Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Abstimmung Stadt Chur Chur sagt Nein zur neuen Brambrüesch-Bahn

Modern oder überdimensioniert? Die Churer Stimmbevölkerung lehnt den Kredit für eine neue Gondelbahn ab.

Bahnprojekt Chur–Brambrüesch

Chur: Neuer Rahmenkredit für Direktverbindung

  • JA

    46.2%

    6'669 Stimmen

  • NEIN

    53.8%

    7'766 Stimmen

Die Churer Stimmberechtigten haben den Rahmenkredit von knapp 40 Millionen Franken für eine neue Direktverbindung zwischen der Stadt Chur und ihrem Hausberg Brambrüesch mit 53.8 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei über 57 Prozent.

Ich finde es wunderbar, dass diese aus meiner Sicht unvernünftige Lösung vom Tisch ist.
Autor: Mario Cortesi alt Churer Gemeinderat und SVP-Grossrat

Der frühere Churer Gemeinderat und SVP-Grossrat Mario Cortesi, der zu den Gegnern des Projekts gehörte, zeigte sich nach dem Entscheid erfreut. «Ich finde es wunderbar, dass diese aus meiner Sicht unvernünftige Lösung vom Tisch ist», sagte er gegenüber SRF.

Interview in einem eleganten Restaurant.
Legende: Freude bei den Gegnern des Projekts: Die parteiübergreifende Ablehnung habe laut Mario Cortesi zum Nein an der Urne geführt. SRF / Sandro Oertli

Das Nein zur Direktverbindung sei jedoch kein Nein zur Brambrüesch-Bahn. Nun bestehe die Grundlage, um einen vernünftigen Ersatz für die zweite Sektion in Angriff zu nehmen. Diese müsse ohnehin ersetzt werden, da sie bald 60 Jahre alt sei. Gemeinsam mit der Aktiengesellschaft, die die Bahn betreibt, soll der Gemeinderat ein neues Projekt ausarbeiten, empfiehlt Cortesi.

Uns war wichtig, dass wir nach der ersten Abstimmung vor sieben Jahren endlich ohne diese Ungewissheit weiterarbeiten können.
Autor: Hans Martin Meuli Stadtpräsident Chur

Der Churer Stadtpräsident Hans Martin Meuli nimmt das Abstimmungsresultat zur Kenntnis. Der Stadtrat habe sich über ein Jahr lang stark für die Vorlage eingesetzt. «Uns war wichtig, dass wir nach der ersten Abstimmung vor sieben Jahren endlich ohne diese Ungewissheit weiterarbeiten können», sagt er gegenüber SRF.

Wie weiter mit der Brambrüesch-Bahn?

Nun müsse man sich mit Befürwortern und Gegnern der Vorlage sowie mit der Bergbahnen Chur–Dreibündenstein AG zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, so der Stadtpräsident.

Handlungsbedarf sieht Meuli vor allem bei der zweiten Sektion der Bahn. «Diese ist am Ende ihrer Lebensdauer. Es wird immer schwieriger, Ersatzteile zu finden, um die Anlage instand zu halten.» Entsprechend hoch sei das Risiko, sie noch länger zu betreiben.

Bereits 2019 Investitionen für neue Direktverbindung

Geplant war eine direkte Luftseilbahn vom Stadtgebiet Chur auf den Hausberg Brambrüesch, ein Naherholungsgebiet oberhalb der Bündner Hauptstadt. Die neue Bahn hätte die heutige Verbindung über zwei Sektionen ersetzt und Brambrüesch erstmals direkt von der Stadt aus erschlossen.

Das war geplant

Box aufklappen Box zuklappen

Geplant wareine 10er-Gondelbahn mit einer Mittelstation in Fülian, die die Fahrzeit deutlich verkürzt und eine durchgehende, hindernisfreie Fahrt vom Stadtzentrum auf den Berg ermöglicht. Bei Zustimmung hätte die Bahn frühestens im Dezember 2028 in Betrieb genommen werden können.

2019 stimmte die Bevölkerung mit 55 Prozent einer Investition von 24.4 Millionen Franken für eine neue Direktverbindung Chur–Brambrüesch zu. Zum neuen Anlauf kam es, da dieser Beitrag seither nicht mehr ausreicht, um das Projekt zu realisieren. Aufgrund von Teuerung und der detaillierteren Planung haben sich die Baukosten erhöht. Zusätzlich sind ein Landtausch sowie eine Vorfinanzierung für eine Arealbereitstellung nötig.

Seilbahn über Stadtlandschaft im Tal.
Legende: Keystone/Gian Ehrenzeller

Brambrüesch ist heute über zwei Sektionen erschlossen: von Chur zum Känzeli und weiter nach Brambrüesch. Die erste Sektion ist technisch noch einwandfrei, die zweite Sektion hingegen ist veraltet und anfällig für Störungen. Ein Ausfall könnte die Firma hinter der Bergbahn existenziell gefährden.

Weiter Vorlage: Chur sagt Ja zu mehr Geld für Stadtbibliothek

Das Churer Stimmvolk hat der Erhöhung des jährlichen Betriebsbeitrags an die Stiftung Stadtbibliothek Chur zugestimmt. Der Beitrag steigt um 159'500 Franken. 63.51 Prozent der Stimmberechtigten sagten Ja.

Mit dem zusätzlichen Geld sollen die gestiegenen Betriebskosten gedeckt werden. Ein weiteres Gesuch der Stadtbibliothek für einen Ausbau wegen Platz- und Personalmangels wird derzeit geprüft, schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. Über einen möglichen Ausbau entscheiden später der Gemeinderat und allenfalls erneut die Stimmbevölkerung.

Stadtbibliothek Chur

Chur: Erhöhung Betriebsbeitrag

  • JA

    63.5%

    9'068 Stimmen

  • NEIN

    36.5%

    5'211 Stimmen

Abstimmungsdossier

Box aufklappen Box zuklappen

Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 8.3.2026, 12:03 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel