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Wie verbreiten sich Aerosole im Zug?
Aus Tagesschau vom 16.01.2021.
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Ansteckungsrisiko Zug Versuch zeigt: Aerosole verteilen sich im Zug nur wenig

Masken und gute Lüftungen dürften das Ansteckungsrisiko in Zügen verringern. Das zeigen ein Versuch und eine Studie.

Während der Pandemie ist der öffentliche Verkehr wegen der vielen Menschen auf engem Raum vielen nicht mehr ganz geheuer. Aktuell werden hierzulande rund 20 Prozent weniger Fahrgäste verzeichnet als vor der Pandemie. Im Verdacht für eine mögliche Übertragung von Coronaviren im öffentlichen Verkehr stehen dabei vor allem die Aerosole, kleinste Tröpfchen, die auch trotz Maske in die Luft gelangen. Doch wie verbreiten sich Aerosole tatsächlich im Bahnwaggon?

Michael Riediker ist Professor für Risikoanalyse und Direktor des Schweizerischen Zentrums für Arbeits- und Umweltgesundheit. Er hat für SRF in einem Traverso-Zug der Südostbahn die Aerosolausbreitung getestet und visualisiert – mit harmlosem Theaternebel und einer Puppe. Die Verbreitung des Nebels zeigt einerseits, dass wenn die Maske nicht korrekt getragen wird, viel Luft und damit Aerosole auf der Seite der Maske austreten. «Das wäre je nachdem, wie stark die Person ansteckend ist, problematisch.» Wohl vor allem für Personen, die direkt daneben sitzen würden.

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So verteilen sich die Aerosole im Zug
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Die Klimaanlage zieht die Aerosole ab

Andererseits zeigen die Bilder aber auch, dass der Theaternebel von der Klimaanlage oben abgesaugt wird. Denn moderne Züge wie dieser Traverso werden ständig mit viel Frischluftanteil belüftet und klimatisiert. Michael Riediker: «Wir sehen eigentlich, dass die Klimaanlage lokal funktioniert. Es werden praktisch keine Aerosole auf die Distanz transportiert. Wenn ich also ein, zwei Abteile von anderen Personen entfernt sitze, passiert praktisch nichts.»

Es werden praktisch keine Aerosole auf die Distanz transportiert. Wenn ich also ein, zwei Abteile von anderen Personen entfernt sitze, passiert praktisch nichts.
Autor: Michael RiedikerDirektor Schweizerisches Zentrum für Arbeits- und Umweltgesundheit

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch eine Studie der Deutschen Bahn und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Link öffnet in einem neuen Fenster. Untersucht wurde die Verbreitung von Aerosolen in einem klimatisierten ICE-Waggon. Die Studie zeigt einerseits, dass die Aerosol-Ausbreitung mit Maske wesentlich geringer ist als ohne. Andererseits scheint auch die Klimaanlage hilfreich zu sein.

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Deutsche Studie: Aerosole werden abgesaugt
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Daniel Schmeling vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erläutert die Resultate der Studie: «Wir haben wirklich nur auf den direkten Sitznachbarplätzen erhöhte Aerosolkonzentrationen. Sobald wir uns weiter von der Quelle entfernten, konnten wir keine Aerosole mehr erfassen. Es findet also quasi keine Übertragung über die Klimaanlage im gesamten Wagenkasten statt.»

Luft im Zug wird alle sieben Minuten ausgetauscht

Der Traverso-Zug der Südostbahn erneuert alle rund sieben Minuten die Luft im Eisenbahnwagen komplett. Doch bleibt im Nahbereich nicht trotzdem eine Ansteckungsgefahr? Conradin Knabenhans, Mediensprecher der Südostbahn ist überzeugt, dass dank der guten Klimaanlage und der Maskenpflicht das Ansteckungsrisiko in der Bahn sehr gering ist. Er schränkt aber ein: «In dieser Pandemie besteht leider überall dort, wo Menschen aufeinander treffen, ein gewisses Ansteckungsrisiko.»

Zur Ausbreitung der Aerosole in einem Bahnwagen gibt es nun gute Hinweise. Offen bleibt jedoch, wie viele Viren im Aerosol enthalten sind und ab wann das Aerosol ansteckend ist.

Tagesschau 16.01.2020, 19.30Uhr;

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139 Kommentare

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  • Kommentar von Juerg Wyss  (PandemaTikEr)
    diese "Studie" ist alles andere als realitätsnah. In einem leeren Zug Rauch verfolgen. Auf diese Art misst man Luftströmungen, Geschwindigkeiten der Klimanalage. Die Verbreitung von Aerosolen misst man ganz anders. Vor allem nicht ohne Menschen. habe schon viel Schwachsinn gehört, aber langsam wirds peinlich.
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Das dachte ich mir auch. Zudem ist es müssig, die Luftmassenverteilung in den neusten Triebzügen zu untersuchen, während der Grossteil des Nahverkehr-Rollmaterials 30+ Jahre auf dem Buckel hat und teilweise mit Klimaanlagen nachgebastelt wurden. Für mich sind das Störmanöver, wie wir sie zu Beginn der Pandemie gesehen haben, weil die Verfügbarkeit von FFP2-Masken jetzt noch ungenügend ist.
    2. Antwort von Peter Stauffacher  (Peter Stephan Stauffacher)
      Soviel Halbwissen in einem Beitrag.
      Sie können da alleine herumfuchteln, herumpusten oder sonst machen wie sie wollen, es wird keinen nennenswerten Einfluss auf die Abluftanlage haben.
      Die schwern bzw. grossen Teile aus Ihrem Atem hängen in der Maske fest. Die kleinen Teilchen sind in der Luft gelöst. Die Viren haben weder Flügel noch sonst irgendwelche Möglichkeiten sich nicht den physikalischen Grundlagen entsprechend zu verhalten.
  • Kommentar von Juerg Wyss  (PandemaTikEr)
    Es ist schon erstaunlich, dass jemand solchen "Studien" glaubt. Darum muss ich nun nach dem Prinzip Unterricht für Erstklässler eine wichtige Information zu vermitteln.
    Ihr denkt verkehrt, und das komplett. Ihr begreift nicht, dass die "Ansteckung" nicht vom Virenträger kommt, sondern dass ein Nichtinfizierter, respektive sein Immunsystem den Härtegrad des Verlaufs bestimmt. Auch ist immer von Ansteckungsrisiko die Rede. Ich rede aber von Ansteckungsgefahr, mathematisch das Gegenteil von Risiko
    1. Antwort von Christoph Rebholz  (Charlie Romeo)
      2xEinspruch.
      Die Virenlast ist eine wichtige Grösse bei der Frage, ob eine Infektion stattfindet. Und die wird durchaus von Virentröger und seinem Verhalten mitbestimmt.
      Dass Gefahr und Risiko mathematisch das Gegenteil voneinander sind, ist nicht korrekt
    2. Antwort von Juerg Wyss  (PandemaTikEr)
      @Rebholz wie ich sagte, Sie denken verkehrt. die Virenlast bestimmt nicht die Infektion, sie bestimmt die notwendigen Massnahmen, um eine Infektion zu verhindern, aber nicht auf Ihre Art. Gefahr ist ein Zustand, das Risiko ist aber die Entscheidung, wie ich mit der Gefahr umgehen will. Also das Gegenteil.
      Einspruch abgelehnt
    3. Antwort von Christoph Rebholz  (Charlie Romeo)
      @Wyss
      Ablehnung abgelehnt.
      Die Virenlast ist wesentlich fürs Ansteckungsrisiko (Risiko ist genau der richtige Begriff)-darum ja auch die diversen Massnahmen, die an der Quelle ansetzen um die Virenlast zu reduzieren. Übrigens bei vielen Virenerkrankungen.
      Deine Definition von Risiko ist diplomatisch gesagt, eigen.
      Als Gegenteil von Risiko wird übrigens nach üblichen Verständnis "Sicherheit" verstanden.
    4. Antwort von Lukas Siegenthaler  (Luki Siegethaler)
      Diese Worteturnerei, da mach ich mit! Ein Infizierter stellt eine Gefahr dar. Jemand der nicht infektiös ist, kann entsprechend keine Viren verteilen und stellt deswegen keine Gefahr dar. Man kann nicht direkt unterscheiden zwischen den beiden, darum geht man ein Risiko ein, dieses Risiko kann durch Massnahmen gesenkt werden. Direkt über Masken oder indirekt über Lockdowns. Risiko ist nicht das Gegenteil von Gefahr, sondern die bewusste Einschätzung einer Gefahr und Infektiöse sind gefährlich...
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Absolut nicht ein allgemeingültiger Test:
    Zug war leer
    Zug war nicht in Betrieb.
    Es war ein sehr neu entwickelter Zug.
    Ich denke nicht, dass es in Trams, Bussen und den älteren SBB Wagen ähnlich funktioniert.