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Waldbrände in Schweden Viel Regen, aber nicht genug

Die Hitzewelle in Schweden ist vorbei, es hat geregnet. Ist die Gefahr damit gebannt? Nicht ganz. Denn im Boden schwelt es weiter.

Legende: Audio Bruno Kaufmann: «Gefahr noch nicht vorbei» abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
05:11 min, aus SRF 4 News aktuell vom 30.07.2018.

Darum geht es: Drei Monate hatte die Hitzewelle gedauert und die schlimmsten Waldbrände in der neueren Geschichte Schwedens ausgelöst. Am Wochenende fiel nun der langersehnte Regen. Es gibt aber immer noch 20 akute Waldbrände im ganzen Land – zum Teil auch neue, etwa entlang der Eisenbahn nach Nordschweden. «Alle Züge sind gestoppt worden», weiss SRF-Nordeuropa-Mitarbeiter Bruno Kaufmann. Der Regen habe zwar dabei geholfen, die grössten Brände unter Kontrolle zu bringen. «Man rechnet aber damit, dass es bis ins nächste Frühjahr hinein im Boden weiterschwelt.»

Leichtes Aufatmen: Der Regen wie auch die Abkühlung der letzten 24 Stunden haben dazu beigetragen, dass man in Schweden optimistisch ist. Auch in den nächsten Tagen werde es eher 25 Grad und nicht mehr 35 Grad heiss sein, so Kaufmann. Deshalb habe man einen Teil der internationalen Hilfsteams verabschiedet. «Sie werden weiter im Süden Europas benötigt.»

Qualmender Waldboden
Legende: Drei Monate hatte die Hitzewelle gedauert und die schlimmsten Waldbrände in der neueren Geschichte Schwedens ausgelöst. Keystone

Neues Problem: Am Wochenende hat es kräftig geregnet, zum Teil sogar zu kräftig: Der ausgetrocknete Boden konnte die Regenmengen nicht aufnehmen. An verschiedenen Orten kam es zu Überschwemmungen, nachdem es innerhalb weniger Stunden so viel regnete wie sonst in einem Monat. Zum Beispiel in der Universitätsstadt Uppsala: «Dort standen grosse Teile der Stadt unter Wasser», erklärt Kaufmann. Der Bahnhof wurde gesperrt. «Man befürchtete, dass das Wasser auch Strom führen könnte.» Auch der Flughafen Arlanda im Norden Stockholms wurde geschlossen.

Erste Schadensbilanz: Die Hochwasserschäden dürften bald beseitigt sein. Bis allerdings die Schäden der Brände beseitigt sind, wird es Jahre dauern, ist der Nordeuropa-Kenner überzeugt. Für eine Bilanz sei es zwar noch zu früh. Aber schon jetzt sei klar, dass enorme Werte zerstört wurden. «Tausende von Quadratkilometern Wald haben gebrannt, das sind Milliardenverluste für die Waldbesitzer.» Und es stelle sich auch die Frage, wie viel die Versicherungen letztlich übernehmen.

Keine Todesopfer: Immerhin haben die Brände in Schweden – anders als etwa in Griechenland – keine Menschenleben gefordert. Die Anwohnerinnen und Anwohner in den betroffenen Gebieten konnten alle rechtzeitig gewarnt werden. «Das ist sicher auch eine Folge eines ersten, sehr grossen Brandes vor vier Jahren, als es zu Todesopfern kam», sagt Kaufmann. «Abgelegene Weiler und einzelne Höfe mitten in den Wäldern konnten diesmal evakuiert werden.» Es sei gelungen, diese Menschen mit einem Frühwarnsystem zu retten – zum Teil auch aus der Luft. Darüber sei man in Schweden sehr erleichtert.

70% der Fläche Schwedens ist bewaldet.
Legende: 70% der Fläche Schwedens ist bewaldet. SRF

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3 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Schön zu hören, die Hitzewelle in Schweden ist vorbei, es hat geregnet. Zu wüschen ist, dass Schweden die Gefahr der Waldbrände unter Kontrolle bringen kann. Ich frage mich was ist mit den Wildtieren Elch, Bär, Wolf etc. geschehen, die von den Bränden überrascht wurden? Hoffe, dass sich viele retten konnten. Darüber wurde bis jetzt geschwiegen.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Schwedens Wald scheint auf den ersten Blick vorbildlich. Doch es wird zurecht erwähnt, dasses vorallem aus Penienarten Industriewald, Fichten(Weisstannen) und Kiefern(Föhren) besteht - zu 80 Porzent, der Rest sind Laubarten die fehlen. Vorallem wird und wurde viel zu viel Altwalt vernichtet. Und das wird kaum erwähnt. Die Ganze Vielfalt geht verlohren. Und die Böden geben das Ganze CO2 frei. https://www.sveaskog.se/de/forstwirtschaft-auf-gut-schwedisch/fakten-kurz-gefasst/fakten-kurz-gefasst-1/
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    1. Antwort von Roland Gadient (Roland Gadient)
      Schweizer sollten uns auch langsam Gedanken über unser Wasser machen. Die Lösung ist eigentlich sehr einfach, wir sollten Speicherseen bauen nicht nur in Bergen, sondern auch im Flachland, wir könnten damit zwei Probleme lösen, nämlich wenn es extrem regnet könnten wir Wasser zurück behalten ev. sogar damit W-energie produzieren. Desweitern sollten wir aufhören Flüsse zu begradigen (wird schon viel gemacht), sowie die Trinkwasservorräte bei jeder Gemeinde verdoppeln. Kosten ca. 8 Milliarden
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