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Legende: Audio 3G, 4G, 5G - das ist der Unterschied abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
03:37 min, aus Espresso vom 16.05.2019.
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Mobilfunkstandards im Fokus 3G, 4G, 5G – was ist der Unterschied?

Jeder neue Mobilfunkstandard machte auch neue Anwendungen möglich. Wir erklären die Unterschiede zwischen 3G, 4G und 5G.

Der Fortschritt im Mobilfunk ist ein wenig wie Familiengeschichte: Das «G» steht für «Generation» und die vorangestellten, immer grösser werdenden Nummern bezeichnen verschiedene Generationen von Standards, die alle auf der Elterngeneration aufbauen. Frei nach dem Prinzip: Schneller, besser, weiter.

Die Nullerjahre: 3G

Was das Smartphone anzeigt: «3G» (Standard: UMTS), «H» (Standard: HSPA), «H+» (Standard: HSPA+), manchmal auch «LTE» (Standard: Long Term Evolution).

Das bringt die neue Generation: 3G kommt zu Beginn der 2000er-Jahre auf und legt den Boden für die Smartphone-Zukunft. Die neuen Standards holen sozusagen das Internet auf das Telefon – auch weil sich damit schneller Daten übertragen lassen als in der Generation zuvor.

Konsumenten können nun mit dem Handy im Internet surfen, noch bevor es überhaupt Smartphones gibt. Der Verkaufsstart des ersten iPhones läutet dann 2007 definitiv das Zeitalter der Smartphones und Apps ein.

Übertragungsrate: bis 42 Mbit/s.

Nachteile: Das sogenannte SS7-Protokoll ist der grösste Schwachpunkt eines UMTS-Netzes, bei dem Sicherheitsforscher bereits zahlreiche Angriffe demonstriert, Link öffnet in einem neuen Fenster haben.

Die 2010er-Jahre: 4G

Was das Smartphone anzeigt: «LTE+» (Standard: Long Term Evolution Advanced), «4G». «LTE» ist eigentlich noch Teil der dritten Generation, erst «LTE+» wird der vierten Generation zugeordnet.

Das bringt die neue Generation: Mit 4G werden Daten noch schneller hin und her geschickt. Es ist nun möglich, unterwegs Videos zu streamen oder per Video mit Freundinnen zu telefonieren. 4G ist also die «Generation Live-Streaming».

Übertragungsrate: bis 1000 Mbit/s

Nachteile: Die vierte Generation trägt einige Altlasten mit sich; das SS7-Protokoll wird weiterhin verwendet, um mit älteren Standards kompatibel zu sein. Eine Forscherin präsentierte zudem 2017 mehrere Schwachstellen, Link öffnet in einem neuen Fenster in einem anderen 4G-Protokoll. Ähnlich wie in der Generation zuvor ist 4G bei grossen Menschenansammlungen instabil, in entlegenen Gebieten ist die Netzabdeckung von 4G schlecht. Medienberichte von damals schätzen, dass mehrere tausend neue Antennen für den Ausbau nötig sind.

Wer sind die Vorgänger?

«1G» existiert als solcher Begriff nicht, er bezeichnet das analoge Telefon. «2G» ist die erste volldigitale Mobilfunktechnik der 90er-Jahre. Die in der zweiten Generation verwendeten Standards kennen wir als GSM, GPRS oder EDGE. Letzteres ist manchmal noch als «E» auf dem Smartphone zu erkennen. Verschiedene Mobilfunkanbieter sind daran, ihre 2G-Netze abzuschalten und durch neuere Generationen zu ersetzen.

Die 2020er-Jahre: 5G

Was das Smartphone anzeigt: noch unbekannt.

Das bringt die neue Generation: 5G ist derzeit vor allem für die Industrie, die Wirtschaft und Logistik wichtig und kündet dort grössere Umwälzungen an, beispielsweise für das Internet der Dinge oder selbstfahrende Autos.

Für Konsumentinnen soll das mobile Internet spürbar schneller, energieeffizienter und stabiler werden.

Verschiedene 5G-Standards werden derzeit noch entwickelt, derjenige für Konsumentinnen soll ab nächstem Jahr verfügbar sein. Die fünfte Generation bringt einige Verbesserungen in punkto Sicherheit mit sich – so ist neuerdings die IMSI-Nummer, Link öffnet in einem neuen Fenster verschlüsselt, die eine Teilnehmerin im Mobilfunk eindeutig identifiziert.

Übertragungsrate: bis zu mehreren Gbit/s.

Nachteile: Um 5G flächendeckend einzusetzen, ist ein sehr teurer, grosser Ausbau der bisherigen Infrastruktur nötig, was möglicherweise zu teureren 5G-spezifischen Abonnementen für Konsumenten führt.

Debatte: 5G benutzt derzeit Frequenzbänder im Bereich der bisherigen Mobilfunk- und WLAN-Frequenzen (bis 4 Gigahertz). Doch 5G soll nicht nur Menschen vernetzen, sondern auch viele Geräte, was die jetzige Infrastruktur an ihre Grenzen bringt.

Für den Einsatz in höheren Frequenzbereichen müsste zuerst die Strahlenschutzverordnung (NISV, Link öffnet in einem neuen Fenster) angepasst werden. Oder, um die bisherige Verordnung einzuhalten, noch mehr Antennen aufgestellt werden, was wiederum mehr Kosten verursacht.

Zudem existieren Bedenken gegenüber möglichen Gesundheitsrisiken. Eine Arbeitsgruppe des Bundes untersucht derzeit die möglichen Risiken und will die Ergebnisse diesen Sommer präsentieren.

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38 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Z.B. die Datenmenge. Es wird so viele Daten geben, dass man deren Aufbewahrung nicht mehr garantieren kann. Und keiner scheint zuzugeben, dass wir Unmengen an Energie "versauen" würden, um diese Datenmenge schon nur für ein bis zwei Jahre einigermassen im Griff zu behalten. Leider werden die echten "Profis" des IT nicht gefragt, und vor allem lässt man sie nicht sprechen.Die echten Profis unterscheiden sich so von den "Elite-Gesegneten" +man verhindert, dass die einmal offen sagen was Fakt ist.
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  • Kommentar von Dani Furer (einfach statt kompliziert)
    "Frei nach dem Prinzip: Schneller, besser."
    Vor 2 Jahren ein "hochmodernes" Senioren Notruf- und Ortungsgerät gekauft für 600.-
    Die Überraschung: Das Ding läuft genau bis Ende 2020, weil G2 da abgeschalten wird. Der ganze Müll der nur verkauft wird um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, um nach 4 Jahren ein erneutes Geschäft zu machen, stosst schwer auf. Geräte, wo man leider erst mit der Anwendung merkt, wie untauglich und nicht durchgedacht diese Abzockerprodukte sind.
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    1. Antwort von Beno Trütsch (benotruetsch)
      Nun 2G gab es jetzt aber für fast 30 Jahre und es wird schon seit einigen Jahren gemunkelt, dass man dies bald abschalten möchte. Wenn Sie vor 2 Jahren noch ein Gerät gekauft haben, welches nur 2G kann, dann wurden Sie schon etwas über den Tisch gezogen. Da wurde ihnen bereits antike Technik verkauft. Als 2G neu war hatten Autos noch Kassettenabspielgeräte, mach einer hatte schon ein Computer mit Windows 3.11 und irgendwelche Nerds hatten schon sowas wie Internet. Die Zeiten ändern sich…
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    2. Antwort von Stefan Brammertz (Politphilosoph)
      Dass der Markt oft veraltete Technologien verkauft, ist ein verbreitetes Problem. So werden beispielsweise in neuen Autos immer noch reine FM-Radios verbaut, obwohl längst klar ist dass diese bald nutzlos sein werden und die Zukunft dem DAB gehört.
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    3. Antwort von Willi Meier (wm)
      @Stefan Brammertz: Ja, und ich habe deswegen vor zwei Jahren bewusst ein Auto mit DAB-Radio gekauft, und es funktioniert nicht. In Tunnels geht es überhaupt nicht, oder nur mit SRF1 (alle anderen Sender funktionieren nicht), und draussen hat es ständig Aussetzer. Fazit: Mit der DAB-Kampagne auf Radio SRF wird man verarscht.
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  • Kommentar von Phippu LeWelsch (DrPhippu)
    Zusätzlicher Nachteil: Jedes Handy müsste ersetzt werden, weil die heutigen kein 5G empfangen können. Soviel zu Nachhaltigkeit...
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    1. Antwort von M. Keller (mkel)
      In dieser Hinsicht ändert sich nicht viel. 3/4G wird noch viele Jahre unterstützt werden. 2G ist auch ~30 Jahre alt und geht (noch). Die Lebensdauer eines Smartphones ist einiges kürzer als diejenige dieser Standards. Es reicht also völlig, wenn Sie beim nächsten Mal Ersetzen ein 5G Gerät in Betracht ziehen, selbst wenn das noch 5+ Jahre in der Zukunft liegen sollte.
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    2. Antwort von Thomas F. Koch (dopp.ex)
      Das war auch bei allen vorherigen Generationswechsel nicht anders und gilt auch bei anderen elektronischen Geräte.
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    3. Antwort von Armin Pletscher (minrad)
      Die meisten brauchen jetzt wohl nicht sofort 5G. Das kann doch warten bis sowieso ein Wechsel auf ein neues Smartphone ansteht. 4G wird ja noch für lange Zeit parallel betrieben so dass niemand zu einem Upgrade gezwungen wird. Erst 2G wird langsam abgeschaltet, da dies praktisch niemand mehr nutzt und man die Frequenzen viel effizienter nutzen könnte mit den neueren Standards.
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