Zum Inhalt springen

Header

Audio
Massnahmen für sauberes Trinkwasser
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 27.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:46 Minuten.
Inhalt

Chlorothalonil bleibt erlaubt Doch kein Verbot für das umstrittene Fungizid im Kanton Bern

Das Berner Kantonsparlament will Chlorothalonil nicht verbieten. Trotzdem soll das Trinkwasser besser geschützt werden.

Seit dem Sommer wird der Einsatz von Chlorothalonil heiss diskutiert. Zum Beispiel im Berner Seeland wurde das Fungizid vielerorts im Grundwasser gemessen. Der Grenzwert wurde teilweise um das Zehnfache überschritten.

Möglicherweise krebserregend

Aus dem Grundwasser gelangt das Chlorothalonil ins Trinkwasser. Dies ist problematisch, da Chlorothalonil gemäss neusten Forschungsergebnissen als möglicherweise krebserregend gilt.

Das Berner Kantonsparlament hätte heute eigentlich über ein sofortiges Verbot von Chlorothalonil abstimmen wollen. Diese Forderung zogen die Urheber der Motion von Grünen, SP, EVP und GLP zurück, da derzeit bereits auf Bundesebene ein Verbot dieses Pflanzenschutzmittels geprüft wird.

Chloro was?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der in der Landwirtschaft seit den 1970er-Jahren als Fungizid eingesetzt wird, insbesondere zum Schutz von Getreide gegen zahlreiche Krankheiten. Das Pflanzenschutzmittel wird aber nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt, sondern auch bei Rasenflächen, Blumen, Sträucher oder Zierpflanzen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte im Frühling Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung durch Abbauprodukte von Chlorothalonil fest.

Wegen der möglichen krebserregenden Wirkung dieser Stoffe hat die EU das Pestizid auf die Liste der verbotenen Pflanzenschutzmittel gesetzt.

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten seit Anfang Juli 2019 strenge Höchstwerte für Chlorothalonil. Es handelt sich um eine Vorsorgemassnahme, da nicht erwiesen ist, dass diese Stoffe für Menschen ungefährlich sind.

Trotzdem soll das Trinkwasser im Kanton Bern besser geschützt werden. Der Kanton soll den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden im Zuströmbereich von Trinkwasserfassungen einschränken. Der Grosse Rat hat eine entsprechende Motion mit 80 zu 70 Stimmen überwiesen.

Bevölkerung gut informieren

Der Berner Grosse Rat sprach sich im weiteren dafür aus, dass die Bevölkerung detailliert über Grund- und Trinkwasserverunreinigungen informiert werden solle. Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) wies darauf hin, dass dies in der Zuständigkeit der einzelnen Wasserversorgungen liege.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die absolute verantwortungslose Unfähigkeit der Zuständigen im Schweizer: Bundesrat, Parlament, Regierungsrat, politischen Grossparteien, Ämtern, Behörden, ist eine Blamage! Diese zeigen deutlich auf, wo die tatsächlichen Prioritäten dieser "ArbeitnehmerInnen" des Volkes klar gesetzt werden! Jedenfalls nicht für das essentielle, gesundheitliche WOHL der Bevölkerung (ArbeutgeberIn)! "A propos Volks-Politik und Volks-Vertreter!?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Danke für den Hinweis. ich werde in Zukunft bei Apéros auf die Chips verzichten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Erich Bucher  (Farbenfroh)
    Will da einer den Mineralwasservetkauf ankurbeln? Flattert dann schon mal die Information von vergiftetem Wasser ins Haus, bleibt einem wohl der Kauf von Mineralwasser nicht erspart.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen