Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bund bestellt Corona-Medikament bei Roche
Aus Rendez-vous vom 20.04.2021.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 3 Sekunden.
Inhalt

Antikörper-Cocktail von Roche Bund bestellt neues Medikament gegen Covid-19 – vor Zulassung

Der Bund bestellt 3000 Dosen RegN-Cov2 und übernimmt dafür die Kosten. Das Medikament hatte im Oktober 2020 auch Donald Trump erhalten.

Der Bund hat mit dem Pharmahersteller Roche einen Vertrag für die Beschaffung eines Medikamentencocktails gegen das Coronavirus abgeschlossen. Die ersten Lieferungen von RegN-Cov2 werden Mitte Mai erwartet.

Die Arzneimittelaufsicht Swissmedic gab offiziell grünes Licht für den Einsatz. Zunächst wurden 3000 Dosen bestellt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Das sagt SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis:

Box aufklappenBox zuklappen
Angestellte von Regeneron.
Legende: Angestellte von Regeneron. Reuters

Der Einsatz von RegN-Cov2 ist nur bei ganz bestimmten Patientengruppen sinnvoll, denn es ist teuer und es gibt davon nur wenige Dosen. Behandelt werden dürften in Zukunft etwa Menschen, deren Immunsystem nicht so gut funktioniert oder das wegen einer Therapie unterdrückt wird. Trotzdem: Auch das Roche-Medikament bietet keine Garantie auf Heilung von Covid-19, denn die direkte Bekämpfung von Viren mit Medikamenten ist grundsätzlich extrem schwierig. Sicher aber kann RegN-Cov2 für einzelne Betroffene die Rettung bedeuten. Mit der neuen Antikörper-Therapie liegt jetzt immerhin ein Medikament vor, das in einer frühen Phase der Infektion helfen kann. In einer späteren Phase lindert in vielen Fällen der Entzündungshemmer Dexamethason den Krankheitsverlauf – er wird seit längerem gegen Covid-19 eingesetzt.

Bei dem Medikament handelt es sich um eine Mischung der künstlichen Antikörper Casirivimab und Imdevimab, die eine Resistenz gegen das Coronavirus erzeugen. Entwickelt hat das Mittel das US-Biotechnologieunternehmen Regeneron Pharmaceuticals in Partnerschaft mit Roche.

Cocktail in den USA zugelassen

Der Antikörper-Cocktail RegN-Cov2 muss in einem frühen Krankheitsstadium einmalig intravenös verabreicht werden, wenn das Risiko für einen schweren Verlauf besteht. Vorbild und Grundlage sind Antikörper, die aus dem Plasma von Menschen stammen, die Covid-19 überstanden haben.

Medikamente mit monoklonalen Antikörpern gibt es bereits seit den 1990er-Jahren. Sie wurden bisher meist gegen Krebserkrankungen oder Autoimmunkrankheiten eingesetzt.

Trump erhielt RegN-Cov2

Box aufklappenBox zuklappen
Trump
Legende: Reuters

Auch der damalige US-Präsident Donald Trump erhielt Anfang Oktober 2020 eine Dosis RegN-Cov2 als er sich mit dem Coronavirus infizierte. Trump blieb nur wenige Tage im Spital und präsentierte sich kurz darauf wieder genesen. Kaum eine Woche danach war Trump wieder auf Wahlkampftour (Bild vom 13. Oktober 2020 in Florida).

Die USA hatten dem Medikament bereits im November 2020 eine Notfallzulassung erteilt. Auch in der EU kommt das Arzneimittel ohne Zulassung bereits zur Anwendung.

Sofort-Zulassung als Ausnahme

In der Schweiz empfahl die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes den Einsatz solcher Medikamente. Obwohl das Roche-Medikament noch keine Zulassung hat, lässt Swissmedic seine Verschreibung ausnahmsweise ab sofort zu.

Denn die Wirkstoffe in dem Medikament fallen neu unter die Covid-19- Verordnung 3 des Bundes und sie dürfen nach der Einreichung eines Zulassungsgesuchs in Verkehr gebracht werden, wie Swissmedic mitteilte.

Der Bund übernimmt die Kosten der Behandlungen bis sie von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet werden, was erst mit der Zulassung und der Aufnahme in die Liste der kassenpflichtigen Medikamente möglich wird.

Was der Bund Roche für das Medikament bezahlt, wurde nicht mitgeteilt – doch Zahlen aus Deutschland lassen vermuten, dass eine Dosis mehrere tausend Franken kostet.

SRF 4 News, Rendez-vous, 20.04.2021, 12:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Lukas Tonetto  (LTonetto)
    Man fragt sich schon, weshalb diese seltsame Betriebsamkeit für ein vieltausendfränkiges Medikament. Kalle Saksela von der Uni Helsinki hat schon letztes Jahr eine Nasenspray-Impfung entwickelt und setzte auf einen lizenzfreien Impfstoff. Nur verspricht dies Pharmafirmen weit weniger hohe Gewinne als patentgeschützte Varianten. Er fand aber keine Partner in der Industrie, stand ohne Finanzierung für das Zulassungs­verfahren da. 30 bis 50 Millionen Euro fehlten berichtete die „Helsinki Times“.
    1. Antwort von Claudio Müller  (CM 55)
      Danke das Sie diese Info, teilen. Ich habe auch von einem Türkischen Forscher Ihn den USA gehört, der auch eine Impfung entwickelt hat. Der aber auch ohne Lizenzgebühren vertreiben will. Er kriegt auch keinerlei Unterstützung der Industrie. Es ist einfach nur traurig wie Big Pharma alles kontrolliert.
  • Kommentar von Andreas Grünkraut  (Grünkraut)
    Warb damals Trump nicht mit seinen 'besten Ärzten der Welt' die er bei sich in der USA hatte?

    Es gibt kaum eine Aussage oder Tat seinerseits welche nicht wie Milch gealtert ist. (Ich spreche nicht von Käse.)