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Abstimmungen Stadt Luzern Ja zu mehr Wohnraum: Jubel bei Linksgrün, Frust bei Bürgerlichen

Einführung Vorkaufsrecht der Stadt Luzern

Stadt Luzern: Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Initiative «Wohnraum für die Menschen statt Profite für Spekulant*innen»

  • JA

    67.5%

    21'902 Stimmen

  • NEIN

    32.5%

    10'557 Stimmen

Umsetzung einer aktiven Bodenpolitik

Stadt Luzern: Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Initiative «Wohnrauminitiative: Aktive Bodenpolitik zur Förderung von zahlbarem Wohnraum»

  • JA

    69.3%

    22'309 Stimmen

  • NEIN

    30.7%

    9'889 Stimmen

  • Das Stadtluzerner Stimmvolk hat entschieden, dass die Stadt ein Vorkaufsrecht auf Liegenschaften erhalten soll.
  • Weiter sagt es unter anderem Ja zu einem Kredit von 70 Millionen Franken für eine neue Stiftung, damit diese 500 preisgünstige Wohnungen bauen und vermieten kann.
  • Die Stimmbeteiligung war mit rund 64 Prozent verhältnismässig hoch.

Die Luzerner Stadtregierung sieht sich bestätigt: Beide Vorlagen zur Wohnraumpolitik haben an der Urne eine klare Mehrheit gefunden. Mit dieser hohen Zustimmung hat Baudirektorin Korintha Bärtsch nicht gerechnet: «Das freut mich ausserordentlich.»

Es ist ein Auftrag, mit grossen Schritten voranzugehen.
Autor: Korintha Bärtsch Baudirektorin

Die Wohnraumknappheit und die steigenden Preise für Wohnungen seien Themen, die die Bevölkerung bewegen. «Die Stimmberechtigten haben ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sie sich eine aktivere Wohnraumpolitik für alle wünschen», sagt Bärtsch. «Es ist ein Auftrag, mit grossen Schritten voranzugehen und das Ziel von 1100 zusätzlichen preisgünstigen Wohnungen bis 2048 zu schaffen.»

Vier Massnahmen sollen günstige Wohnungen fördern

Mit dem Ja an der Urne haben die Stimmberechtigten die Einführung eines Vorkaufsrechts abgesegnet. Damit muss die Stadt Luzern in Zukunft über Verkäufe von grösseren Mehrfamilienhäusern oder Überbauungen informiert werden. Das Vorkaufsrecht soll 2027 in Kraft treten.

Gegenvorschlag zu SP-Initiative

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Die Idee eines Vorkaufsrechts hat die SP 2024 mit ihrer Initiative «Wohnraum für die Menschen statt Profite für Spekulant*innen» angestossen. Die Luzerner Stadtregierung hat dazu einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Dieser fand auch im Stadtparlament eine Mehrheit – die Initiative dagegen wurde abgelehnt. Die Initiantinnen und Initianten zogen ihr Volksbegehren in der Folge zurück.

Nötig ist ein Kredit von knapp drei Millionen Franken

Um Liegenschaftstransaktionen zu prüfen, die vom Vorkaufsrecht betroffen sind, werden auf der Verwaltung zusätzliche 160 Stellenprozente benötigt. Zusammen mit erforderlichen Sach- und Betriebsmitteln bei der Dienstabteilung Immobilien ist mit dem Vorkaufsrecht ein Kredit von 2.712 Millionen Franken verbunden.

«Der Stadtrat hat die rechtlichen Grundlagen so ausgearbeitet, dass das Vorkaufsrecht einen verhältnismässigen Eingriff darstellt», sagt Baudirektorin Korintha Bärtsch. «Der Stadtrat wird das Vorkaufsrecht mit Augenmass anwenden und nicht alle Liegenschaften kaufen, die auf dem Markt sind.»

In der zweiten Vorlage haben die Stadtluzerner Stimmberechtigten ein umfassendes Massnahmenpaket gutgeheissen:

  1. Eine neue Stiftung soll 500 preisgünstige Wohnungen bauen und vermieten.
  2. Mit dem Kauf von Liegenschaften will die Stadt selber 300 preisgünstige Wohnungen bereitstellen.
  3. Gemeinnützige Wohnbauträger sollen von der Stadt Darlehen erhalten, um weitere 300 Wohnungen zu erstellen.

Gegenvorschlag zu Grünen-Initiative

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Dem Massnahmenkatalog voraus ging 2024 das Volksbegehren «Wohnrauminitiative: Aktive Bodenpolitik zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum» der Grünen und Jungen Grünen. Die Luzerner Stadtregierung hat dazu einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Dieser fand auch im Stadtparlament eine Mehrheit – die Initiative dagegen wurde abgelehnt. Die Initiantinnen und Initianten zogen ihr Volksbegehren in der Folge zurück.

Nötig sind Kredite von über 120 Millionen Franken

Für die Umsetzung des Massnahmenkatalogs sind Sonderkredite von insgesamt 121.34 Millionen Franken erforderlich: 70 Millionen für die neue Stiftung, 44 Millionen für Darlehen an gemeinnützige Wohnbauträger sowie 7.34 Millionen Franken für zusätzliche Personal-, Sach- und Betriebsmittel bei der Dienstabteilung Immobilien.

Für den Erwerb von Liegenschaften durch die Stadt Luzern sind keine Mittel vorgesehen. Diese Käufe tätigt die Stadtregierung in eigener Kompetenz.

Mit einem Ja des Stimmvolks wird das bestehende Reglement über die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus geändert, es soll per September 2026 in Kraft treten.

Dank diesen Massnahmen soll der Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus bis 2048 auf mindestens 18 Prozent erhöht werden.

Linksgrün erntet Lorbeeren für Abstimmungskampf

SP und Grüne – jene Parteien, die mit ihren Initiativen die Wohnraum-Thematik aufs politische Parkett gebracht haben – fahren einen grossen Abstimmungserfolg ein. «Mit dem heutigen Ja verfügt der Stadtrat nun über wirksame Instrumente, um den Wohnungsmarkt im Sinne der Bevölkerung zu beeinflussen», lässt sich SP-Co-Präsident Simon Roth in einer Mitteilung zitieren.

Spiegelhaus zwischen Wohngebäuden im Grünen.
Legende: Blick auf das verspiegelte Gemeinschaftshaus im Innenhof einer städtischen Überbauung der Wohnbaugenossenschaft ABL. Keystone/Urs Flüeler

Über das starke Signal für eine «aktive und zukunftsgerichtete» Wohnraumpolitik freut sich auch Valeria Küttel, Co-Präsidentin der Grünen. Die harte Arbeit der letzten Monate hätten sich gelohnt, schreibt sie in einer Mitteilung. «Nun können wir dem akuten Wohnungsmangel endlich etwas entgegensetzen.»

Gegnerschaft fordert Wirkungskontrolle

Während Linksgrün jubelt, ist die Stimmung bei der Gegnerschaft gedämpft. Ihre Allianz habe eine «herbe Niederlage» eingefahren, schreibt die FDP. Zusammen mit der SVP und verschiedenen Verbänden – unter anderem dem Hauseigentümerverband des Kantons Luzern – hat sie die Gegenkampagne geführt. Die FDP warnte unter anderem vor hohen Kosten und zusätzlicher Bürokratie.

Nun braucht es eine kritische Überprüfung der staatlichen Instrumente.
Autor: Moritz Falck Präsident FDP Stadt Luzern

Die Einführung der verschiedenen Massnahmen will die Partei genau beobachten: «Wo staatliche Instrumente nun zum Einsatz kommen, muss deren Wirkung laufend kritisch überprüft werden», lässt sich Parteipräsident Moritz Falck zitieren.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 14. Juni 2026.

Regionaljournal Zentralschweiz, 14.6.2026, 12:10 Uhr ; 

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