Es geht um einen Kredit von 160 Millionen Franken: Mit diesem Geld soll die Stadt Zürich den Grundstein legen für eine Tramverbindung ins Quartier Affoltern. Die neue Strecke wird nötig, weil der Stadtteil wächst – 2040 werden dort voraussichtlich über 30'000 Menschen leben.
Deshalb soll Affoltern ans Zürcher Tramnetz angeschlossen werden. Die Linie 11 soll künftig – grösstenteils auf einem eigenen Trassee – die Strecke zwischen Brunnenhof und Holzerhurd bedienen. Der 32er-Bus verkehrt nur noch bis Bucheggplatz.
Sieben Stadtkreise sind bereits ausgezählt. Es fehlen nur noch die Stadtkreise 1 und 2, und 7 und 8. Die bisher ausgezählten Stadtkreise stimmen der Vorlage deutlich zu: Rund 68 Prozent wollen Affoltern ans Tramnetz anschliessen. Im Stadtkreis 11, zu dem Affoltern zählt, liegt der Ja-Stimmenanteil bei rund 66 Prozent.
Reaktionen fallen unterschiedlich aus
FDP-Politiker Përparim Avdili freut sich über die Zustimmung. Er sagt: «Wir sind hocherfreut und fühlen uns in unserer Strategie bestätigt.» Einmal mehr sage die Stimmbevölkerung Ja zum Tram und einer nachhaltigen Erschliessung aller Quartiere.
Die Verliererinnen und Verlierer auf der anderen Seite sind enttäuscht. Christian Häberli von der Alternativen Linken sagt, sie hätten mehr Opposition erwartet: «Affoltern hat ein Tram verdient, aber ein besseres Projekt als das vorliegende.» Ihn stört unter anderem, dass für den Ausbau des Tramnetzes Bäume gefällt werden müssen.
Die Stadt Zürich und eine Mehrheit des Zürcher Stadtparlaments stehen hinter dem Projekt. Die Verbindung erhöhe die Kapazität und die Wehntalerstrasse werde aufgewertet. Die Gegner stört, dass das Auto beim Projekt entweder zu sehr (Grüne, AL) oder zu wenig (SVP) im Fokus steht.
Um den Baustart 2028 nicht zu gefährden, stimmt die Bevölkerung der Stadt nun über den Kredit ab, obwohl die Mitfinanzierung durch den Kanton (gut 360 Millionen Franken) noch nicht beschlossen ist. Auch dort könnte eine Volksabstimmung nötig werden.