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BAG-Direktor Strupler: «Berechnungen erfolgten ‹corona-neutral›»
Aus News-Clip vom 22.09.2020.
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Grafik So steigen die Krankenkassenprämien in Ihrem Kanton

  • Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr im Mittel um 0.5 Prozent.
  • Der Anstieg fällt im Vergleich zu den letzten Jahren tief aus.
  • In sieben Kantonen werden die Krankenkassenprämien 2021 sogar billiger.
  • Am höchsten ist der Anstieg mit + 2.1 Prozent im Tessin, das stark von der Coronakrise getroffen wurde.

Bei den Krankenkassenprämien bleibt der Prämienschock für das nächste Jahr aus. Während die Prämien im langjährigen Durchschnitt um jeweils knapp vier Prozent stiegen, beträgt die Zunahme fürs Jahr 2021 nur ein halbes Prozent.

Unter dem Strich bleibt die Belastung etwa gleich.
Autor: Alain BersetBundesrat

Die Belastung bleibe unter dem Strich etwa gleich, verkündete Bundesrat Alain Berset an einer Medienkonferenz. Die mittlere Prämie beläuft sich 2021 damit auf 316 Franken 50.

Je nach Kanton gibt es grosse Unterschiede. Während die Krankenkassenprämien im Tessin um 2.1 Prozent ansteigen, sinken sie in Appenzell Innerrhoden um 1.6 Prozent. In sieben Kantonen werden die Prämien billiger und in zwei Kantonen verändern sie sich nicht.

Gesundheitsökonom Stefan Felder von der Universität Basel hatte wegen der Corona-Pandemie mit einer nur geringen Zunahme der Krankenkassenprämien gerechnet. Der Hauptgrund: Zu Beginn der Pandemie verbot der Bundesrat alle Operationen und Arzt-Behandlungen, die nicht zwingend waren. Und auch nachdem nicht zwingende Eingriffe wieder erlaubt waren, gingen weniger Leute zum Arzt oder ins Spital – aus Angst vor einer Corona-Infektion.

Die Auswirkungen von Corona

Laut dem BAG werden die Prämien so berechnet, dass sie die geschätzten Kosten im Jahr 2021 decken. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kosten im laufenden Jahr liessen sich allerdings noch nicht ermitteln. Es bestünden viele Unsicherheiten und es sei noch zu früh für eine Schätzung. Sollten die Gesundheitskosten höher oder tiefer ausfallen als bei der Festlegung der Prämien geschätzt, verändere sich entsprechend die Höhe der Reserven der Krankenkassen.

Bundesrat hält Kassen-Reserven für zu hoch

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Die von den Krankenkassen aufgebauten Reserven übersteigen 2020 die 11-Milliarden-Schwelle. Das Bundesamt für Gesundheit hat in dieser Prämienrunde einen Ausgleich der hohen Prämieneinnahmen von 183 Millionen Franken und einen freiwilligen Reserveabbau von 28 Millionen genehmigt. Das entspricht einer Gesamtsumme von 211 Millionen Franken, die an die Versicherten zurückfliesst.

Die soliden finanziellen Verhältnisse der Kassen seien an sich positiv, teilt das BAG mit. Der Bundesrat sei jedoch der Ansicht, dass eine Mehrheit der Versicherer noch über zu hohe Reserven verfüge.

Das Gesetz sieht derzeit keine für die Kassen verbindliche Massnahme zum Abbau der Reserven vor. Der Bundesrat schlägt deshalb eine Anpassung der Krankenkassen-Aufsichtsverordnung vor, um den Krankenkassen den Anreiz zu geben, die Prämien möglichst kostengerecht zu berechnen und übermässige Reserven zu vermeiden. Die Vorlage ist derzeit in der Vernehmlassung.

Die Krankenversicherungsprämien stellen eine immer grössere Belastung für die Haushalte dar. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts werden die Kosten im Gesundheitswesen aber auch in Zukunft weiter ansteigen, prognostizierte Bundesrat Alain Berset an der Medienkonferenz.

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Alain Berset: «Die Kosten werden weiterhin steigen»
Aus News-Clip vom 22.09.2020.
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Ziel des Bundesrates sei es, dass die Kosten nur in einem medizinisch begründbaren Umfang steigen, etwa wegen neuer Medikamente, beispielsweise für die Krebstherapie. Verhindert werden solle hingegen der Kostenanstieg aufgrund von Doppelspurigkeiten oder unnötigen Operationen.

Der Bundesrat hat im vergangenen Jahr ein erstes Paket mit neun Massnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskosten verabschiedet. Dieses ist derzeit in Beratung im Parlament. Im vergangenen August hat der Bundesrat ein zweites Massnahmenpaket in die Vernehmlassung geschickt, dessen Sparpotenzial auf eine Milliarde Franken geschätzt wird.

GDK erfreut über «moderaten» Anstieg

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Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) bezeichnet den «sehr moderaten» Kosten- und Prämienanstieg als «erfreulich». Es zeige sich, dass die Kostendämpfungsmassnahmen von Bund und Kantonen wirken und dieser Weg weiterverfolgt werden sollte, teilte die GDK mit.

Die Kantone fordern, dass die Versicherer ihre Reserven für die Abfederung allfälliger Kostenfolgen der voraussichtlich noch länger andauernden Covid-19-Pandemie einsetzen und auch bei der Prämienkalkulation der nächsten Jahre berücksichtigen. Dafür solle auch das BAG in seiner Rolle als Aufsichtsbehörde einstehen.

Die Kantone begrüssten zudem die Stossrichtung des laufenden Kostendämpfungsprogramms. Die GDK werde ihren Beitrag dazu leisten – so etwa in Bezug auf die Zulassung von Leistungserbringern, die Förderung ausgewählter ambulanter Eingriffe sowie die Beseitigung von Fehlanreizen im Tarifsystem.

SRF 4 News, 22.9.2020, 15:00 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Michel  (Joshuatree)
    Es ist immer noch eine Schande das man gerade vor kurzem gelesen hat das die KK riesige Reserven haben! Die CEOs und die Pharmalobby erhält unsummen von Geld von überteuerten Medikamenten und Artz abrechnungen, nur da macht unser BR nicht eine Schande das es so abläuft!
  • Kommentar von Matthias Jundt  (M. Jundt)
    Die Krankenkassen-Prämie dient zur indirekten Finanzierung von Big Pharma als Krankheitsförderungs-Industrie und gehört auch zum Thema der ganzen Corona-Notrechts-Politik, die vom SP Bundesrat gemäss Bill Gates WHO zu Lasten der Gesamt-Bevölkerung gefahren wird.
    Dieses Umverteilungs-Vehikel zur Unterstützung von Abzockern ist ein gewaltiges Ärgernis.
  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    Es ist für mich unverständlich, das die Schweizer die Einheitskasse abgelehnt haben wieso über 100 Kassen mit über 100 EDV Systemen über 100 Buchhaltungen und über 100 Generaldirektoren zusätzlich die blödsinnige Kassenwechsel die mit enormen Kosten verbunden sind. Eine Möglichkeit währen 3 Kassen Tessin, Welschland und Deutschschweiz.
    1. Antwort von Lukas Gschwind  (Joli1973)
      Ein interessanter Vorschlag. Nur liegt der Betriebsaufwand im Schweizer Durchschnitt bei ungefähr 5 Prozent. Auch Ihre Einheitskasse käme nicht ohne Betriebsaufwand aus. Die Prämien könnten mit so einer Masnahme kurzfristig um 1 bis 2 Prozent gesenkt werden. Aber ich bin überzeugt, dass ohne Wettbewerb zwischen den Kassen die Motivation fehlen würde, Kosten zu sparen (siehe zum Beispiel AHV).
    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Einheitskasse mit Digitalisierung wäre die Lösung. Das würde das fehlende Wettbewerb durch Kontrollmechanismen kompensieren. All die Brokers, die unzählichen Direktoren und ihre Günstlinge, müssten nicht mehr bezahlt werden und ihre teils willkürliche Entscheide könnten ausgeschaltet werden. Im digitalen Zeitalter ist Wettbewerb nicht mehr der beste Kontrollmechanismus.