Zum Inhalt springen

Header

Audio
Mehr Menschen arbeitslos, mehr Leute in Kurzarbeit
Aus HeuteMorgen vom 08.02.2021.
abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
Inhalt

Arbeitslosigkeit Der zweite Shutdown hinterlässt immer mehr Spuren am Arbeitsmarkt

Steigende Arbeitslosigkeit, deutlich mehr Kurzarbeit und ein rauerer Ton auf den Arbeitsämtern: Der zweite Shutdown der Schweiz in Folge der Corona-Pandemie hinterlässt am Arbeitsmarkt immer einschneidendere Spuren. Alles andere wäre aber auch ein Wunder gewesen: Wenn Geschäfte und Restaurants wegen Covid-19 dicht machen müssen und gleichzeitig der harte Winter auch noch die Tätigkeit auf den Baustellen einschränkt, sind mehr Arbeitslose und Kurzarbeitende eine logische Folge.

Video
Arbeitslosenzahlen steigen merklich
Aus Tagesschau vom 08.02.2021.
abspielen

Das Ansteigen der Kurzarbeit kann immerhin auch positiv interpretiert werden: Die Firmen entlassen ihre Leute (noch) nicht, sondern melden sie vorübergehend einmal zur Kurzarbeit an. Mit hohen Kosten: Zwischen Januar und November 2020 hat die Schweiz 9.2 Milliarden Franken für Kurzarbeit ausgegeben. 20 Milliarden Franken stehen bis jetzt zur Verfügung. Natürlich können Entlassungen später – trotz Kurzarbeit – noch folgen, doch beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) herrscht die Hoffnung vor, dass der Frühling eine Besserung an der Pandemie-Front bringt und damit auch der Arbeitsmarkt wieder ins Lot kommt.

Doch selbst wenn das der Fall ist: Immer mehr Menschen in der Schweiz sind über lange Zeit arbeitslos – auch länger als ein Jahr. Damit wächst die Befürchtung, dass die Sockelarbeitslosigkeit in der Schweiz steigen wird – beziehungsweise, dass mehr Menschen – selbst nach einem allfälligen Ende der Pandemie – nicht mehr in den Arbeitsmarkt zurückfinden. Beratende der Arbeitslosenvermittlungen erzählen von immer mehr Arbeitslosen, die verzweifelt seien. Der Ton auf den Arbeitsämtern zwischen Beratenden und Arbeitslosen ist entsprechend rauer geworden, die Nerven liegen vielerorts blank. Eine Verlängerung des Shutdowns über den Februar hinaus würde die Lage wohl noch einmal verschärfen.

Charlotte Jacquemart

Charlotte Jacquemart

Wirtschaftsredaktorin, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Charlotte Jacquemart hat an der Universität Zürich Ökonomie studiert und arbeitet seit Juni 2017 als Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Zuvor war sie 13 Jahre lang bei der «NZZ am Sonntag» tätig.

SRF 4 News, 08.02.21, 09:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

48 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Johann Meier  (H.J. Meier)
    Diese shutdowns müssen ein Ende haben, denn es ist heute wie damals keine Lösung in Sicht. Wir fahren alles an die Wand, wenn wir mit diesem "Schmarrn" nicht langsam aufhören.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Es könnte sich für die Leute, die in den Branchen der Wahlbedarfsdeckung arbeiten, lohnen, sich eine Stelle in Branchen der Grundbedarfsdeckung zu suchen.Da sind einmal jene Berufe, wo man sich die Hände schmutzig machen muss (Handwerk, Bau, Autogewerbe, Landwirtschaft, etc.) oder wegen Kundenkontakten oder Arbeitszeiten (Gesundheitswesen, Detailhandel, Polizei, Transport, Post, etc.) unbeliebt sind.Dann gibt es aber auch offene Stellen in kundenfernen Branchen (Online, Call-Center, Informatik)
  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Wie hinsichtlich vieler anderer Aspekte, akzentuieren die Coronamassnahmen auch betreffs wirtschaftlicher Angelegenheiten nur das, was vorher schon da war: Bruchstellen, Krisenpunkte, Schieflagen, Systemversagen. Auch in diesem Fall bietet Corona keinen Schöpfungs, sondern einen Entdeckungsprozess. Zu hoffen, dass aus diesem Entdeckungsprozess irgenwelche heilsamen Schlüsse gezogen werden, ist, so fürchte ich, illusorisch. Es gilt weiterhin - der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.