Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz 100 Millionen mehr für das Asylwesen

Das Asylwesen kommt den Bund im laufenden und im nächsten Jahr massiv teurer zu stehen als geplant. Um ganze 100 Millionen Franken müssen die Kostenprognosen für 2014 nach oben korrigiert werden. Grund: Die Behörden rechnen mit mehr Asylgesuchen.

Legende: Video 2013: 30‘000 Asylbewerber erwartet abspielen. Laufzeit 04:04 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.01.2013.

Mit 23'000 Asylgesuchen in diesem Jahr hatte der Bundesrat gerechnet, als er im letzten Sommer das Budget für 2013 und den Finanzplan für die kommenden drei Jahre verabschiedete. Inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass es gegen 30'000 Asylbewerber sein dürften.

Im Empfangszentrum Chiasso stehen die Asylbewerber fürs Essen an.
Legende: Im Empfangszentrum Chiasso stehen die Asylbewerber fürs Essen an. Keystone

Dies wird sich vor allem im nächsten Jahr finanziell massiv auswirken, bestätigt Karl Schwaar, stellvertretender Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung: Aufgrund der «politischen und wirtschaftlichen Situation in den Herkunftsländern» müsse in nächster Zeit mit mehr Asylgesuchen gerechnet werden. «Das heisst, dass im Jahr 2014 der Finanzbedarf rund 100 Millionen höher sein wird, als wir im laufenden Finanzplan vorgesehen haben», so Schwaar weiter.

Die Asylkosten würden damit im nächsten Jahr auf rund 1,43 Milliarden Franken ansteigen und damit fast den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 1999 erreichen. Innerhalb von nur fünf Jahren wären die Ausgaben fürs Asylwesen somit um eine halbe Milliarde Franken angewachsen.

Dass sich die Zunahme der Asylgesuche im nächsten Jahr auswirkt, habe damit zu tun, dass man mit mehr anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einer vorläufigen Aufnahme rechne, erklärt Sibylle Siegwart vom Bundesamt für Migration. Die Zunahme an Gesuchen habe Mehrkosten für Sozialhilfeleistungen und Verfahren verursacht. «Hinzu kommt, dass Asylgesuche, die Ende 2013 gestellt werden, sich in den Kosten in 2014 niederschlagen», so Siegwart.

Aber auch schon im laufenden Jahr wird das Asylbudget, das im Parlament in der Wintersession eben gerade verabschiedet worden ist, nicht reichen. Siegwart: «Im Herbst wird der Bundesrat dem Parlament einen Nachtragskredit unterbreiten. Wie hoch der sein wird, ist aber noch nicht klar.» Zurzeit würden die Prognosen für die Asylgesuche noch einmal überarbeitet, sagt das Bundesamt für Migration.

(snep)

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

81 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Bracher, Bern
    Die heutige SP lebt vornehmlich von populistischer Propaganda, welche gegen komplexe Probleme durch Schüren von Emotionen und Pauschalisieren vermeintlich einfache Lösungen aufzeigt. Damit lenkt sie den einfachen Wähler aber nur von ihrer wahren Politik ab, welche klar auf die eigenen Beamten ausgerichtet ist. Mit reiner Sachpolitik verliert die SP ihre Basis, da diese zu dumm oder faul ist, sich mit komplexen Sachverhalten differenziert auseinanderzusetzen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von R. Baur, Einsiedeln
      Haben sie da nicht die Partei verwechselt? Das ist doch genau das Wirken der SVP. Dabei haben sie noch vergessen, das die SVP die Schweiz kaputt sparen will so nach dem Moto: ist der Staat reich und das Volk arm lässt es sich besser terrorisieren. Ist etwas überzogen ich weiss aber es hat schon ein Spürchen Wahrheit drin. ;-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sandra Brunner, Chur
    Wo liegt das Problem, liebe Schweizer/innen? Zahlen sie weiter ihre Steuern. Sie wählen ja Links/Grün. Sie lieben ja diese Politik. Also lebt damit oder wählt Partein, die FÜR die Schweiz Politik machen - nicht für Afrika/EU!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Anstatt über pol. Gruppierungen die in diesem Lande sowieso nicht massgebend sind zu lamentieren: Was haben sie für Lösungsvorschläge?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Sandra Brunner, Chur
      @Planta. SVP wählen! Dann werden die 98% Arbeits-Asyl-Missbraucher sofort ausgeflogen und die Schlepper verdienen keinen Rappen mehr. Sonst noch fragen, Herr Planta?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Tobias Funk, Embrach
      Ja da hätte ich noch eine Frage an Sie: Was denken Sie was für Kosten das verursachen würde 98% dieser "Arbeits-Asyl-Missbraucher" auszufliegen? Wieviele Personen wären das effektiv? Ausserdem braucht es noch kompetenes Personal, das die Ausschaffung durchführt, wieviele Kosten verursachen diese? Ach Ja Ausschaffungskosten betragen realistisch pro Person "durchschnittlich 20'000 Franken" Zitat Thomas Hurter (SVP NR und Linienpilot).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Wenn schon T. Funk, sollten Sie Thomas Hurter auch richtig zitieren. Er findet es nämlich einen Blödsinn, ein 160 Platz-Flugzeug für Fr. 110'000.-- zu mieten (was Realität ist), um 6 Asylbewerber zurückzuschaffen. Er findet, dass kleinere Flugzeuge von der Armee auch reichen würden und solch blödsinnige Kosten gar nicht nötig wären.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ruth Gfeller, Hergiswil
    Die SVPler reissen ihre Mäuler weit auf. Dabei sind die Ursachen für den Flüchtlingsstrom aus dem Süden zum Teil von der Schweiz mitverschuldet. Ich denke z.B. an die Unmengen an Steuerfluchtgeldern aus Afrika, die auf unseren Banken liegen, statt den Menschen in Afrika zu Gute zu kommen (Bessere Infrastrukturen dank höheren Staatseinnahmen). Weitere Fluchtursachen: Vergiftete Geschenke-Wie die EU Afrika in die Armut treibt 1/10 www.youtube.com/watch?v=C633o2omiAc
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jürg Sand, Zürich
      Frau Gfeller, sie haben recht, teilweise. Mit Steuermilliarden wird nutzlose "Entwicklungshilfe" geleistet, die bereits von den "Geholfenen" hinterfragt wird. Was die "Unmengen" von Steuerfluchtgeldern aus Afrika angeht, befinden Sie sich auf Niveau "Hörensagen". Fakt ist, dass dieser Kontinent die Eigenschaft aufweist, kaum etwas selber zustande zu bringen, ausser seine eigenen Leute wechselweise über den Tisch zu ziehen und hunderte von Milliarden Entwicklungsgeldern versickern zu lassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Die "Entwicklungshilfe" oder "humanitäre Hilfe" J. Sand, könnte man auch schon längst geziehlte Ausbeutung nennen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen