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Bei der Geothermie soll wieder etwas gehen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.04.2021.
abspielen. Laufzeit 08:57 Minuten.
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Alternative Energien Die öffentliche Hand soll die Geothermie vorantreiben

Strom erzeugen mit Wärme aus dem Untergrund, zum Schliessen der Stromlücke: Warum ist es um diese Idee still geworden?

Aus welchen Energiequellen stammen künftig Strom und Wärme? Dann, wenn in der Schweiz die Atomkraftwerke abgestellt sind? Zentral ist diese Frage auch für den «AKW-Kanton» Aargau. Drei der vier Kernkraftwerke, die sich in der Schweiz noch in Betrieb befinden, stehen hier. Als Nächstes sollen in rund zehn Jahren die Reaktoren Beznau 1 und 2 vom Netz gehen.

Was ist Geothermie?

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Die Erdwärme kann auf zwei Arten genutzt werden: zum Heizen und zur Stromerzeugung.

Für die Heizung reichen Bohrungen wenige hundert Meter in den Boden. Mittels Erdsonden werden so bereits viele Einfamilienhäuser geheizt. Im grösseren Massstab könnte man mit ähnlichen Massnahmen Fernwärmenetze betreiben. Diese Methode nennt sich hydrothermale Geothermie.

Für die Stromerzeugung braucht es 3000 bis 5000 Meter tiefe Bohrungen. Wasser wird in den Boden gepresst, welches in der Tiefe in heissen Gesteinsschichten erhitzt wird und verdampft. Der so erzeugte Dampf treibt Turbinen an, welche Elektrizität liefern. Diese Methode nennt sich petrothermale Geothermie.

Lange war die Geothermie im Gespräch als Ersatz für die Bandenergie, welche die AKWs liefern. Auch zum Heizen könnte die Wärme aus dem Boden eingesetzt werden. Um die Geothermie zur Stromerzeugung ist es aber ziemlich still geworden.

«Zu grosse Risiken»

Bei der AKW-Betreiberin Axpo und dem grossen Aargauer Energieversorger AEW heisst es auf Anfrage, sie planten kein entsprechendes Projekt (petrothermale Geothermie). Die technischen und finanziellen Risiken der Stromproduktion mit Geothermie seien zu gross. Tiefenbohrungen seien schwierig, die richtige Technologie noch nicht verfügbar. Auf der entsprechenden Karte, Link öffnet in einem neuen Fenster des Geoportals des Bundes findet sich auch in keinem anderen Kanton ein geplantes oder laufendes Projekt. Ein Vorhaben im Kanton Jura wurde gestoppt.

Quelle: www.geothermie.ch1 kmbis 45°C2 kmbis 100°C3 kmbis 150°C4 kmbis 200°CTitel (~40pt)Untertitel (~28, mind. 25)FernwärmekaltesWasserSedimentschichtheissesWasserStromText mind. 25pt. Für Text-Hierarchien z.B. mit Schriftstärke oder grösseren Schriften Arbeiten.Hier ein mögliches Beispiel:Body Text (mind. 25pt)Legende (mind. 25pt)Überschrift (mind. 25pt)Beschriftung (~25pt)Quelle: www.geothermie.ch1 kmbis 45°C2 kmbis 100°C3 kmbis 150°C4 kmbis 200°CFernwärmekaltesWasserheissesWasserStromFelsschicht

Für ihre Bedenken führen die Stromkonzerne jeweils den Zwischenfall von 2006 in Basel an. Dort bebte mehrmals die Erde, nachdem beim Bau eines Geothermiekraftwerks Wasser in eine Tiefenbohrung gepumpt worden war. Das Projekt wurde daraufhin abgebrochen, Dutzende Millionen Franken waren in den Sand gesetzt.

Thermalbaden und Strom erzeugen

Im Aargau soll aber nun Bewegung in die Geothermie kommen. Ein Vorstoss im Kantonsparlament verlangt Auskunft dazu, welche Anstrengungen die Regierung in diesem Bereich unternimmt. Angeregt hat diesen Vorstoss auch der «Verein Geothermische Kraftwerke Aargau».

Das Potenzial für Geothermie im Kanton sei gross, meint dazu Matthias Jauslin. Der FDP-Nationalrat präsidiert den Verein, welcher diese Art der Energiegewinnung fördern will. Ein Hinweis auf den geeigneten Untergrund seien auch die vielen Thermalbäder im Kanton.

Die öffentliche Hand soll helfen

Doch auch Jauslins Verein hat nicht wie beabsichtigt eine Gesellschaft gegründet, um im Kanton ein geothermales Kraftwerk voranzutreiben. Nach einigen Jahren habe man gemerkt, dass die Technik dazu noch zu wenig weit entwickelt sei. Deshalb setze man nun vermehrt darauf, die Nutzung der Erdwärme zum Heizen zu fördern.

Wir sitzen auf einem heissen Topf, wo solche Projekte möglich sind.
Autor: Matthias JauslinPräsident Verein Geothermische Kraftwerke Aargau

Matthias Jauslin ist der Meinung, dass die kantonalen Energiekonzerne – die AEW gehört zu 100 Prozent dem Kanton Aargau, die Axpo zu über einem Viertel – sowie der Kanton eine Vorreiterrolle einnehmen sollten. Eine Finanzierung durch die öffentliche Hand biete sich auch im Sinne der Nachhaltigkeit und der Energiewende an.

«Dass sich Axpo und AEW zürckhalten ist enttäuschend», so Jauslin. «Wir sitzen im Aargau auf einem heissen Topf, wo solche Projekte durchaus möglich sind.» Natürlich würden Bohrungen ein finanzielles Risiko mit sich bringen. Der Bund stelle aber dazu eigens Gelder bereit.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 06.04.2020, 12:03 Uhr;

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Mit einem mittleren thermische Wärmefluss von 0.09 W/m2, also total 3.6 Gigawatt über die gesamte Schweiz ist das Potential der Geothermie in der Schweiz beschränkt und hauptsächlich nur für Heizung (Fernwärme) geeignet. Entnimmt man mehr, so kühlt man die Erde ab. Vergleichsweise hat das Kernkraftwerk Leibstadt auch 3.6GW Leistung. Stromerzeugung durch Geothermie wird heutzutage aus Rentabilitätsgründen hauptsächlich nur in Gebieten mit vulkanischer Aktivität wie Japan, Neuseeland angewendet.
  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Man wird neue Stromerzeuger benötigen, vor allem für den Winter.
    Wenn fast alle Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden hat dies Folgen. Eine Wärmepumpe ist eine Elektroheizung nichts anderes, nur dass sie 2/3 der Energie der Umwelt entzieht aber 30% bleiben Elektrische Energie.
    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Ja, und was genau ist Ihr Punkt?
      Photovoltaik und Windkraftwerke funktionieren auch im Winter gut. Wichtig ist lediglich, dass dazu das europäische Netz verstärkt wird. Denn es ist NIE überall in Europa bewölkt und windstill. Nur schon lokal ist das eine seltene Kombination.

      Wenn die flexibleren Methoden wie Wasser, Biogas, etc als "Peaker" eingesetzt werden, sowie die Flexiblen Nutzer ins System integriert werden, sollte das ganze kein Problem sein. Es wird ja nicht plötzlich umgestellt.
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Wenn es die Zukunftstechnologie wäre, würden sich problemlos private Geldgeber finden. Das ist aber nicht der Fall. Deshalb soll nun der Steuerzahler weitere Flops finanzieren. So nicht.