Gruppe möglich sein. Ein solcher Trip zur ISS ist allerdings nicht billig: Die Kosten liegen demnach bei etwa 35'000 Dollar – pro Tag und ohne An- und Abreise. Den Transportpreis schätzte DeWit auf etwa 50 Millionen Dollar.

Bis zu zwei private Missionen pro Jahr

Die genauen Kosten werden von den privaten Raumfahrtunternehmen festgelegt, mit denen die Nasa zusammenarbeiten will. SpaceX und Boeing sollen die privaten Crews zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde bringen und auch wieder nach Hause fliegen.

Sie seien auch dafür verantwortlich, dass die Besatzungen die medizinischen Voraussetzungen und Trainingsstandards für einen Aufenthalt auf der ISS einhalten. Die Nasa plant, bis zu zwei private Missionen pro Jahr auf der Raumstation zu beherbergen.

Werbefilme im Weltraum?

Die neue Zielgruppe der Raumfahrtbehörde sind nicht nur Superreiche, sondern auch die Privatwirtschaft. So könnten die ISS-Labore für kommerzielle Interessen geöffnet werden und Werbefilme im Weltraum gedreht werden, hiess es. Zudem kündigte die Nasa an, dass die Möglichkeit geschaffen werde, ein kommerzielles Modul an die Station anzudocken.

Geld für Mondmission sammeln

Das erklärte Ziel der US-Raumfahrbehörde ist es, das Budget für ihre geplante Mondmission 2024, bei der das erste Mal eine Frau auf dem Erdtrabanten landen soll, zu steigern. Der Schritt markiert eine grundlegende Veränderung in der wirtschaftlichen Strategie der Nasa und wird DeWit zufolge die Lasten für die US-Steuerzahler vermindern.

Die USA tragen den Grossteil der Kosten für die ISS von weit mehr als drei Milliarden Dollar im Jahr. Die Gesamtkosten für Aufbau und Betrieb belaufen sich nach Schätzungen bereits auf deutlich über 100 Milliarden Dollar.

Die künftigen Gäste auf der ISS werden nicht die ersten privaten Besucher sein:

Diese Touristen waren bis jetzt schon auf der ISS

Dennis Tito
Der amerikanische Multimillionär flog im April 2001 zur Weltraumstation ISS und war der erste Weltraumtourist überhaupt.
Mark Shuttleworth
Der südafrikanische Geschäftsmann wurde 2002 zum ersten Afrikaner im All.
Gregory Olsen
Der US-Millionär kehrte im Oktober 2005 von der ISS zurück. Er war auch an wissenschaftlichen Experimenten beteiligt.
Anousheh Ansari
Die US-Unternehmerin iranischer Abstammung machte 2006 im Auftrag der europäischen Weltraumbehörde Esa Experimente.
Charles Simonyi
Der US-Millionär und Software-Entwickler leistete sich den Trip gleich zweimal: 2007 und 2009.
Richard Garriott
Der amerikanische Spieleentwickler und Sohn eines Raumfahrers war im Oktober 2008 gut eine Woche auf der ISS.
Guy Laliberté
Der kanadische Gründer des Zirkus-Unternehmens "Cirque du Soleil" kam im Oktober 2009 zur ISS.
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15 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Unter den vielen Superreichen, gibt es bestimmt genügend Deppen die solchen Blödsinn erlebt haben müssen. Dann Haben Sie wieder etwas, womit sie prahlen können!
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  • Kommentar von Thomas Meier  (Harz)
    Und dies sicher alles im Namen des Klimaschutzes! Doppelmoral lässt grüssen! Riesenwitz das ganze.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Ich denke nicht dass die ISS im Namen des Klimaschutzes gebaut wurde. Also gibt es da auch keine Doppelmoral. Nicht jedes wissenschaftliche Projekt dreht sich um den Klimaschutz. Das ist auch nicht nötig.
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  • Kommentar von Simon Weber  (Weberson)
    Die Forschungen auf der ISS sollen ja bis 2020 eingestellt werden, soweit ich das begriffen habe. Danach mutiert diese zum Hotel anscheinend. Irgendwie war es ein teures Forschungs-Projekt und ich frage mich, ob es der Menschheit wirklich das Gewünschte gebracht hat? Weil das was nachher kommt, bringt der Menschheit (ausser ein paar mit zu viel Geld) tatsächlich gar nichts mehr..
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Wenn auf www.ArXive.org, der open source platform auf der Physiker ihre Forschungsresultat öffentlich publizieren, den Begriff International Space Station suchen dann finden sich aktuel 248 wisseschftliche Publikationen von Projekten die auf der ISS durchgeführt wurden https://arxiv.org/search/?query=international+space+station&searchtype=all&source=header das entspricht rund 120 Doktorarbeiten. Und diese Daten sind für sie gratis jederzeit verfügbar.
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    2. Antwort von Simon Weber  (Weberson)
      @A. Müller. Besten Dank für die Info. Das heisst dann pro Doktorarbeit ca. 1 Millarde kosten?
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    3. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Forschungsresultat der Grundlagenforschung sollte man nicht aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel betrachten, weil die langfristigen Auswirkungen unbekannt sind. Hätte Röntgen je gedacht, dass seine Experimente mit X-Strahlen zu einem der weltweit wichtigsten Diagnoseverfahren werden würde, von dem auch sie heute profitieren? Hätte Flemming geahnt wie viele Millionen Leben er mit der Entdeckung des Antibiotikums retten wurde? Auch davon profitieren sie, zum Glück war das Geld dafür da.
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    4. Antwort von Simon Weber  (Weberson)
      @A. Müller: Da gebe ich Ihnen absolut recht, dass die Forschung im Allgemeinen sehr wichtig ist und einigen Menschen durchaus geholfen hat. Dennoch erscheint es mir als abgehoben, über Atomuhren und Relativitätstheorien zu forschen, während ein Grossteil der Erdbevölkerung viel "lösbarere" Probleme hat, die man mit diesen finanziellen Mitteln angehen sollte.
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