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Luxus-Angebote in Schweizer Skigebieten
Aus HeuteMorgen vom 07.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:15 Minuten.
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Alpine VIP-Angebote Skigebiete setzen auf Luxus und Exklusivität

Schweizer Tourismusgebiete erwarten einen schwierigen Winter. Doch zahlungskräftige Gäste allein können die Saison nicht retten.

Mit einer Extra-Gondel auf den Gletscher – ohne Anstehen, dafür mit Zwischenhalt bei Drinks und Häppchen in der VIP-Lounge: Das ist ab Dezember in der Region Jungfrau möglich. Kostenpunkt 12'000 Franken pro Jahr. Dafür ist man Mitglied in einem exklusiven Club.

Der Gast soll ein einmaliges Erlebnis haben, wenn er bereit ist, dafür mehr zu bezahlen.
Autor: Urs KesslerCEO Jungfraubahnen

Urs Kessler, Chef der Jungfraubahnen, hat sich von den Angeboten an Flughäfen inspirieren lassen. «Mit diesem Platinum-Club wollen wir etwas ganz Exklusives machen. Mit einer VIP-Lounge, mit Parking, mit einem speziellen Erlebnis, nämlich der Fahrt auf den Eigergletscher mit der VIP-Gondel», erklärt Kessler. «Der Gast soll kurz gesagt ein einmaliges Erlebnis haben, wenn er bereit ist, entsprechend mehr zu bezahlen.»

Gebucht werden kann ab Ende November, doch bereits heute habe er Anfragen aus dem In- und Ausland. «Das rettet sicher nicht die Wintersaison, aber wir wollen uns ganz klar über Qualität positionieren.» Das Angebot ist eine Art Lockvogel, damit auch weniger vermögende Wintersportlerinnen und -sportler auf die Region aufmerksam werden.

Eine eigene Piste mieten

Auch andere Tourismusregionen setzen auf diese Strategie. Im Engadin, am Corvatsch können Wintersportler abends eine ganze Piste für sich reservieren – ab 5000 Franken. Das Angebot gibt es seit ein paar Jahren. Eine Nische, die dieses Jahr wegen Corona besonderes Interesse wecken könnte, glaubt Andrea Rominger von der Corvatsch AG. «Vielleicht ist genau das ein Angebot, bei dem die Leute denken, dass es eine tolle Sache ist. Wenn vielleicht während des Tages die Piste zu überfüllt ist», sagt sie.

Der Luxus wird die Wintersaison nicht retten, aber es ist eine Möglichkeit, Erträge zu erzielen.
Autor: Jürg StettlerTourismus-Experte

Für Jürg Stettler von der Hochschule Luzern könnten solche Exklusiv-Angebote tatsächlich ein Vorteil sein. «Der Luxus wird die Wintersaison nicht retten, aber es ist eine Möglichkeit, zusätzliche Erträge zu erzielen», so der Tourismus-Experte.

Allerdings nur für jene Regionen, die sich bereits im Hochpreissegment positionieren. «Die Angebote funktionieren wahrscheinlich nicht in einer Familien-Destination, die bildhaft gesprochen eher im Dreistern-Segment positioniert ist.» Günstige Skigebiete müssten also anderweitig kreativ werden, besonders in diesem Winter.

SRF 4 News, Heute Morgen, 07.10.2020, 06:00 Uhr

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Eine Arrogante Kessler Idee,
    In den Letzten Jahren hat Kessler auf die Ausländer, besonders Touristen aus Asien, gesetzt.
    Jetzt sind es die Reichen. Den Normalbürger interessiert ihn nicht.
    Lebe Schweizer, boykottiert die Jungfrau Bahnen, es gibt noch ander Skigebiete in der Schweiz.
    Übrigens, auf dem Eigergletscher gibt es schon lange keinen Gletscher mehr
  • Kommentar von Arthur Häberli  (Arthur Häberli)
    An die Adresse dieser 'Marketingspezialisten': Erst habt Ihr Klumpenrisiko geschaffen, Orte herunter gehundet und Klasse zerstört. Ihr meint wohl mit ein paar 'VIP-Gondeln und ein Häppchen auf dem Hoger' goldene Portemonnai's anlocken zu können? Falls das gelingt, wird es eure Saison nicht retten, meint ihr dazu. Damit verödet Ihr aber definitiv noch einmal, das letzte Bisschen, wieso jemand mit Grips und Stile überhaupt zu eurer Destination reisen soll. Und ihr gebt das auch noch zu. Billig!
  • Kommentar von Lukas Troxler  (lukastroxler)
    Skifahren war mal der Volkssport in der Schweiz. Was gibt es schöneres, als in der Natur bei Wind und Wetter sich zu bewegen.
    Gerade auch der Integrativcharakter ist/wäre bemerkenswert.vl
    Zudem der Umgang mit der Natur.
    Leider verkommt der Schneesport zur Reichenbeschäftigung. Schade.
    Neue Finzanzierungs- und Geschäftsmodelle wären gefragt. Muss ein Skigebier rentieren? - Ein Hallenbad alleine macht das ja auch nie...