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Telefonbelästigungen und Drohungen durch Inkasso-Firma
Aus Kassensturz vom 12.02.2019.
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Aggressive Praktiken Telefonbelästigungen und Drohungen durch Inkasso-Firma

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Schuldnerin wird seit Jahren von der Intrum AG mit Telefonanrufen, Briefen und Mails bedrängt.
  • Die Forderungen gehen auf einen Privatkonkurs zurück, der vor über 25 Jahren eröffnet wurde.
  • Obwohl gerichtlich festgestellt wurde, dass bei der Frau nichts zu holen ist und sie unter dem Existenzminimum lebt, übt Intrum weiter Druck auf sie aus.
  • Das Inkassounternehmen rechtfertigt das Vorgehen damit, dass sich die Vermögensverhältnisse monatlich ändern können.

Seit 1992 belastet Frau B. ein Privatkonkurs. Verursacht hat ihn ihr damaliger Mann. Doch die Schulden blieben an ihr hängen. Während bei einem Firmenkonkurs am nächsten Tag gleich wieder ein neues Geschäft eröffnet werden kann, begleiten Schulden aus einem Privatkonkurs den Schuldner oft ein Leben lang. So auch bei Frau B..

Schulden ohne eigene Schuld

Anfänglich floriert das Geschäft von Frau B. und ihrem Mann. Aber als ein ausländischer Kunde Konkurs geht, beginnt die Firma zu schlingern. Frau B. wird in der gleichen Zeit schwanger und zieht sich aus dem Geschäft zurück. Ihr Ex-Mann «wurstelt» weiter, nimmt immer mehr Geld auf. Er fälscht gar ihre Unterschrift, um an noch mehr Geld zu kommen. Am Ende geht die Firma Konkurs. Und über Frau B. – eingetragene Allein-Besitzerin der Firma – wird der Privatkonkurs eröffnet. Sie trägt keine Schuld, muss aber für die Schulden geradestehen.

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Grafik Inkasso
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Schuldenberatung kritisiert Intrum

Die Intrum AG versucht Verlustscheine aus diesem Konkurs seit Jahren bei Frau B. einzutreiben. Das Inkassounternehmen macht Druck mit Telefonanrufen, Briefen, Mails.

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«Man fühlt sich verfolgt und gejagt»
Aus Kassensturz vom 12.02.2019.
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«Das hören wir immer wieder von unseren Klienten. Das Verhalten von Inkassounternehmen wie der Intrum AG ist sehr aggressiv», sagt Diana Häner. Sie leitet die Fachstelle für Schuldenberatung Basel-Landschaft.

Mit mehreren Gerichtsverfahren, zuletzt 2016, hält Intrum den Druck auf Frau B. aufrecht. Damals stellt das Gericht fest: Frau B. hat ein Einkommen von rund 2500 Franken im Monat. Sie liegt damit 1166 Franken unter dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum. Trotz der klaren Fakten drangsaliert die Intrum AG Frau B. weiter: Sie soll Steuererklärungen einreichen, Sozial- und EL-Bescheinigungen – obwohl sie letztere gar nicht bezieht.

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«Wir empfehlen Privatkonkurs nur mit Hilfe einer Schuldenberatungstelle»
Aus Kassensturz vom 12.02.2019.
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Schuldner könnten zu neuem Geld kommen

Intrum rechtfertigt ihr Vorgehen: «Da sich die Einkommens- oder Vermögenssituation bei Konsumentinnen und Konsumenten nach einigen Monaten ändern kann, ist eine regelmässige Überprüfung sinnvoll (…).» Intrum sagt ausserdem, dass sie Frau B. nur sehr vereinzelt telefonisch kontaktiert hätten. Frau B. bleibt bei ihrer Darstellung, dass sie mehrfach und wiederholt von Intrum angerufen wurde.

Wie Sie zu Ihrem Recht kommen

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Schuldner geraten immer tiefer in Schuldenstrudel

«Gerade ältere Menschen fühlen sich schnell in die Ecke gedrängt und denken, dass sie die Schuld so schnell wie möglich zahlen müssen», sagt Diana Häner. Dabei fehle das Geld dann oft für andere, wichtige Haushaltsposten wie etwa Krankenkassenprämien, Steuern oder Hypozinsen. Dadurch gerieten Betroffene meist noch tiefer in den Schuldenstrudel, sagt Diana Häner. Sie betont, dass sich Schuldner gegen Inkassofirmen aber rechtlich zur Wehr setzten könnten.

«Espresso» vom 13.02.19:

Frau B. traut sich einen Prozess nicht zu. Ihr fehlen die Energie – und das Geld. Der Schuldenberg und das Verhalten der Intrum AG belasten sie zu sehr: «Es ist ein verzweifeltes Gefühl. Es ist wie lebenslänglich. Man wird nie entlassen.»

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Interview mit Daniela Brunner von der Intrum AG
Aus Kassensturz vom 12.02.2019.
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Intrum reagiert
Aus Kassensturz vom 26.02.2019.
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