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Abstimmung Kanton Solothurn Neuer Polizeistützpunkt in Oensingen kann gebaut werden

  • Der neue Stützpunkt der Solothurner Kantonspolizei kann gebaut werden.
  • 61 Prozent der Stimmenden legten ein Ja in die Urne bei einer Stimmbeteiligung von rund 52.5 Prozent.
  • 97 von 104 Gemeinden stimmten für den Bau.
  • Das Kantonsparlament hatte zuvor den Kredit von 84.5 Millionen einstimmig beschlossen.

Neubau KAPO-Stützpunkt

Kanton Solothurn: Neubau KAPO-Stützpunkt Oensingen

  • JA

    61.0%

    56'715 Stimmen

  • NEIN

    39.0%

    36'300 Stimmen

In Oensingen kann der Kanton Solothurn für 84.5 Millionen Franken einen neuen Polizeistützpunkt bauen. 150 Angestellte sollen dort künftig arbeiten. Der Bau sei unter anderem nötig, weil die bestehenden 16 Kapo-Standorte nicht genug Platz bieten und die modernen Anforderungen nicht erfüllen, so die Regierung.

Im Kantonsrat waren sich alle Fraktionen einig: Solothurn braucht das neue Polizeigebäude mit Büro- und Ausbildungsräumen sowie einem Schiesskeller. Von SP über Mitte bis hin zu SVP wurde der Bau als sinnvoll, effizient ideal umschrieben und im letzten September einstimmig gutgeheissen.

SRF-Redaktor: «SVP kann Polizeistützpunkt nicht alleine bodigen»

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Karikatur zeigt Polizei in Wache, während Räuber alte Frau ausrauben.
Legende: Weniger Polizei auf der Strasse, dafür mehr im Büro, war die Befürchtung der SVP. SRF

SRF-Solothurn-Redaktor Bruno von Däniken

Die Strategie von SVP-Präsident Remy Wyssmann ging dieses Mal nicht auf. Bei vergangenen Abstimmungen war die SVP mit ihrem Anti-Alles-Kurs oft siegreich. Und im Alleingang konnte der Präsident die Parteiversammlung von einem Nein zum Polizeistützpunkt überzeugen. Seine polemische Art im Abstimmungskampf verfing aber nicht. Andere Parteien zeigen sich erleichtert. Sie kritisierten einmal mehr die konfrontative Art der SVP.

Anders als in der Vergangenheit stand die eigene Partei dieses Mal nicht geschlossen hinter ihrem Präsidenten – die SVP-Fraktion hatte im Parlament einstimmig für das Bauprojekt gestimmt. Allein konnte der SVP-Präsident den Polizeistützpunkt nicht bodigen. Ein Achtungserfolg sind die fast 40 Prozent Nein-Stimmen aber allemal.

Obwohl auch die SVP-Fraktion im Kantonsrat einstimmig hinter dem Bau stand, hat die SVP-Mitgliederversammlung die Nein-Parole beschlossen. Vonseiten des Nein-Komitees wurde der Vorwurf der Vetternwirtschaft erwähnt. Es hiess, wertvolles Ackerland würde zubetoniert oder dass ein zentraler Stützpunkt die Sicherheit gefährde. Diesen Behauptungen hat der Regierungsrat vehement widersprochen.

«Bekenntnis zur Kantonspolizei»

Baudirektorin Sandra Kolly freut sich, dass 97 von 104 Gemeinden für den Polizeibau gestimmt haben. «Das ist ein klares Bekenntnis zur Kantonspolizei, zu einer modernen Infrastruktur und ein Zeichen der Wertschätzung.» Sie betonte erneut, dass der Kanton die Kosten im Auge behalten werde.

Polizeiposter, JA zum KAPO-Stützpunkt Oensingen, am 8. März 2026.
Legende: Ein Komitee mit Mitgliedern aller Solothurner Parteien setze sich für den Polizeistützpunkt ein. SRF

Im Ja-Komitee setzte sich unter anderem Kantonsrat Fabian Gloor (Mitte) für den Bau ein. Bei Grossprojekten sei es eine Herausforderung, den Nutzen für den Kanton und die Bevölkerung aufzuzeigen. Dass der Bau die Sicherheit verbessern werde, habe bei der Bevölkerung bestimmt Anklang gefunden, so der Gemeindepräsident von Oensingen. Er sei froh, dass die Mehrheit nicht auf die «Lügenkampagne» der SVP hereingefallen sei. Positiv sieht das Ergebnis auch Daniel Urech (Grüne). Die sachlichen Argumente hätten gegen die Polemisierung gewonnen.

Von einem «sensationellen Ergebnis» spricht trotz Niederlage SVP-Präsident Remy Wyssmann. Er warb mit einem Komitee gegen den Neubau und überzeugte auch die Parteibasis von einem Nein. Er akzeptiere das demokratische Ergebnis, werde aber genau verfolgen, ob die Regierung ihre Versprechen von mehr Sicherheit und keiner Steuererhöhung einhalte.

Drei weitere Abstimmungsvorlagen

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Bei zwei Vorlagen ging es darum, dass der Kanton Solothurn Kosten auf die Gemeinden abwälzen wollte: Bei der Finanzierung erlassener AHV-Mindestbeiträge und bei den Verwaltungskosten der Alimentenhilfe. Damit sollten die Kantonsfinanzen entlastet werden. Die Vorlagen wurden mit 64 respektive 66 Prozent abgelehnt.

Zudem beschloss das Stimmvolk höhere Familienzulagen. Die monatlichen Kinderzulagen im Kanton Solothurn werden von heute 215 auf 230 Franken erhöht.

Erhöhung Familienzulagen

Kanton Solothurn: Teilrevision Sozialgesetz: Anhebung Familienzulagen

  • JA

    59.1%

    54'740 Stimmen

  • NEIN

    40.9%

    37'857 Stimmen

Änderung Sozialgesetze AHV

Kanton Solothurn: Übernahme AHV-Mindestbeiträge für Sozialhilfebezüger durch Gemeinden

  • JA

    35.9%

    32'306 Stimmen

  • NEIN

    64.1%

    57'669 Stimmen

Änderung Sozialgesetz Alimente

Kanton Solothurn: Übernahme Verwaltungskosten der Alimentenhilfe durch Gemeinden

  • JA

    34.1%

    30'541 Stimmen

  • NEIN

    65.9%

    59'048 Stimmen

Abstimmungsdossier

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Regionaljournal Aargau Solothurn, 8.3.2026, 12:10 Uhr ; 

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