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Tourismus: Wintersaison als Herausforderung
Aus Echo der Zeit vom 20.09.2020.
abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
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Berggebiete in der Coronakrise Ferien im Winter: Skifahren ja – Party nein

Auch wenn es im Moment noch sommerlich warm ist, bald schon startet die Wintersaison für den Schweizer Tourismus. Aber auch da ist – wegen Corona – dieses Jahr alles anders.

Normalerweise machten ausländische Gäste die Hälfte aller Übernachtungen im Winter-Tourismus der Schweiz aus, heisst es bei Schweiz Tourismus. Nur, dieses Jahr wird alles andere als normal. Dessen ist sich auch Markus Berger von Schweiz Tourismus bewusst: «Schweiz Tourismus schaut mit einer Mischung aus verhaltendem Optimismus, aber auch mit Sorge auf die Wintersaison.»

Zu sehen Zermatt.
Legende: Gäste aus Amerika und Asien werden in diesem Winter fast komplett ausfallen. Manche Wintersportorte trifft das hart. Reuters

Optimismus, weil der Sommer gezeigt habe, dass viele Schweizer und Schweizerinnen im eigenen Land Ferien machten. Sorge, weil unklar ist, wie viel ausländische Gäste wegbleiben.

«Wenn wir den heutigen Stand unserer Kenntnis nehmen, dann fehlen in der kommenden Wintersaison wahrscheinlich sämtliche Überseegäste. Die Amerikaner beispielsweise machen rund 10 Prozent aus, aber es gibt auch viele asiatische Gäste.»

Testen statt Quarantäne

Die grösste Gruppe sind Deutsche – aktuell dürfen diese ganz normal in die Schweiz ein- und ausreisen. Schweiz Tourismus setzt sich dafür ein, dass die Forderung der Branchenorganisation Schweizer Tourismus-Verband umgesetzt wird: testen statt Quarantäne. Das heisst, dass Reisende mit einem negativen Test oder einem Schnelltest einreisen könnten – auch jene aus Ländern, die in Quarantäne gehen müssten.

Ich gehe davon aus, dass einem uneingeschränkten Wintersportbetrieb nichts im Wege steht.
Autor: Bruno HauswirthGrindelwald Tourismus

Bruno Hauswirth ist Geschäftsführer von Grindelwald Tourismus. Er schaut mit mehr Optimismus in die Winter- als noch in die Sommersaison. Jetzt gebe es Planungssicherheit:

«Es ist sicher eine herausfordernde Situation, aber grundsätzlich gehe ich davon aus, dass aus aktueller Sicht einem weitgehend uneingeschränkten Wintersportbetrieb nichts im Wege steht.»

Bei den Bergbahnen müsse man nichts mehr anpassen – da gebe es seit Sommer umfassende Konzepte, dazu gehört beispielsweise eine Maskenpflicht für Gondeln oder Seilbahnen.

Frau mit Maske in Bergbahn.
Legende: Es gelten umfangreiche Schutzkonzepte wie eine Maskenpflicht in Bergbahnen. Reuters

Der Schweizer Seilbahnverband setzt sich dafür ein, dass grenzüberschreitend die gleichen Hygieneregeln gelten. Das sei vor allem auch wichtig für Destinationen, die ein Skigebiet mit den Nachbarländern, also beispielsweise mit Österreich oder Frankreich teilten.

Partys nein, «Erlebnisse» schon

Mehr Veränderungen wird es wohl im Gastronomiebereich geben. So sagt Markus Wolf, Geschäftsführer der Weissen Arena Gruppe, die das Skigebiet Flims Laax Falera betreibt, dass es diese Saison keine Après-Ski-Partys geben werde:

Es wird keine Clubnächte geben.
Autor: Markus WolfGeschäftsführer Flims Laax Falera

«Es wird keine Clubnächte geben und die Bars sind so umzugestalten, dass ein Erlebnis möglich ist. Wir werden hier sicher nichts riskieren. Wir wissen, wovon wir leben und möchten den Kunden ein sicheres Erlebnis bieten.»

Eher gemütliches Beisammensitzen in kleinem Rahmen: Die Saisonabo-Käufer und Käuferinnen scheint dies allerdings nicht zu stören. So hat Flims Laax Falera bisher so viele Saisonabonnements verkauft wie noch nie.

Zu sehen eine Après-Ski Party.
Legende: Bars werden auch in diesem Jahr geöffnet haben, Après-Ski-Partys wird es eher nicht geben. Keystone

Und so dürfte es wegen der Schutzkonzepte einen etwas ruhigeren Winter neben der Piste geben. Damit sich der Winterbetrieb aber trotzdem lohnt, hofft die Schweizer Tourismusbranche vor allem auf Gäste aus dem eigenen Land.

Echo der Zeit, 20.09.2020, 18 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Adriano Granello  (adgr)
    Wenn ich an die üblicherweise mit Ski- und Snowboard-Touristen vollgepferchten Zubringer-Bergbahnen und deren Warteräume denke sowie an das Gedränge in den Bergrestaurants, frage ich mich schon, wie das unter Corona-Bedingungen funktionieren soll. Nur wenn die Bahnbetreiber bereit sind, die Kabinen jeweils nur zur Hälfte zu füllen und dafür häufiger zu fahren, klingen die Worte der Tourismus-Vermarkter einigermassen glaubwürdig, sonst ist das Ganze nichts als billiger Werbesprech.
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    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Häufiger mit halb gefüllten Kabinen zu fahren haben die meisten Betreiber ja schon jetzt nicht fertig gebracht resp. man wollte es aus kommerziellen Gründen nicht fertig bringen. In den Postautos in den Wandergebieten das selbe Bild. Die Busse bis auf den letzten verfügbaren Platz (inkl. Stehplätze) gedrängt voll. Wenn das umgesetzte Schutzkonzepte sein sollen dann gibt es für mich nur noch eine Lösung: Boykott von Postauto und Bergbahnen.
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  • Kommentar von Fabian Steffen  (FabSte)
    Es gibt ja noch die Roger Stau Kappen...........
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  • Kommentar von Alfred Reist  (Fredi)
    Seit viele grössere Gebiete ihre Skiliftpreise jeden Tag willkürlich festlegen, gehe ich nur noch in kleinere Gebiete. Da ist der Rummel erst noch viel erträglicher.
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