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Postauto zahlt Geld zurück Was eine Bündner Gemeinde mit dem unverhofften Geldsegen macht

Die Gemeinde Vaz/Obervaz bekommt fast eine halbe Million. Der Gemeindepräsident ist überglücklich.

Legende: Audio «Geldsegen» für Gemeinden als Folge des Postauto-Skandals abspielen. Laufzeit 05:50 Minuten.
05:50 min, aus Echo der Zeit vom 30.12.2018.

Jahrelang hat die Postauto AG Gewinne verschleiert und so unberechtigte Subventionen in Millionenhöhe bezogen. Nun wurde Geld an die Gemeinden zurückbezahlt. Zum Beispiel an Vaz/Obervaz im Kanton Graubünden. Sie erhielt 463'000 Franken. Eine ungewohnte Situation für Gemeindepräsident Aron Moser. Denn normalerweise müssen Gemeinden eher Geld sparen.

Starke Abhängigkeit vom Tourismus

«Es hat uns natürlich gefreut, dass wir das erhalten haben», so Moser. «Ich denken, dass wir das Geld sehr gut gebrauchen können.» Vaz/Obervaz hat zwar nur 2700 Einwohner, zum Gemeindegebiet gehören aber mehrere Dörfer, darunter auch die Kurorte Lenzerheide und Valbella.

Die Gemeinde ist sehr stark vom Tourismus abhängig – und damit auch den witterungs- und währungsbedingten Schwankungen ausgesetzt.

Moser weiss, was er mit dem Geld anstellen will

Ein Teil des Geldes soll deshalb dem Tourismus zugutekommen. Denn die Bergbahnen würden sich beispielsweise auch an der Finanzierung des Sportbusses beteiligen, betont Moser. Und dieser wird mit Postautos betrieben.

Strasse mit Häusern im Winter.
Legende: Der Gemeindepräsident will mit dem Postauto-Geld die Haltestellen behindertengerecht umbauen. Keystone

Deshalb werde ein Drittel der 463'000 Franken an die Lenzerheide Bergbahnen abgegeben. Was die politische Gemeinde mit ihrem Anteil des Geldes macht, ist noch nicht definitiv entschieden. Aber Aron Moser hat bereits einen Plan.

Geld 2020 in Projekte investieren

«Es gibt die Weisung, sämtliche Posthaltestellen behindertengerecht umzubauen. Wir haben diverse Bushaltestellen und ich denke, dass man dort das Geld gut einsetzen kann», so Moser.

Ob die Rückzahlung von Postauto tatsächlich dafür eingesetzt werden wird, muss der Gemeindevorstand offiziell entscheiden – das letzte Wort hat dann die Gemeindeversammlung. Im Rahmen des Budgets 2020 soll das Geld dann in Projekte umgesetzt werden.

Abhängig vom Postauto

Gemeindepräsident Moser hofft nun, dass Postauto in Zukunft weiterhin ein zuverlässiger Partner ist. Denn ein funktionierender Postauto-Betrieb ist für die Gemeinde Vaz/Obervaz existenziell.

Eine Zugsverbindung gibt es nicht, Einheimische wie Touristen bleiben im öffentlichen Verkehr deshalb auf die gelben Busse angewiesen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Ich komme mir bei den Kommetaren vor, wie Graubünden zufrieden sein darf, dass die PostAuto AG hochlöblich das abgezockte zurückzahlt. Was den Vorschlag ambetrifft muss ich die Unterländerländer in dem Sinne informieren, dass es GR gut geht (hat 4 5Milliarden Vermögen mit 1 Franken Schulden, sie verstehen richtig, einen Franken, sowie ca. 2. 7 Milliarden offenen und versteckte Reserven, sowie hat jeder Bünder 6'400.00 Guthaben beim Kanton. Das Gleiche bei den Gemeinden jede 2. Steuersenkung.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Es wäre nicht ungeschickt von den Gemeinden sich von der Buchhalter Mentalität zu lösen und Überschüsse als Reserven für schlechte Zeiten anzulegen !
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Je nachdem. Wenn es zukunftsgerichtete, sinnvolle Investitionen gibt, dann kann es auch sehr geschickt sein von den Gemeinden, wenn sie solches Geld dafür einsetzen.
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  • Kommentar von Remo Vock (Ich_meine_es_ehrlich)
    Nur weil die Oberen von Postauto Schweiz krumme Dinge gedreht haben, heisst das nicht, dass die ganze Postauto-Organisation schlecht ist - ich jedenfalls reise seeehr gerne mit den Postautos, sei es einfach Überland oder auch über unsere wunderschönen Pässe! Das Personal ist freundlich und hilfsbereit und die Strecken schlicht einfach schön. Auch ist zu vermerken, dass das Postauto die abgelegendsten Orte der Schweiz mit dem besser erschlossenen Teil der Schweiz verbindet!
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