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Warum steigen die Prämien im Kanton Tessin stärker als sonst in der Schweiz?
Aus HeuteMorgen vom 06.10.2020.
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Anstieg der Gesundheitskosten Höchster Prämienanstieg im Tessin: Warum?

Angebot, Altersstruktur, Mentalität: Der landesweit höchste Prämienanstieg der Tessiner ist auch selbstverschuldet.

Giorgio Pellanda ist Generaldirektor des kantonalen Spitalverbands EOC. Seine Worte sind im Gegensatz zu denen der Politiker selbstkritisch: «Es ist meiner Meinung nach offensichtlich, dass wir hier im Tessin ein Überangebot im Gesundheitswesen haben. Zum Beispiel, was die Spitaldichte angeht. Wir haben aber auch überdurchschnittlich viele Angebote für Therapien.»

Angebote bewirkten Nachfrage, das sei ganz einfach. Man müsste dringend noch mehr über die Angebotsdichte sprechen, so Pellanda. «Wenn es aber – wie bei uns – Politiker sind, die darüber sprechen und entscheiden, Politiker, die ihre eigenen lokalen Interessen vertreten, dann wird die Diskussion schwierig.»

Auch die Altersstruktur spielt mit

Pellanda weiss, wovon er spricht. Der Mann, der bald in Pension geht, sass für die FDP im Kantonsparlament. Neben dem zu grossen Angebot ist aber auch die Altersstruktur des Tessins massgeblich für den Kostenanstieg verantwortlich. Im Südkanton leben sehr viele ältere und alte Menschen.

«Und nicht zuletzt sei es im Tessin auch die Mentalität, die zum stärkeren Kostenwachstum führe, sagt Spitalverbandsdirektor Pellanda.

«Es wird auch statistisch untermauert, dass die Tessiner und Tessinerinnen weniger Schmerz vertragen, dass sie schneller zum Arzt gehen und schneller nach einer Therapie verlangen. All das führt eben zu Mehrkosten.» Mit dieser Mentalität seien die Tessinerinnen übrigens nicht allein, sagt Pellanda, sie gelte auch für die Westschweizer, für die Südländer im Allgemeinen.

Schmerz hat bekanntermassen eine kulturelle Komponente. Diese spiegelt sich eben in der Schweiz in durchschnittlich höheren Prämien in der lateinischen Schweiz.

Heute Morgen von 06.10.2020; 06:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Die Kopfprämien sind absolut unsozial. Neid und Eifersucht unter den Krankenkassenprämienzahlern zu schüren ist offenbar ein probates Mittel, um von den tatsächlichen Ungerechtigkeiten abzulenken.,
    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Völlig einverstanden. Jetzt da keine Vermittle mehr auf Kundenfang gehen können, buttern gewisse Krankenkassen unser Geld mit Onlinewerbung raus. Beispiel: YouTube. Sollte verboten werden. Absolut unhaltbar. Die Gelder fliessen nach Amerika und hier müssen diese Giganten nicht einmal Steuern zahlen.
  • Kommentar von Guido Casellini  (CAS)
    Was am meisten schmerzt ist die "Obligatorietät" der KK.....einerseits wird all zu viel angeboten (an Deckung) und damit meinen all zu viel "ich bezahle dafür eine Prämie....und habe Recht an einer "Gegenleistung".....typisch von einem Hund er den eigenen Schwanz beisst......eines Tages wird er wohl keinen mehr haben....
  • Kommentar von Samuel Zollinger  (Uncle Sam)
    Mit einer Einheitskasse würde so etwas eben nicht passieren. Aber eben würde!
    Das Volk hätte ja die Gelegenheit gehabt darüber zu empfinden.