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Einheitskasse Wo die Prämien hoch sind, stimmten die Bürger eher Ja

Zwar glaubte die Mehrheit der Stimmbürger nicht, dass der Prämiendruck mit einer Einheitskasse gelöst werden könnte. Trotzdem waren jene Kantone mit hohen Prämien eher für eine öffentliche Krankenkasse.

Grafik der Kantone mit JA-Anteilen und Prämienhöhe.
Legende: Der Prämiendruck beeinflusste das Abstimmungsverhalten. SRF

Bei der Abstimmung über die Einheitskasse glaubte offenbar nur eine Minderheit an eine Reduktion der Kosten, sollte eine Einheitskasse Realität werden. Das war laut den meisten Kommentatoren der Grund, warum die Schweizer die Einheitskasse mit einem Anteil von 61,8 Prozent verworfen haben.

Legende: Video Einkommen und Prämien haben eine Rolle gespielt abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.09.2014.

Ja gesagt haben vor allem linke und Hochprämienkantone. Politologen Lukas Golder dazu: «Wir gehen davon aus, dass die Linken sehr stark Ja gesagt haben. Darüber hinaus gab es aber auch eine Abstimmung aus Betroffenheit. Auch Regionen mit hohen Prämien haben hier ein Ja eingelegt.»

Die Unterschiede in den Kantonen

In Nidwalden und Appenzell Innerrhoden haben besonders wenig Stimmbürger der Vorlage zugestimmt. In diesen Kantonen sind die Krankenkassen-Prämien vergleichsweise tief.

In Bern, Basel-Land und Basel-Stadt mit den höchsten Prämien der deutschsprachigen Schweiz sind auch die Ja-Anteile zur Initiative deutlich höher ausgefallen. Das Gleiche gilt auch für die Kantone der französischsprachigen Schweiz. Der Unterschied zur Deutschschweiz: In der Romandie haben die Kantone mit hohem Kostendruck deutlicher für die öffentliche Krankenkasse gestimmt.

Doch nicht nur der Prämiendruck hat im Abstimmungsverhalten eine Rolle gespielt, sondern auch die Einkommen. Laut dem gfs.bern ist der Ja-Stimmenanteil in jenen Regionen grösser, wo mehr Personen mit Einkommen unter dem Mittel leben.

Deshalb ist gerade in der welschen Schweiz der Ruf nach einer kantonalen öffentlichen Krankenkasse gross. «Da wäre tatsächlich der Wille grösser für einen systematischen, fundamentalen Wandel», sagt Politologe Golder. Die einzelnen Kantone hätten eine wichtige Rolle in der Gesundheitsversorgung. «Hier gibt es unterschiedliche Ansichten. Hier muss die einende Rolle des Bundesstaates wieder stärker spürbar werden», so Lukas Golder.

Da ist der Bundesrat gefordert. Ob das Parlament in Bern einer Gesetzesänderung für die Krankenkasse zustimmen würde, ist mehr als fraglich.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Olivier TODESCO, Wädenswil
    Kein Wunder, in einem Nachtwächter-Staat nimmt man für Sicherheit und Ueberwachungsleistung fast alles in Kauf! Damit man es wieder reinbringt, geht man natürlich wegen jeder Kleinigkeit zu lieben Doktor, dort gibt es auch noch ein kleine Süssigkeit "psychologische Typs" fast gratis! Einfach etwas billiger als beim Psychologe. Und eine heilige Kuh (KVG) schlachten, nein so was geht in der so netten Schweiz gar nicht! Nur kein Risiko eingehen, für sich und seine Lieben!
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  • Kommentar von Hans Koller, Basel
    Nur weil Abstimmungen verloren gehen oder chancenlos sind heisst das nicht, dass man nicht mehr darüber reden muss oder sie überflüssig sind. Sie sind auch dafür da gewisse Themen anzusprechen. Siehe auch die Thematik mit dem Grundeinkommen. Es war auch den Initianten klar, dass es scheitert und es ist sicherlich auch nicht die ideale Lösung. Aber ein Umdenken muss in vielen Bereichen stattfinden. Die Bürgerlichen brauchen einfach noch etwas Zeit, wenn es uns mal nicht mehr so gut geht, ja dann.
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    1. Antwort von T. Hofer, Rosshäusern
      Ganz schön zynisch, den Bürgerlichen grosszügig die Zeit einzuräumen, welche die Linke benötigt, um das Wohlstandniveau so weit zu drücken, dass sich Mehrheiten für verpflichtungsfreie Lebensunterhaltssicherung, auf Kosten der fleissig/erfolgreichen Minderheit, finden lassen!
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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Die Sonne liefert an einem Tag weitaus mehr Energie als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Weshalb ist man nicht fähig dieses Potential zu nutzen.., weil es z.B. in unserem System von eingebauten Sollbruchstellen nur so wimmelt. Sei es in den Produkten selbst, aber auch in den Köpfen und daraus resultiert ein Teufelskreis aus Problemerschaffung und Symptombekämpfung. Man kann nicht mit dem selben Bewusstsein ein Problem beheben welches durch selbiges hervorgerufen wurde.
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