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Legende: Video Angst vor der Antenne: Der Widerstand gegen 5G wächst abspielen. Laufzeit 09:57 Minuten.
Aus Rundschau vom 29.05.2019.
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5G-Gegner machen mobil Bunter Protest gegen Handy-Antennen

Die Telekomanbieter wollen die neue Mobilfunk-Generation rasch einführen – aber sie stossen auf heftigen Widerstand.

  • Bis Ende Jahr soll ein schweizweites 5G-Netz stehen. Aber der Protest aus der Bevölkerung gegen die Antennen reisst nicht ab.
  • Die Motive der Gegner sind unterschiedlich: Die einen fürchten die Strahlung, andere sehen die demokratische Mitsprache in Gefahr.
  • Für 5G gelten die bisherigen Strahlen-Grenzwerte. Kritiker fürchten aber, diese würden in Zukunft erhöht.

Bauer Fritz Zimmermann macht sich Sorgen: Um seine Familie, seine Kühe. Auf dem Dach der alten Dorfschule gleich neben seinem Hof will die Swisscom eine 5G-Antenne installieren. Das Bauprofil steht seit einigen Wochen.

Ich befürchte, dass die Antenne Krankheiten auslöst.
Autor: Fritz ZimmermannLandwirt

Bei Bauer Zimmermann macht sich eine diffuse Angst breit: «Ich befürchte, dass die Antenne Krankheiten auslöst», sagt er. Bis jetzt hätten ihn die Behörden nicht überzeugen können, dass die Strahlen unbedenklich seien. Er organisierte im Dorf den Widerstand, machte Einsprachen, sammelte Unterschriften für eine Petition.

Hort des Widerstands

Vor kurzem demonstrierte der Landwirt zusammen mit rund tausend anderen Gegnern der neuen Technologie an der «Stop 5G»-Demonstration in Bern. Es ist eine bunte Schar von Menschen, die sich von der technischen Entwicklung überrollt fühlt.

Die Motive für den Protest sind vielfältig: Elektrosensible leiden unter der Strahlung; Hausbesitzer befürchten einen Wertverlust ihrer Immobilie; Umweltschützer und Polit-Aktivisten sehen das demokratische Mitspracherecht ausgehebelt.

5G-Antenne wird aufgebaut
Legende: Die Behörden versuchen, die Kritiker zu beruhigen – denn auch mit 5G gelten für die Strahlung die bisherigen Grenzwerte. Keystone

Grenzwert als Streitpunkt

Die Behörden versuchen, die Kritiker zu beruhigen. Ihre Botschaft: Auch mit 5G gelten für die Strahlung die bisherigen Grenzwerte. Bisher konnte keine Studie gesundheitliche Risiken unterhalb dieser Grenzwerte feststellen. Der Knackpunkt: Die langfristigen Auswirkungen sind wenig erforscht.

Und: Viele der Demonstranten befürchten, dass die geltenden Grenzwerte über kurz oder lang erhöht werden – und damit auch das Gesundheitsrisiko. Würde der Grenzwert erhöht, müssten die Telekomunternehmen weniger Antennen installieren. Das Parlament lehnte eine Erhöhung indes ab.

Swisscom will Fahrplan einhalten

Die Swisscom will bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G abdecken. Aber das Unternehmen ist mit einer wachsenden Zahl von Einsprachen konfrontiert.

Wir haben bei einem Drittel der Standorte Einsprachen.
Autor: Christoph AeschlimannKonzernleitungsmitglied Swisscom

Christoph Aeschlimann ist bei Swisscom für den Netzausbau verantwortlich. «Einsprachen im Mobilfunk sind nicht neu», sagt er. «Wir haben etwa bei einem Drittel der Standorte Einsprachen, das war aber auch bei der Einführung von 3G und 4G nicht anders.» Der Fahrplan werde dennoch eingehalten.

Während die Telekomanbieter 5G als Zukunftstechnologie mit Hochgeschwindigkeit bewerben, wächst bei den Gegnern die Angst vor dem Schnellen, dem Neuen, dem Unbekannten mit möglichen gesundheitlichen Folgen. Die Angst vor dem technischen Fortschritt: Diesen Aspekt scheint die Branche unterschätzt zu haben.

Legende: Video Aus dem Archiv: Was bringt 5G? abspielen. Laufzeit 03:04 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.02.2019.
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41 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Wohl einer der grössten Trugschlüsse ist zu meinen nur weil etwas überall vorkommt, sei es sicher, wie eben diese Technolgie. Der Zusammenhang zwischen Tumore und kurz-mittel-und langfristigen Exposition wird nicht mehr lange als 'zufällig' oder 'nicht relevant' sich bagatellisieren lassen. Dass die Gesellschaft sich in eine von unkritischen, gewinnorientierten Technikkonzernen und allen, die bedingslos daran festhalten wollen, in eine TINA-Situation geraten ist, ist wohl klar.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Wieviele der Demonstrierenden essen wohl Tiefkühlpizzas und Lebensmittel mit Stabilisatoren und E-Inhalten? Da sollten sie sich mal Sorgen und Gedanken machen!
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  • Kommentar von Brenda Schneider  (BrendaSchneider)
    Auszug der Studie d. Arbeitsgruppe v. BAFU 17.4.19:

    " …… Nach wissenschaftlichen Kriterien ausreichend nachgewiesen ist eine Beeinflussung der Hirnströme. Begrenzte Evidenz besteht für eine Beeinflussung der Durchblutung des Gehirns, für eine Beeinträchtigung der Spermienqualität, für eine Destabilisierung der Erbinformation sowie für Auswirkungen auf die Expression von Genen, den programmierten Zelltod und oxidativen Zellstress."

    5G = nachweislich ein grosses Gesundheitsrisiko !!
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    1. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Die Studie hat rein gar nichts mit 5G zu tun. Es geht einzig ums Handy selbst. Deshalb empfiehlt beispielsweise auch die Krebsliga, das Handy mit einer Freisprechanlage zu benutzen oder mit dem traditionelle Telefon am Festnetzanschluss zu telefonieren.
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