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Legende: Audio Schwierige Hürde für SP-Kandidaten abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 27.04.2019.
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Ada Marra im Ständeratsrennen SP Waadt setzt auf eine Frau

Die Waadtländer SP hat Nationalrätin Ada Marra als Kandidatin für den Ständerat nominiert. Der Entscheid fiel hauchdünn mit 166 gegen 159 Stimmen – es war auch ein Entscheid gegen Roger Nordmann, den langjährigen Fraktionspräsidenten der SP im Bundeshaus.

Vor der Kandidatenkür gaben sich Marra und Nordmann kollegial: Zusammen standen sie beim Eingang und begrüssten die Delegierten in Moudon. Aus dem Parteitag gab es nur eine einzige Wortmeldung: Von der Gleichstellungskommission der SP Waadt: Ada Marra sei kompetent, erfahren und voller Engagement für die Frauen, sagte die Rednerin und erhielt Applaus.

Prominente Schützenhilfe für Marra

Weil es um die Nachfolge von Géraldine Savary ging, hatte die Frauenfrage schon im Vorfeld des Parteitags zu reden gegeben. So hatte sich der einflussreiche Pierre-Yves Maillard, der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes wird, öffentlich für Ada Marra ausgesprochen. Am Parteitag selbst ergriff kein anderes Parteischwergewicht das Wort und auch die Parteileitung gab keine Empfehlung ab. Das zeigte, wie heikel diese Entscheidung für die SP Waadt war.

Legende: Video Ada Marra setzt sich durch abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.04.2019.

Der unterlegene Nordmann gratulierte der Nationalrätin noch auf der Bühne – kurz danach sagte er: Er akzeptiere und verstehe dieses Bedürfnis – im Ständerat habe es immer mehr Männer gegeben. «Im Kanton Waadt ist es halt ein wenig anders, weil wir schon drei SP-Regierungsrätinnen haben. Aber es ist so, es ist akzeptiert», fügte Nordmann hinzu. Auch wenn er im Nationalrat weitermachen darf, war ihm die Enttäuschung anzusehen.

Die Nomination zeigt das Dilemma, das die Sozialdemokraten auch in anderen Kantonen hatten: Für die Nachfolge von Anita Fetz in Basel wurde Eva Herzog aufgestellt, Beat Jans verzichtete. Im Aargau ist aber Cédric Wermuth Kandidat für die Nachfolge von Pascale Bruderer – das sorgte für hitzige Debatten.

Keine Desavouierung von Nordmann

Im Ständerat wird Ada Marra voraussichtlich Nachbarin von SP-Präsident Christian Levrat. Der Freiburger sprach in Moudon von einem Luxusproblem in der SP Waadt. Darum sei die Nomination von Marra auch keine Desavouierung für Fraktionschef Nordmann. Nordmann habe die Hälfte der Stimmen seiner Mitbewerberin erreicht und er sei Vizepräsident der SP Schweiz, erklärte Levrat. Es seien zwei Schwergewichte angetreten, aber es könne halt nur einer gewählt werden.

Die interne Ausmarchung heute war wohl die schwierigere Hürde für die SP-Ständeratskandidaten als die eidgenössischen Wahlen selbst. Der zweite Waadtländer Ständeratssitz wurde vor vierJahren von der FDP erobert – und der bürgerliche Ständerat Olivier Français tritt erneut an.

Einzig die Grünen versuchen mit Adèle Thorens, einen Sitz zurückzugewinnen. Dass sie den Bürgerlichen oder der SP den Sitz streitig machen könnte, gilt aber als unwahrscheinlich. Marra hat nach ihrer Nomination beste Wahlchancen und zeigte sich zufrieden: «Wir sind beispielhaft in der Waadt mit drei Regierungsrätinnen – es ist ein gutes Zeichen, im Frauenjahr eine Frau nach Bern zu schicken, denn das ist kein Waadtländer, sondern ein nationales Problem.»

Die Waadtländer SP geht damit ihren eingeschlagenen Weg für die Frauenförderung weiter. Und bei dieser klaren Marschrichtung bleiben selbst Partei-Schwergewichte wie Roger Nordmann am Wegesrand zurück.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    Hitzige Debatte über Mann vs Frau. What else? Werden wir ab Oktober unter der Kuppel in Bern ein Poulailler haben mit lautem Gegacker ?
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  • Kommentar von Scarlet C  (ScarletC)
    Die Überschrift zu diesem Artikel ist echt daneben - ist "auf eine Frau setzen" etwas besonderes? Anders, als auf einen Mann zu setzen? Ich freue mich auf den Tag, wo Frauen in der Politik nicht mehr extra thematisiert, sondern als normal angesehen werden.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Die SP wird immer mehr zur Gruppe einer "Frauen-Mehrheit" in der Parteienlandschaft ! Die militanten "Frauenrechtlerinnen" und die politische Ideologie der Partei sind wohl die Hauptgründe der Sozialisten(innen), immer mehr weibliche Kandidatinnen zu nominieren und diese dann (wenigstens intern) auch zu wählen! Wenigstens die Quotenregelung innerhalb der Partei voll umzusetzen, ist das einfach erklärbare Ziel der Genossen(innen).
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